Wieden
4. Bezirk
Fläche: 1,83 km²
Einwohner: 31.410 (1991)
28.354 (2001)
30.439 (2005)

Allgemeine Informationen


Margaretenstraße 23, 1903
Bild aus „August Stauda – Ein Dokumentarist des alten Wien“
erschienen im Verlag Christian Brandstätter – zur Buchbeschreibung

1850 aus den Vorstädten W., Schaumburgergrund (ab 1813 Vorstadt, Name von den Grafen Schaumburg, die hier schon im 15. Jh. Grundherren waren) und Hungelbrunn (urk. 14. Jh., urspr. nur Weingärten, ab 1801 Verbauung) gebildet. Die urspr. Siedlung von W. entstand in der 2. Hälfte des 12. Jh.; sie erstreckte sich am Wienfluss entlang bis zum Karlsplatz. 1211 urk. als „Widem“ im Zusammenhang mit der Errichtung des Heiligengeistspitals erwähnt (Name von „Widum“ = Ausstattungsgut einer Kirche), später „Wr. Vorstadt an der Wien“ genannt. Vor dem Ansturm der Türken 1529 wurde die bereits stark besiedelte Vorstadt niedergebrannt, ebenso 1683. Der Hauptausbau begann im 18. Jh. (Karlskirche, Adelspaläste). 1861 wurde Margareten abgetrennt und zum neugebildeten 5. Bezirk gemacht; 1874 wurden die jenseits der Gürtelstraße gelegenen Teile zum 10. Bezirk Favoriten. Hauptverkehrsader ist die Wiedner Hauptstraße, die wichtigste Ausfallstraße nach S.


Eines der Ziegelwerke innerhalb des Linienwalls

Text auszugsweise aus

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Magistratisches Bezirksamt:
zur Übersicht: Magistratische Bezirksämter

Berühmte Bewohner

„Auf der Wieden“, wie die Wiener sagen, wohnten und wohnen viele prominente Vertreter von Kunst und Kultur. Außer dem oben erwähnten Wolfgang Amadeus Mozart wohnte ein weiterer Opernkomponist, Christoph Willibald Gluck, im Bezirk. Der 1714 in der Oberpfalz geborene Musiker lebte und starb (1787) im Haus Wiedner Hauptstraße 32. Franz Schubert (geboren 1797) starb 1828 in dem im selben Jahr erbauten Haus Kettenbrückengasse 6 als Untermieter bei seinem Bruder. Das Haus ist als Gedenkstätte eingerichtet. Johann Strauß (Sohn) erbaute in der heutigen Johann Strauß-Gasse 1876-78 ein zweistöckiges Palais. Im Garten stand ein Brunnen mit Donauweibchen-Figur. Berühmt waren die Johann-Strauß-Abende im Musiksalon des Hauses. Das Johann-Strauß-Theater war die erste und einzige Bühne Wiens, die als Operettentheater errichtet wurde (1908). Das Haus am Anfang der Favoritenstraße wurde 1931 in ein Kino umgestaltet und erhielt den Namen „Scala“. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Scala der sowjetischen Besatzungsmacht als Theater. 1960 wurde das Gebäude abgerissen. Der Komponist Johannes Brahms (geboren 1833) lebte von 1872 bis zu seinem Tod im Jahre 1897 in der Karlsgasse 4. Das Brahmsdenkmal auf dem Karlsplatz und der Brahmsplatz erinnern an sein Wirken.


Karl Kraus
(1874 – 1936)

Von 1912 bis zu seinem Tod 1936 wohnte Karl Kraus (geboren 1874) in dem großen Straßenpalais Lothringer Straße 6. Eine Gedenktafel erinnert an den scharfzüngigen Dichter und Kritiker. Weitere Gedenkstätten sind das Wohnhaus Hans Makarts (1840-1884) und das Atelier Anton Dominik von Fernkorns (1813-1878) im Hinterhof des alten Elektrotechnischen Instituts in der Gusshausstrasse (so genannt nach einer dort früher bestehenden Kanonengießerei und dem späteren Atelier Fernkorns). Die berühmtesten Vertreter aus dem Bereich der Politik sind Bürgermeister Karl Lueger (1844-1910) und Bruno Kreisky (1911-1990). Karl Lueger wurde als Sohn eines Aufsehers am Polytechnischen Institut geboren und wuchs auf der Wieden auf. Bruno Kreisky verbrachte seine Jugend in der Rainergasse und begann sich fünfzehnjährig im Heim der Sozialistischen Arbeiterjugend, Wiedner Hauptstraße 60b, politisch zu engagieren.

Textauszug aus

Diem, Peter – Göbl Michael – Saibel, Eva
Die Wiener Bezirke
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeiten, ihre Wappen

Deuticke Verlag
ISBN: 3852234638

Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
des Deuticke Verlages

DharmeshWiener BezirkeWieden 4. Bezirk Fläche: 1,83 km² Einwohner: 31.410 (1991) 28.354 (2001) 30.439 (2005) Allgemeine Informationen 1850 aus den Vorstädten W., Schaumburgergrund (ab 1813 Vorstadt, Name von den Grafen Schaumburg, die hier schon im 15. Jh. Grundherren waren) und Hungelbrunn (urk. 14. Jh., urspr. nur Weingärten, ab 1801 Verbauung) gebildet. Die urspr. Siedlung von W. entstand in der 2. Hälfte...