Julius Meinl – eine Genussgeschichte


Bild: Julius Meinl am Graben

Die Geschichte

Im Namen des Mohren

An den zwei Produktionsstandorten Wien (Österreich) und Vicenza (Italia) erfolgt die Verarbeitung der hochqualitativen Kaffeesorten. Neben der Kaffeeproduktion sind auch der Standort Julius Meinl am Graben, Meinl Internet Commerce (die unter www.meinl.com Meinl Qualitätsprodukte weltweit im Online Shop anbietet) sowie die Meinl Bank Teil der Julius Meinl Gruppe.

Erfolg seit 1862

1862, als Julius Meinl I. am Fleischmarkt im Zentrum Wiens, sein Gewürzwarengeschäft eröffnete, wurde der Grundstein für die Meinl Erfolgsgeschichte gelegt. Er war der Erste, der Rohkaffee bereits in fertig gerösteter Form angeboten hat und ersparte durch diese Innovation vielen Konsumenten das oft mühsame Rösten der grünen Kaffeebohnen am eigenen Herd und stand dadurch erstmals für gleich bleibende Qualität. Seit damals ist der Name Julius Meinl Synonym für Erfahrung, Tradition und Produkte von höchster Qualität.

Von Julius Meinl bis Billy Wilder


Bild: Fassade der früheren Kaffee-Importfirma Julius Meinl am Fleischmarkt.
© Verlag Christian Brandstätter – Duncan J. D. Smith

I. Bezirk (Innere Stadt), Fleischmarkt 7.

Eine der hartnäckigsten und liebenswürdigsten Wiener Mythen ist jene der Abhängigkeit vom Kaffee (im Durchschnitt pro Person mehr als ein halber Liter pro Tag!). Viele Jahre lang erzählte man sich die Geschichte, unter den Dingen, die die Türken bei ihrem Abzug nach der 2. Türkenbelagerung zurückließen, sei ein Sack mit seltsamen grünen Bohnen gefunden worden. Zuerst hielt man sie für Kamelfutter, doch dann wollte sie ein polnischer Abenteurer namens Georg Franz Kolschitzky (1640-1694) als Belohnung haben. Er hatte seine Kenntnisse der Türkei und des Türkischen benutzt, um durch die feindlichen Linien zu kommen, und Kundschaft von der nahenden Befreiung Wiens gebracht. Die Belohnung schien kärglich, doch Kolschitzky wusste, dass er die Bohnen rösten, daraus einen Trank brauen und damit ein Vermögen machen konnte. Seine Statue in türkischer Tracht, einen orientalischen Kaffeetopf in der Hand, ist Ecke Favoritenstraße/Kolschitzkygasse im IV. Bezirk (Wieden) zu sehen.

Allerdings: Es stimmt zwar, dass in Wien seit dem späten 17. Jahrhundert Kaffee serviert wird, doch die Anfänge waren etwas prosaischer. Das erste Kaffeehaus der Welt stand 1554 in Istanbul, das erste in Europa in Venedig (1647), dann folgten London (1652), Paris (1660) und Hamburg (1677). Erst 1685 erteilte Kaiser Leopold I. (1658-1705) einem armenischen Händler namens Johannes Deodatus (der Ort seines ersten Ladens wird durch eine Wandtafel in der Rotenturmstraße 14 bezeichnet) die Erlaubnis, in Wien Kaffee und Tee zu verkaufen. Trotz dieses späten Beginns waren es die Wiener, die das Kaffeetrinken zu einer hohen Kunst erhoben und in etwa dreißig Variationen erfanden, die in den vielen Kaffeehäusern der Stadt heute noch zu haben sind. Vom originalen süßen Türkischen, der im kleinen Kupferkännchen serviert wird, bis zur Mélange mit geschäumter Milch gibt es einen Kaffee und ein Kaffeehaus für jeden Geschmack.

Beinahe ein Synonym für Kaffee ist in Wien der Name Julius Meinl, Händler von grünen und gerösteten Kaffeebohnen seit 1862. 1891 baute er eine spezialisierte Rösterei an derselben Stelle, wo der türkische Großwesir Kara Mustafa 1683 sein Lager aufgegeben hatte. Am Fleischmarkt 7 befindet sich das alte Büro der Firma, erbaut 1899, an der Fassade die stolze Inschrift „Julius Meinl’s Kaffee Importe“. Die Reliefs am Haus zeigen in etwas romantisierenden Szenen, wie Kaffee gepflanzt, geerntet und per Schiff nach Europa transportiert wird, begleitet von dahinsegelnden Möwen. Die drei Wappen sind jene der drei großen Hafenstädte Hamburg, Triest und London. 1939 gab es 1000 Meinl-Geschäfte, alle zu erkennen am Meinl-Mohren mit dem Fes; er symbolisierte hervorragende Qualität. Noch heute importiert und röstet Meinl viele Kaffeesorten, die im Gourmetgeschäft am Graben zu haben (oder über www.meinl.com zu bestellen) sind. An der Ecke zu Nummer 16 ist der – aus welchen Gründen auch immer weiß angemalte – Meinl-Mohr zu sehen.

Bevor Sie die Büros am Fleischmarkt verlassen, achten Sie auf die Tafel am Eingang, die darauf hinweist, dass Billy Wilder (1906-2002) als Schuljunge hier wohnte. Er wurde ein berühmter Regisseur und Drehbuchautor in den USA; am bekanntesten sind seine Filme „Das verflixte siebte Jahr“, „Double Indemnity“ („Frau ohne Gewissen“), „Sunset Boulevard“ und natürlich „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe.

auszugsweise aus

Duncan J. D. Smith; Nur in Wien
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith

„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart.

mit freundlicher Genehmigung

Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at

Streben nach dem kulinarischen Glück

Über fünf Generationen und 120 Jahre bauten Meinls ein über weite Teile Europas reichendes Filialnetz auf. In Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, der Tschechoslowakei war Meinl präsent, in Deutschland, Italien und am stärksten natürlich in Österreich. Meinl wurde zum Synonym für Qualitätskaffee nach Wiener Art. Meinl stand aber bald ganz allgemein für Genusskultur. Neben Kaffee importierte das Handelshaus auch Tee, Schokolade und Kakao von höchster Qualität. Olivenöl wurde aus Nizza eingeführt. Wein aus allen großen Herkunftsländern von Frankreich über Spanien bis Italien, Deutschland und Ungarn selektierte Meinl für sein Delikatessenangebot.


Nicht nur im Import, sondern auch bei der Veredelung von Genussmitteln
entwickelte Meinl größte Ambitionen. Im Bild ein Blick in die 1905 in der
Wiener Heigerleinstraße eingerichtete Schokoladenfabrik.

Bis dahin unbekannte Spezialitäten wie der nahrhafte Maltin-Kakao wurden von Meinl entwickelt. Große Marken wie Obi-Fruchtsaft wurden von Meinl etabliert. In Meinl-Fabriken wurden Kekse gebacken und Marmeladen gekocht, in eigenen Kellern französischer Weinbrand gereift, in einer eigenen „Colonialen Likörfabrik“ hochgeistige Getränke angesetzt. Anfang des letzten Jahrhunderts hatte Meinl bis zu 600 Bauern unter Vertrag und betrieb selbst eine umfangreiche Landwirtschaft einschließlich Fischzucht.


Meinl prägte mit seinen kunstvollen Verpackungen und Plakaten auch das Bild der Stadt. Das Foto aus 1931 zeigt den Maler und Illustrator Otto Exinger bei einer öffentlich aufgeführten Plakatgestaltung.

Zeitweilig war Meinl auch gastronomisch tätig. In Prag besaß man das höchst angesehene Restaurant Joseph Lippert, das auf dem Niveau von Austern, Lachs, Kaviar betrieben wurde. Das am Wiener Stephansplatz domizilierte Weinrestaurant Churhauskeller – mit vorzüglichem französischem Küchenchef! – war Teil des Meinl-Konzerns. Und am Kärntnertor wurde volksnah eine Imbissstube unterhalten.


Eine Berliner Meinl-Filiale aus den Zwanzigerjahren. Das Unternehmen war auch in Ungarn, der Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien, Polen, Serbien, Kroatien und Italien präsent.

Tempora mutantur – aus Kolonialwarenhandlungen wurden Delikatessengeschäfte, aus Delikatessengeschäften wurden Selbstbedienungsläden, daraus Supermärkte. Die Wertschätzung für edle Genussmittel, die Kenntnisse über kulinarische Spezialitäten verloren sich in einem Zeitgeist, in dem das Uniforme zum kleinen Preis beliebtedie nockerr war als das fachkundig Auserwählte. Ende des vorigen Jahrhunderts gingen die Läden des bis zuletzt der Qualität verschriebenen Meinl-Konzerns in anderen Supermarktketten auf. Bestehen blieb die Marke Meinl für Kaffee und andere Genussmittel. Es blieb auch und vor allem der „Meinl am Graben“ – das attraktivste und weitläufigste Delikatessenhaus des Landes, ein Dorado für Genießer.


Innenansicht der Meinl-Filiale Ecke Kärntner Straße und Kärntner Ring.
Ein Ort höchster Genusskultur schräg vis-à-vis einer
weltbekannten Hochkultur-Institution, der Wiener Oper.

Julius Meinl – eine Genussgeschichte

Bild: Julius Meinl am Graben

Die Geschichte

Im Namen des Mohren

An den zwei Produktionsstandorten Wien (Österreich) und Vicenza (Italia) erfolgt die Verarbeitung der hochqualitativen Kaffeesorten. Neben der Kaffeeproduktion sind auch der Standort Julius Meinl am Graben, Meinl Internet Commerce (die unter www.meinl.com Meinl Qualitätsprodukte weltweit im Online Shop anbietet) sowie die Meinl Bank Teil der Julius Meinl Gruppe.

Erfolg seit 1862

1862, als Julius Meinl I. am Fleischmarkt im Zentrum Wiens, sein Gewürzwarengeschäft eröffnete, wurde der Grundstein für die Meinl Erfolgsgeschichte gelegt. Er war der Erste, der Rohkaffee bereits in fertig gerösteter Form angeboten hat und ersparte durch diese Innovation vielen Konsumenten das oft mühsame Rösten der grünen Kaffeebohnen am eigenen Herd und stand dadurch erstmals für gleich bleibende Qualität. Seit damals ist der Name Julius Meinl Synonym für Erfahrung, Tradition und Produkte von höchster Qualität.

auszugsweise aus

www.meinlkaffee.at

Von Julius Meinl bis Billy Wilder

© Verlag Christian Brandstätter – Duncan J. D. Smith

Bild: Fassade der früheren Kaffee-Importfirma Julius Meinl am Fleischmarkt.
© Verlag Christian Brandstätter – Duncan J. D. Smith

I. Bezirk (Innere Stadt), Fleischmarkt 7.

Eine der hartnäckigsten und liebenswürdigsten Wiener Mythen ist jene der Abhängigkeit vom Kaffee (im Durchschnitt pro Person mehr als ein halber Liter pro Tag!). Viele Jahre lang erzählte man sich die Geschichte, unter den Dingen, die die Türken bei ihrem Abzug nach der 2. Türkenbelagerung zurückließen, sei ein Sack mit seltsamen grünen Bohnen gefunden worden. Zuerst hielt man sie für Kamelfutter, doch dann wollte sie ein polnischer Abenteurer namens Georg Franz Kolschitzky (1640-1694) als Belohnung haben. Er hatte seine Kenntnisse der Türkei und des Türkischen benutzt, um durch die feindlichen Linien zu kommen, und Kundschaft von der nahenden Befreiung Wiens gebracht. Die Belohnung schien kärglich, doch Kolschitzky wusste, dass er die Bohnen rösten, daraus einen Trank brauen und damit ein Vermögen machen konnte. Seine Statue in türkischer Tracht, einen orientalischen Kaffeetopf in der Hand, ist Ecke Favoritenstraße/Kolschitzkygasse im IV. Bezirk (Wieden) zu sehen.

Allerdings: Es stimmt zwar, dass in Wien seit dem späten 17. Jahrhundert Kaffee serviert wird, doch die Anfänge waren etwas prosaischer. Das erste Kaffeehaus der Welt stand 1554 in Istanbul, das erste in Europa in Venedig (1647), dann folgten London (1652), Paris (1660) und Hamburg (1677). Erst 1685 erteilte Kaiser Leopold I. (1658-1705) einem armenischen Händler namens Johannes Deodatus (der Ort seines ersten Ladens wird durch eine Wandtafel in der Rotenturmstraße 14 bezeichnet) die Erlaubnis, in Wien Kaffee und Tee zu verkaufen. Trotz dieses späten Beginns waren es die Wiener, die das Kaffeetrinken zu einer hohen Kunst erhoben und in etwa dreißig Variationen erfanden, die in den vielen Kaffeehäusern der Stadt heute noch zu haben sind. Vom originalen süßen Türkischen, der im kleinen Kupferkännchen serviert wird, bis zur Mélange mit geschäumter Milch gibt es einen Kaffee und ein Kaffeehaus für jeden Geschmack.

Beinahe ein Synonym für Kaffee ist in Wien der Name Julius Meinl, Händler von grünen und gerösteten Kaffeebohnen seit 1862. 1891 baute er eine spezialisierte Rösterei an derselben Stelle, wo der türkische Großwesir Kara Mustafa 1683 sein Lager aufgegeben hatte. Am Fleischmarkt 7 befindet sich das alte Büro der Firma, erbaut 1899, an der Fassade die stolze Inschrift „Julius Meinl’s Kaffee Importe“. Die Reliefs am Haus zeigen in etwas romantisierenden Szenen, wie Kaffee gepflanzt, geerntet und per Schiff nach Europa transportiert wird, begleitet von dahinsegelnden Möwen. Die drei Wappen sind jene der drei großen Hafenstädte Hamburg, Triest und London. 1939 gab es 1000 Meinl-Geschäfte, alle zu erkennen am Meinl-Mohren mit dem Fes; er symbolisierte hervorragende Qualität. Noch heute importiert und röstet Meinl viele Kaffeesorten, die im Gourmetgeschäft am Graben zu haben (oder über www.meinl.com zu bestellen) sind. An der Ecke zu Nummer 16 ist der – aus welchen Gründen auch immer weiß angemalte – Meinl-Mohr zu sehen.

Bevor Sie die Büros am Fleischmarkt verlassen, achten Sie auf die Tafel am Eingang, die darauf hinweist, dass Billy Wilder (1906-2002) als Schuljunge hier wohnte. Er wurde ein berühmter Regisseur und Drehbuchautor in den USA; am bekanntesten sind seine Filme „Das verflixte siebte Jahr“, „Double Indemnity“ („Frau ohne Gewissen“), „Sunset Boulevard“ und natürlich „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe.

auszugsweise aus

Duncan J. D. Smith; Nur in Wien
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith

„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart.

mit freundlicher Genehmigung

Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at

Streben nach dem kulinarischen Glück

Das große Julius Meinl Kochbuch – © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.

Über fünf Generationen und 120 Jahre bauten Meinls ein über weite Teile Europas reichendes Filialnetz auf. In Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, der Tschechoslowakei war Meinl präsent, in Deutschland, Italien und am stärksten natürlich in Österreich. Meinl wurde zum Synonym für Qualitätskaffee nach Wiener Art. Meinl stand aber bald ganz allgemein für Genusskultur. Neben Kaffee importierte das Handelshaus auch Tee, Schokolade und Kakao von höchster Qualität. Olivenöl wurde aus Nizza eingeführt. Wein aus allen großen Herkunftsländern von Frankreich über Spanien bis Italien, Deutschland und Ungarn selektierte Meinl für sein Delikatessenangebot.

Das große Julius Meinl Kochbuch – © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.

Nicht nur im Import, sondern auch bei der Veredelung von Genussmitteln
entwickelte Meinl größte Ambitionen. Im Bild ein Blick in die 1905 in der
Wiener Heigerleinstraße eingerichtete Schokoladenfabrik.

Bis dahin unbekannte Spezialitäten wie der nahrhafte Maltin-Kakao wurden von Meinl entwickelt. Große Marken wie Obi-Fruchtsaft wurden von Meinl etabliert. In Meinl-Fabriken wurden Kekse gebacken und Marmeladen gekocht, in eigenen Kellern französischer Weinbrand gereift, in einer eigenen „Colonialen Likörfabrik“ hochgeistige Getränke angesetzt. Anfang des letzten Jahrhunderts hatte Meinl bis zu 600 Bauern unter Vertrag und betrieb selbst eine umfangreiche Landwirtschaft einschließlich Fischzucht.

Das große Julius Meinl Kochbuch – © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.

Meinl prägte mit seinen kunstvollen Verpackungen und Plakaten auch das Bild der Stadt. Das Foto aus 1931 zeigt den Maler und Illustrator Otto Exinger bei einer öffentlich aufgeführten Plakatgestaltung.

Zeitweilig war Meinl auch gastronomisch tätig. In Prag besaß man das höchst angesehene Restaurant Joseph Lippert, das auf dem Niveau von Austern, Lachs, Kaviar betrieben wurde. Das am Wiener Stephansplatz domizilierte Weinrestaurant Churhauskeller – mit vorzüglichem französischem Küchenchef! – war Teil des Meinl-Konzerns. Und am Kärntnertor wurde volksnah eine Imbissstube unterhalten.

Das große Julius Meinl Kochbuch – © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.

Eine Berliner Meinl-Filiale aus den Zwanzigerjahren. Das Unternehmen war auch in Ungarn, der Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien, Polen, Serbien, Kroatien und Italien präsent.

Tempora mutantur – aus Kolonialwarenhandlungen wurden Delikatessengeschäfte, aus Delikatessengeschäften wurden Selbstbedienungsläden, daraus Supermärkte. Die Wertschätzung für edle Genussmittel, die Kenntnisse über kulinarische Spezialitäten verloren sich in einem Zeitgeist, in dem das Uniforme zum kleinen Preis beliebtedie nockerr war als das fachkundig Auserwählte. Ende des vorigen Jahrhunderts gingen die Läden des bis zuletzt der Qualität verschriebenen Meinl-Konzerns in anderen Supermarktketten auf. Bestehen blieb die Marke Meinl für Kaffee und andere Genussmittel. Es blieb auch und vor allem der „Meinl am Graben“ – das attraktivste und weitläufigste Delikatessenhaus des Landes, ein Dorado für Genießer.

Das große Julius Meinl Kochbuch – © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.

Innenansicht der Meinl-Filiale Ecke Kärntner Straße und Kärntner Ring.
Ein Ort höchster Genusskultur schräg vis-à-vis einer
weltbekannten Hochkultur-Institution, der Wiener Oper.

Der Graben ist Wiens Prachtboulevard. In repräsentativer Breite angelegt, gesäumt von Palais und architektonischen Sehenswürdigkeiten, angenehm verziert von Brunnen und demutsvoll ausgestattet mit der Pestsäule zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit führt er vom Platz am Stephansdom zum Kohlmarkt, der wieder die Verbindung zur Hofburg, der Stadtresidenz der Habsburger, herstellt. Als Schlussstück dieses stimmungsvollen Straßenzuges überblickt das Haus Graben 19 würdig und doch leicht in seiner Anmutung eine Schaubühne der gepflegten Wiener Lebensart. Von hier aus lässt sich eine Melange aus Tradition und Moderne, aus Umtriebigkeit und Zeitvergessenheit, aus dem Ineinander von typisch wienerischen Stadtleben und touristischer Erkundung beobachten, die den Reiz dieser Stadt heute mitbestimmt. Sie lässt sich bei Champagner, edlem Wein und erlesenen Gourmandisen beobachten, denn im Haus Graben 19 ist mit dem „Meinl am Graben“ nicht nur das umfänglichste Delikatessenangebot des Landes arrangiert, sondern auch eines der vorzüglichsten Restaurants von Wien und Österreich eingerichtet. Seine Fenster sind auf den Graben, auf das Herz der Stadt hin ausgerichtet

auszugsweise aus

Das große Julius Meinl Kochbuch
Joachim Gradwohl, Udo Kaubek
Seit mehr als 140 Jahren ist die Marke Julius Meinl Zeichen für Traditionsbewusstsein und höchste Standards. Kaffee & Tee in bester Qualität sind – nicht nur in Österreich – seit der Gründung der Firma Julius Meinl im Jahre 1862 untrennbar mit dem Namen Meinl verbunden. Mitten im Herzen Wiens befindet sich Julius Meinl am Graben, kulinarisches Gesamtkunstwerk und Österreichs erste Adresse für Gourmets und Genießer. Hier kocht Joachim Gradwohl, vielfach ausgezeichneter »Koch des Jahres 2007«. Seine wunderbar leichten, perfekt verfeinerten Rezepte sind ein ambitioniertes Plädoyer für bewusstes Genießen, ein Dialog zwischen Tradition und Innovation, zwischen Wiener und internationaler Ausrichtung. Darüber hinaus bietet dieses Kochbuch das »Produkte-Know-how« jener Experten, die den österreichischen Gourmettempel am Graben ausstatten: Sie erfahren, worauf es bei der Auswahl von Käse, Schinken oder Fisch wirklich ankommt.

Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at

Julius Meinl am Graben
A 1010 Wien, Graben 19

+43-(0)1- 532 33 34

DharmeshKultigesJulius Meinl - eine Genussgeschichte Die Geschichte Im Namen des Mohren An den zwei Produktionsstandorten Wien (Österreich) und Vicenza (Italia) erfolgt die Verarbeitung der hochqualitativen Kaffeesorten. Neben der Kaffeeproduktion sind auch der Standort Julius Meinl am Graben, Meinl Internet Commerce (die unter www.meinl.com Meinl Qualitätsprodukte weltweit im Online Shop anbietet) sowie die...