Wie beim normalspurigen Vorbild kommen die Anfänge der Liliput-Bahnen aus England. Daher auch die für uns etwas Ungewöhnliche Spurweite von 381mm. Beim, auf der Insel gültigen, nichtmetrischen Längenmaß sind es genau 15 Zoll. Reiche Gutsbesitzer gegen 1880 erschlossen ihre weitläufigen Ländereien mit Eisenbahnen dieser Größenordnung. Der verwendete Fuhrpark hatte aber eher Feldbahncharakter. Am Festland baute die Firma Krauss & Co in München 1887 die erste „Liliput“-Lokomotive für den Sultan von Marokko. Eine extrem einfache und leichte Maschine mit ca. 5PS und knapp über einer Tonne Gesamtgewicht.


Erste Waggons ca. 1930.
Fahrt anlässlich eines Familienfestes


Auf der Höhe des
Verkehrskindergartens


Strecke von Kassa zum Gelände


ca. 1940/1950 Haupteinstieg


im Prater


Begegnung zweier Liliputbahnen

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden von Martens für Austellungsbahnen weitere B gekuppelte Loks entwickelt und gebaut. Eine davon kam sogar zur berühmten Romney Hythe & Dymchurch Railway (Lokname: The Bug).

Geschichte der Martensschen Einheitstype

1923 begann das Zeitalter des bis Heute im Gebrauch befindlichen Lokomotivtyps für Liliput-Bahnen. Oberingenieur Roland Martens entwickelte die an deutsche Schnellzuglokomotiven dieser Zeit ähnelnde Lokomotive im Maßstab von 1 : 3,33. Drei Stück wurden gebaut, und hatten 1925 bei der Münchner Verkehrsaustellung die Bewährungsprobe. Nach weiteren Ausstellungen kaufte die Leipziger Firma Erich Brangsch (Später: VEB Baumechanik Engelsdorf) das komplette Austellungsmaterial. Durch den großen Erfolg wurden 1928 fünf weitere Lokomotiven bei Firma Krauss & Co in Auftrag gegeben. Zwei davon wurden nach Wien in den Prater geliefert. Diese Beiden sind die einzigen, die vom Anfang an ihren festen Standort beibehalten durften. 12 Stück des Martensschen Einheitstyps, die letzten drei Maschinen wurden erst 1950 gebaut, hatten ein Nomadendasein.


Liliputbahn im Prater – Rotunde, Kassa (Postkarte 1967) – © www.liliputbahn.com

Besondere Geschichte einer weiteren Lok

Durch einen Großauftrag normalspuriger Lokomotiven der indischen Regierung bei Firma Krauss in München wurde bei der Lieferung in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Liliput-Lokomotive als Geschenk mitgegeben. Seitdem dreht sie im Bal Bahran Park in Dehli ihre Runden.

Geschichte der Wiener Liliputbahn

Ein großes Sängerfest, anlässlich zum 100. Todestag von Franz Schubert im Wiener Prater, war der ausschlagende Grund in Wien eine Vergnügungsbahn zu errichten. Die Firma Brangsch, die ja schon Erfahrung hatte, bekam den Auftrag. Am 1. Mai 1928 durften die ersten Fahrgäste die ca. 2 Kilometer lange Strecke bis zur damals noch existierenden Rotunde (1937 abgebrannt) benützen.


Liliputbahn im Prater – Rotunde © www.liliputbahn.com

Das Publikumsinteresse entsprach anfangs aber nicht den Erwartungen. Durch die Wirtschaftskrise in den darauf folgenden Jahren wurde die eigentlich für den Prater vorgesehene dritte Lok für andere Ausstellungen verwendet. Durch die Verlängerung bis zum Stadion 1933 erhoffte man sich, die Frequenz zu erhöhen.

Erst 1938 wurde das Interesse an der Liliputbahn größer. Eine dritte Lokomotive wurde danach auch bestellt, und 1942 in den Dienst gestellt.


Liliputbahn 1945 Wien Wiederaufbau
Bild: © Pressebildagentur Votava – www.votava.at


Endausstieg – Bildmitte Lola Passweg (ehem. Inhaberin).
Text auf Rückseite: „Zur Erinnerung an die Wiedereröffnung im Jahre 1947“
Öffentliche Verwaltung der Liliputbahn im Prater – © www.liliputbahn.com

Wiener Prater Liliputbahn präsentiert neue Lokomotive 1962
Bild: © Pressebildagentur Votava – www.votava.at

Postkarte „50 Jahre Liliputbahn im Prater“ 9.9.1978 – © www.liliputbahn.com

Dampflok „Brigitte Nr. 1“ in der Remise – © www.liliputbahn.com


Diesellok „Michael“ – © www.citype.com

Merkmale der Anlage

Typ: Schmalspurbahn 15-Zoll (381 mm)
Streckenlänge: 3,9 km
Anzahl der Garnituren: 3 x 6 Waggons
Sitzplätze pro Garnitur: 95
Stationen: Prater-Hauptbahnhof, Rotunde,
Ernst-Happel-Stadion (Umkehr),
Rotunde, Prater-Ausstiegstelle
Fahrzeit: ca. 20 Minuten

Technische Spezifikationen der Dampfloks

Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Leistung: 22kW
Dienstgewicht: 7,2 t
Triebraddurchmesser: 530 mm
Laufraddurchmesser: 300 mm
Betriebsdruck: 13 bar


Da1 „Brigitte Nr. 1“ (Fa. Krauss, München, Hersteller-Nr. 8441)
© www.liliputbahn.com

Da2 „Grete Nr. 2“ (Fa. Krauss, München, Hersteller-Nr. 8442)
© www.liliputbahn.com

Technische Spezifikationen der Dieselloks

Motorenfabrikat: Steyr
Höchstgeschwindigkeit: 22 km/h
Leistung: 22 kW


D1 „Bernhard“, Baujahr 1958
© www.liliputbahn.com

D2 „Harry“, Baujahr ca. 1968
© www.liliputbahn.com

D3 „Michael“, Baujahr 1964
© www.liliputbahn.com

Verein der Freunde der Liliputbahn
Zur Sicherung des Fortbestandes des Betriebes der Liliputbahn haben im Jahr 2005 Unterstützer aus verschiedenen Interessensgebieten den Verein der Freunde der Lililiputbahn gegründet.

Ziel ist es durch aktive Marketingmaßnahmen die Liliputbahn für die Praterbesucher attraktiver zu machen und zum Wiederkommen einzuladen.

Um das neu entwickelte Maskottchen, MAX der Liliputbär, erstmals öffentlich vorzustellen, wurde das Kinderfest der Liliputbahn veranstaltet, wobei der drollige Bär mit seinen Geschichten und Liedern, die auch auf CD erhältlich sind, sofort die Sympathie von jung und alt gewinnen konnte.

Konzeptionierung, Planung und Einsatzkoordinierung des alljährlichen Kinderfestes entstand mit Hilfe des Ideenpools des Vereines der Freunde der Liliputbahn. Dank der tatkräftigen organisatorischen Mithilfe zahlreicher Mitglieder konnte im Jahren 2006 und 2007 eine erste erfolgreiche Bilanz gezogen werden. Den Gästen der Feste wurde neben einer Rundfahrt mit der Liliputbahn u.a. geboten: Technikführung, Zeichenwettbewerb, Moderation, Geschichtenlesung, Quiz, Max der Liliutbär, Clown Schlaufix, eine Rettungswagenbesichtigung sowie Imbiss, Getränke und zahlreiche von Sponsoren beigestellte Preise.

Liliputbahn im Prater GmbH
A 1020 Wien, Prater 99

+43-(0)1- 7268236
info@liliputbahn.com

DharmeshKultigesWie beim normalspurigen Vorbild kommen die Anfänge der Liliput-Bahnen aus England. Daher auch die für uns etwas Ungewöhnliche Spurweite von 381mm. Beim, auf der Insel gültigen, nichtmetrischen Längenmaß sind es genau 15 Zoll. Reiche Gutsbesitzer gegen 1880 erschlossen ihre weitläufigen Ländereien mit Eisenbahnen dieser Größenordnung. Der verwendete Fuhrpark hatte...