Josefine Mutzenbacher

Wien zur Jahrhundertwende: Die geheimnisumwitterte Lady J., eine wohlhabende, angesehene Dame aus Amerika, besucht ihre Heimatstadt. Ministerialrat Marbach, der berühmte Autor eines Knigge für Sitte und Moral, wird zum passenden Begleiter für die noble Dame von Welt auserkoren und soll ihr Wien zeigen. Der Saubermann-Poet ahnt nicht, dass die ehrbare Lady an seiner Seite einst die berühmteste Hure der Stadt war.
Denn ehe sich Josefine in ihrem Bordell einen millionenschweren Amerikaner geangelt hatte, war das lebenslustige und fröhliche Mädchen der Traum aller Männer und predigte Lust und Liebe: Jeder, der sie bezahlte, durfte sie haben. Der arme Ministerialrat fällt von einer Ohnmacht in die andere, als er von Josefines Vorleben und Vorlieben erfährt und sie ihn, den Moralpapst, mit ihren Geschichten schockiert.

Josefine Mutzenbacher – Daten zum Film
Produktion: 1970
Deutschland / Österreich

Darsteller: Christine Schubert, Renate Kasche, Uli Steigberg,
Kurt Bülau, Bert Fortell, Kai Fischer

Musik: Gerhard Heinz
Produzent: Lisa Film
Drehbuch: Kurt Nachmann
Regie: Kurt Nachmann

Der Roman

Wenn mann bedenkt, dass das Jahr 365 Tage hat, und wenn man nur, gering gerechnet, den Tag mit drei Männern einschätzt. so macht das an elfhundert Männer im Jahr, macht in drei Jahrzehnten wohl dreiunddreißigtausend Männer. Es ist eine Armee. Und man wird es weder anraten noch wünschen, dass ich von jedem dieser Dreiunddreißigtausend einzeln
Rechenschaft ablege. Die Geschichte der Josefine Mutzenbacher erschien zum ersten Male im Jahre 1906 als Privatdruck in einer einmaligen Auflage von 1000 Exemplaren. Obwohl Josefine Mutzenbacher wirklich gelebt hat, ist es unwahrscheinlich, dass es sich hier um ihre eigenen Aufzeichnungen handelt. Die literarische Qualität nährte vielmehr den Verdacht, der Wiener Schriftsteller Felix Salten sei der Autor. Auch Arthur Schnitzler wurde als Verfasser genannt, und seltsamerweise hat keiner der beiden seine Urheberschaft ausdrücklich abgestritten. Deutlich hebt sich dieses Buch aus der Flut der gängigen Erotica heraus, einmal durch den sozialen Hintergrund und die atmosphärische Dichte des Wienerischen, zum anderen durch das literarische Stilgefühl des Autors, der das Buch über den Voyeurismus hinaus zu einer Parodie auf die pornographische Literatur der Zeit macht.

aus www.buchidee.de

aus www.aeiou.at – Video Album

© Copyright:
Schriftstellerkongreß in Wien
Hersteller: unbekannt
Österreich, 1928-34
Felix Salten bei einem Schriftstellerkongreß in Wien,um 1930

Felix Salten

Felix Salten wurde 1869 unter dem Namen Siegmund Salzmann als Sohn eines ungarischen Ingenieurs in der Stadt Pest (heute Bestandteil von Budapest) geboren. Die Familie entstammt einer langen Reihe von Rabbinern. Sie siedelte kurz nach der Geburt von Felix nach Wien über. Wegen der Schulden seines Vaters musste er schon von Kindheit an für die Familie sorgen. Das führte dazu, dass er das Gymnasium früh verlassen musste.
Er arbeitete dann bei der Phönix-Versicherung. Nebenbei schrieb er unter dem Pseudonym Felix Salten für mehrere Zeitungen Kurzgeschichten. 1896 übernahm Felix Salten nach Theodor Herzl die Stelle des Feuilletonchefs bei der „Wiener Allgemeinen Zeitung“. Ab etwa 1900 war er bei allen wichtigsten Zeitungen in Österreich und Deutschland tätig.

Felix Salten machte sich durch ungewöhnliche Tierromane einen Namen. Seine tiefe Tierliebe spiegelte sich dabei in seinen Büchern wider. Zwar ist Felix Salten nicht der einzige, der Tiere in seinen Geschichten reden lässt. Dem Österreicher gelang jedoch das Kunststück, seine „Helden“ zu fast menschlichen Wesen zu machen, ohne sie zu verniedlichen oder die Realität zu beschönigen. Das gilt auch für sein Erfolgswerk Bambi, das erstmals 1923 erschien.

Felix Salten gilt übrigens als Autor des weltbekannten Wiener Dirnenromans Josefine Mutzenbacher, der 1906 im Privatdruck mit einer Auflage von 1.000 Stück erschienen ist. Zu diesem Roman gibt es übrigens auch heute noch einen unterhaltsamen Stadtspaziergang, der die Hintergründe des Romans interessierten Besuchern und Lesern aufzeigt.

1927 bis 1933 war Felix Salten Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. Er emigrierte 1939 in die Schweiz und ging später nach Hollywood, bevor er schließlich Zürich als endgültigen Wohnsitz wählte. Dort starb der Autor von Bambi im Jahr 1945. Die erfolgreiche Zeichentrick-Verfilmung seines Kinderbuches unter dem Titel Bambi durch Walt Disney durfte er noch erleben.

aus www.familie-im-web.de

Rathauskorrespondenz vom 19.1.2006:
Jüdisches Museum: Ausblick auf zukünftige Ausstellungen 2006

Mehr als „Bambi“: Das Werk Felix Saltens
Einem ebenso ungewöhnlich vielfältigen Mann widmet das Jüdische Museum von 9. Juli bis 22. Oktober eine Schau: Die Rede ist von Felix Salten (1869 – 1945), der in der Nachwelt vor allem als Erfinder der Tierfigur „Bambi“ in Erinnerung geblieben ist. Salten, der auch den deutschsprachigen Erotik-Klassiker „Josefine Mutzenbacher“ verfasst hat, wirkte auch als Operetten-Librettist, Reiseschriftsteller, Drehbuchautor und Kabarett-Schriftsteller. Die Schau, deren endgültiger Titel derzeit noch nicht fest steht, widmet sich aber nicht nur dem unbekannten Leben Saltens, sondern verhandelt anhand seiner Person auch Themen wie Erotik, Etablierung urbaner Kultur oder Zionismus.

auszugsweise aus

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