Die Taubenproblematik wird vor allem in städtischen Bereichen zu einem immer größeren Problem.

Da ein Abtöten der Tiere aus gesetzlichen Gründen praktisch unmöglich ist und auf lokaler, zeitlich beschränkter Ebene langfristig auch kaum nützen würde (Zuflug, Fütterung), eine medikamentöse Regelung der Bestände bislang keinen entsprechenden Erfolg gezeigt hat, stehen eine Reihe von verschiedenen Abwehrsystemen zur Verfügung, die hier in Kürze beschrieben werden sollen.

Es muss dem Anwender (Kunde) klar sein, dass nicht jedes System in jeder Situation brauchbar ist bzw. den gewünschten Erfolgt bringt.


Der erste wichtige Schritt für einen Erfolg von Abwehrmaßnahmen ist hier eine umfassende Besichtigung des Problems und der Situation vor Ort, da gerade die baulichen Gegebenheiten für die Wahl des Abwehrsystems und die Art der Montage entscheidend sind. Auch das Verhalten der Tauben vor und nach der Montage einer Abwehr muss man in die Planung einbeziehen (Befallsdruck).


Tauben sitzen tagsüber gerne auf meist höher gelegenen Gebäudeteilen (Dachkante, Gesimse, Schornsteine, Fensterbretter, Regenrinnen, Wetterschenkel über Fenstern) mit guter Aussicht auf das Umfeld und potenzielle in der Nähe gelegenen Futterstellen (z.B. Parkanlagen, Märkte). Wind- und regengeschützte Bereiche werden als Schlaf- und Brutplätze bevorzugt.

Spitzensysteme

Eine weit verbreitete und praktikable Methode der Abwehr stellt die Installation von Spitzensystemen dar. Dazu werden die oben genannten Problemzonen mit Taubenspikes bestückt. Die Montage erfolgt meistens mit einem speziellen Kleber auf vorher grob gereinigte Oberflächen, können jedoch auch mit Schrauben befestigt werden.

Diese dienen ausschließlich der Abwehr und dürfen die Tiere nicht verletzen. Erfahrungsgemäß fällt dieses System nach sorgfältiger Montage optisch kaum ins Gewicht.


Spitzensysteme werden in unterschiedlichen Materialausführungen und für verschiedene Abdeckbreiten (bis ca. 40 cm) angeboten:

– nur Kunststoff
– nur Edelstahl
– Kunststoffbasis
(UV – stabil) mit eingelassen Stiften aus Edelstahl
– Regenrinnenspikes in Edelstahl

Vorteile:

Dieses System lässt sich punktuell und flexibel in kleinen Teilbereichen und damit auch kostengünstig anwenden.

Gut anwendbar als Alternative in Häusern,
wo Taubennetze nicht montierbar sind.

Nachteile:

Nach der Montage in Teilbereichen des Hauses kommt es häufig zu einer Abwanderung der Tauben in andere ungeschützte Zonen.

In den Spikes kann es leicht zu einer Ansammlung von Schmutz
(Laub usw.) kommen.

Bei zu hohem Befallsdruck der Tiere wird massiv Nistmaterial auf den Spikes aufgebracht was im Extremfall die Abwehr unwirksam macht.

Schlechte Haftung auf baulich desolatem Untergrund.

Taubennetze

Die Montage von Taubennetzen erfolgt vor allem horizontal über Innenhöfe und Lichtschächte, kann aber auch vertikal vor Fassaden und Fassadenteilen (Nischen) gespannt werden.

Taubennetze (UV – und witterungsbeständig, wasserabweisend) mit einer Maschenweite von 5 cm werden in verschiedenen Kunststoffmaterialien (und Farbgebungen) angeboten:

– Polyethylen
– Polypropylen
– Nylon

Die Befestigung erfolgt an der Fassade mittels Mauerdübeln (Stahlbolzen) und auf den Verblechungen mit speziellen Blechklammern (Krallen), die den Untergrund nicht beschädigen. An den Bolzen und Krallen wird dann ein Umlaufendes Stahlseil eingezogen und mit speziellen Spannern gestrafft. In diese solide Haltekonstruktion wird das Taubennetz mit Ringklammern an das Stahlseil angebracht und gespannt.

Taubennetze sind gegen den Himmel vom Boden aus nicht sichtbar und beeinträchtigen keineswegs nach der Montage den Lichteinfall, obwohl dies immer wieder von Kunden vorweg unbegründeter Weise befürchtet wird!

Vorteile:

Taubennetze sind sehr effektiv, da das Einfliegen der Vögel in Bereiche von Höfen und Lichtschächten und nicht nur das Landen auf Fassadenteilen verhindert wird.

Die Kosten – Nutzenkalkulation über mehrere Jahre fällt gegenüber den Spikes deutlich günstiger aus, da es die hochwertigere und nachhaltigere Lösung ist.

Nachteile:

Gelegentliche Beschädigungen durch Witterungseinflüsse (Dachlawinen, Sturm) und herunterfallende Fassadenteile sind möglich.

Spanndrahtsysteme

Die Montage von Spanndrahtsystemen erfolgt in ähnlichen Anwendungsbereichen wie die Spitzensysteme (Dachkante, Gesimse, Schornsteine, Fensterbretter, Dachrinnen, Wetterschenkel über Fenstern).

Es werden zunächst in fixen Abständen Halterungen (geklebt oder geschraubt) befestigt. Darin werden dann ein oder mehrere dünne Stahldrähte eingezogen und mittels kleiner Federn gespannt. Dies verhindert das Landen und Absitzen der Tauben auf den geschützten Flächen.

Dieses System ist optisch ähnlich unauffällig wie die Taubenspikes.

Vorteil:

Spanndrahtsysteme lassen sich in kleinen Teilbereichen montieren und kommen vor allem dort zur Anwendung, wo keine Spikes montiert werden können (Verletzungsgefahr von Menschen)

Nachteil:

Durch Temperaturschwankungen kann die notwendige Spannung der Stahllitzen schnell verloren gehen und das System seine Wirksamkeit komplett verlieren.

Elektrosysteme

Die Montage von verschiedenen (2 – poligen) Schienensystemen hindert durch kontinuierliche Stromimpulse das Absitzen der Tauben auf den zu schützenden Flächen. Benötigt wird ein Stromstoßgenerator mit einem fixen Stromanschluss. Die Befestigung des System erfolgt mittels eines speziellen Klebers. Die Stromstösse sind für Mensch und Tier ungefährlich, aber unangenehm. Das System ist in der Anschaffung relativ aufwendig und nicht wartungsfrei, da es auf den Schienen durch Kurzschluss (z.B. Verkotungen) zu Störungen und Ausfall des Systems kommen kann.

Akustische Geräte

Elektrische Geräte sollen mit akustischen Mitteln (Raubvogelrufe oder Schalldruck) die Tauben vertreiben. Es handelt sich dabei um technisch und finanziell sehr aufwendige Anlagen, die auch einer intensiven Wartung bedürfen.
Eine effiziente Wirkung wurde in deutschen Universitätsstudien
jedoch widerlegt.

Vogelatrappen

Als eine der günstigsten Varianten der Vogelabwehr gilt die Montage von Vogelatrappen (Rabe, Elster). Leider kann mit dieser Strategie erfahrungsgemäß kaum eine Verbesserung der Situation erzielt werden.

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