Neubau
7. Bezirk
Fläche: 1,61 km²
Einwohner: 30.396 (1991)
28.292 (2001)
29.812 (2005)

Allgemeine Informationen


Mariahilfer Straße 40, 1904/05
Bild aus „August Stauda – Ein Dokumentarist des alten Wien“
erschienen im Verlag Christian Brandstätter – zur Buchbeschreibung

Neubau liegt auf einem Höhenzug, der von der Innenstadt zw. Wienfluss und dem eingewölbten Ottakringerbach nach W streicht. 1850 aus den Vorstädten N. (1315 als Neustift erw., 1632 als Neubau), St. Ulrich (1202 als Zeismannsbrunn erw., 1302 als St. Ulrich), Spittelberg (ab 1675 als „Krowatendörfel“ entstanden) und Schottenfeld sowie Lerchenfeld gebildet. Erlebte mit dem Bau von Band- und Seidenfabriken im 18. Jh. einen starken Aufschwung und wurde danach dicht verbaut; die teilw. noch erhaltenen Alt-Wr. Vorstadtgassen und -häuser charakterisieren N. ebenso wie die Konzentration von Kleingewerbe und Handel (bes. Möbel). Seither kamen v. a. große Warenhäuser an der Mariahilfer Straße (Grenze gegen den 6. Bez. Mariahilf) und Büros der Filmbranche hinzu.


Das alte Warenhaus Gerngroß (fertiggestellt 1904)

Text auszugsweise aus

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Magistratisches Bezirksamt:
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Berühmte Bewohner

Wie Ottakring und Lerchenfeld waren auch die Neubauer Bezirksteile Zentren des Wiener Volksliedes. Das populäre Lied vom „Lieben Augustin“ gehört in die Kategorie des Bänkelgesanges. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach den Franzosenkriegen, erklangen in den Wirtshäusern am Spittelberg sehr derbe Lieder, meist Vierzeiler. Sie wurden 1924 als „Spittelberglieder“ herausgegeben.

Berühmte Vokssänger wie Ignaz Nagel (1831-1872) und Anton Amon (1833-1896), Begründer des politischen Wiener Liedes, waren am Neubau zu Hause. Überhaupt war der Bezirk ein Hort der Wiener Musik. Der Komponist und Kapellmeister Michael Pamer (1782-1827), geboren im Haus Neustiftgasse 5, war der Entdecker Josef Lanners (1801-1843), den er mit nur 13 Jahren als Geiger engagierte. Von den Weisen seines Lehrers inspiriert, sollte Josef Lanner, geboren im Haus Mechitaristengasse 5, zusammen mit dem in der Lerchenfelderstraße 15 zur Welt gekommenen und in St. Ulrich getauften Johann Strauß (Sohn, 1825-1899) den Siegeszug des Wiener Walzers begründen. Ein weiterer Vertreter der „Silbernen Ära der Wiener Operette“, Carl Michael Ziehrer (1843-1922), wurde in der Westbahnstraße 4 geboren.


Fritz Hochwälder
(1911 – 1986)

Der Schriftsteller Fritz Hochwälder (1911-1986) kam in der Westbahnstraße 3 zur Welt. Anton Wildgans schrieb ein Gedicht über das Haus seines Großvaters in der Lerchenfelder Straße 3: „Doch im alten (Haus) habe ich gelebt und mein Vater ist darin gestorben…“

Gustav Klimt, 1862 als Sohn eines Neubauer Goldgraveurs geboren, wohnte in der Westbahnstraße 36. Sein Zeitgenosse Otto Wagner (1841-1918) baute sein letztes Wohnhaus 1911 in der Döblergasse 4 (beim Nordende der Neubaugasse). In zwei Ausstellungsräumen werden dort Entwürfe und Originalmöbel Otto Wagners gezeigt.

Karl Farkas (1893-1971), ein prominenter Neubauer jüngerer Zeit, verbrachte seine letzten Lebensjahre im Haus Neustiftgasse 67-69, ehemals ein Theater.

Textauszug aus

Diem, Peter – Göbl Michael – Saibel, Eva
Die Wiener Bezirke
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeiten, ihre Wappen

Deuticke Verlag
ISBN: 3852234638

Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
des Deuticke Verlages

DharmeshWiener BezirkeNeubau 7. Bezirk Fläche: 1,61 km² Einwohner: 30.396 (1991) 28.292 (2001) 29.812 (2005) Allgemeine Informationen Neubau liegt auf einem Höhenzug, der von der Innenstadt zw. Wienfluss und dem eingewölbten Ottakringerbach nach W streicht. 1850 aus den Vorstädten N. (1315 als Neustift erw., 1632 als Neubau), St. Ulrich (1202 als Zeismannsbrunn erw., 1302 als St. Ulrich), Spittelberg (ab 1675 als...