Ein anmutiges Gewächshaus

XIII. Bezirk (Hietzing), Palmenhaus im Schlosspark Schönbrunn; U-Bahn-Station Hietzing (U4), Eingang beim Hietzinger Tor.

Ein großes Areal westlich des Schönbrunner Schlosspark wird vom berühmten Wiener Tiergarten eingenommen. Er befindet sich dort, wo einst die 1752 eingerichtete Menagerie von Kaiser Franz I. (1745-1765) war, ist also der älteste Zoo der Welt. Der Gemahl der „Kaiserin“ Maria Theresia (1740-1780) verwendete seinen Reichtum und seine Macht, um sich in großem Maßstab seinem Interesse für Naturgeschichte zu widmen; er hat auch das einzigartige Naturhistorische Museum begründet. Er war ein begeisterter Botaniker und Gärtner und finanzierte Expeditionen nach Afrika und Westindien, um seltene Arten zu sammeln und nach Wien zu schaffen.

1860 gab Kaiser Franz Josephs (1848-1916) Bruder Maximilian (später kurze Zeit Kaiser von Mexiko) eine Weltumsegelung in Auftrag. Die vielen Ergänzungen zur kaiserlichen botanischen Sammlung von Franz I. ließen die Idee entstehen, im Schlosspark in Schönbrunn ein mächtiges Glashaus zu bauen; der Architekt Franz Xaver Segenschmid wurde mit dem Entwurf betraut. Nachdem er berühmte Palmenhäuser in London (Kew Gardens), Glasgow und Brüssel besichtigt hatte, begannen die Arbeiten an seinem Gebäude aus massivem Schmiedeeisen und Glas. Das Palmenhaus wurde am 19. Juni 1882 von Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich eröffnet; es ist 113 Meter lang und besitzt nicht weniger als 45 000 Glasscheiben. Es besteht aus Drei Pavillons, von denen jeder Pflanzen aus einer anderen Klimazone enthält. Der 28 Meter hohe zentrale Pavillon beherbergt eine Sammlung von Pflanzen aus gemäßigten Klimazonen, darunter zwei hundertjährige Palmen, während der kühlere Nordpavillon unter seinen Arten auch Pflanzen aus dem Himalaja zeigt. Der feuchtheiße südliche Pavillon enthält tropische Regenwaldpflanzen aus dem Bereich des Äquators.


Bild: Großes Palmenhaus im Schönbrunner Schlosspark
© Verlag Christian Brandstätter – Duncan J. D. Smith

Obwohl das Wiener Palmenhaus nicht mehr das größte Europas ist, ist es sicherlich das schönste. Die Proportionen seiner konvexen und konkaven Bögen tragen zu seinem eleganten Aussehen bei, trotz der massiven Konstruktion, die beim Bau nötig war. Leider fielen im Februar 1945 drei Bomben durch das Dach, worauf viele Pflanzen erfroren. Das Gebäude wurde repariert und 1953 wiedereröffnet, musste jedoch wegen durch Feuchtigkeit verursachten schweren Rostschäden neuerlich schließen. Unter Einsatz der neuesten Technologien, darunter schmutzabweisendes Glas, wurde das Palmenhaus neuerlich restauriert und steht heute den Besuchern wieder offen, die dieses anmutigste aller Gewächshäuser besichtigen wollen.

Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen. Das Gebäude, aus dem Jahr 1904 stammend, wurde ursprünglich zur Überwinterung von Palmen aus dem Großen Palmenhaus verwendet.

Ebenso altehrwürdig wie das Schönbrunner Palmenhaus, wenn auch beträchtlich kleiner ist der frühere kaiserliche Wintergarten oberhalb des Burggartens hinter der Neuen Burg, der einst der Privatgarten des Kaisers war. Es wurde vom Architekten Friedrich Ohmann 1901 im Jugendstil entworfen und enthält heute eine Sammlung lebender Schmetterlinge.

DharmeshGartenEin anmutiges Gewächshaus XIII. Bezirk (Hietzing), Palmenhaus im Schlosspark Schönbrunn; U-Bahn-Station Hietzing (U4), Eingang beim Hietzinger Tor. Ein großes Areal westlich des Schönbrunner Schlosspark wird vom berühmten Wiener Tiergarten eingenommen. Er befindet sich dort, wo einst die 1752 eingerichtete Menagerie von Kaiser Franz I. (1745-1765) war, ist also der älteste Zoo...