Alsergrund

9. Bezirk
Fläche: 2,99 km²
Einwohner: 40.416 (1991)
37.816 (2001)
39.577 (2005)

Allgemeine Informationen


Fechtergasse 16 – Blick in den Hinterhof, 1903
Bild aus „August Stauda – Ein Dokumentarist des alten Wien“
erschienen im Verlag Christian Brandstätter – zur Buchbeschreibung

an der unteren Als ( Alserbach), zw. Alserstraße und Donaukanal. 1862 erfolgte die Vereinigung der Alservorstadt und anderer Vorstädte (Roßau, Althangrund, Thury, Lichtenthal, Himmelpfortgrund, Michelbeuern) zum 9. Wr. Bez. Zahlr. öffentl. Einrichtungen v. a. im Spitals- und Univ.-Viertel. Allg. Krankenhaus (Altes Allg. Krankenhaus, 1784 von Joseph II. eröffnet, seit 1997 Universitätscampus; Neues Allg. Krankenhaus, seit 1904; Neues AKH, im Vollbetrieb seit 1992/93), Josephinum (1783-85, heute Inst. f. Geschichte d. Medizin), Inst.-Gebäude der Univ. Wien; Nationalbank (1913-25); Servitenkirche (err. 1651-77) mit Peregrini-Kapelle (Fresken von J. A. Mölk), Lichtentaler Pfarrkirche („Schubertkirche“, err. ab 1712), Votivkirche (1856-79 von H. Ferstel erbaut), Canisiuskirche (1899-1903); Geburtshaus von F. Schubert (Schubertmus.), Roßauer Kaserne (1865-70, Verkehrsleitzentrale der Polizei und andere Dienststellen von Polizei und Bundesheer), Palais Liechtenstein (1691-1711) mit Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Volksoper (1898), Franz-Josefs-Bahnhof, Biologiezentrum der Univ. Wien und Wirt.-Univ. (seit 1982), Bundesamtsgebäude (Verkehrsamt), Müllverbrennungsanlage und Fernheizwerk Spittelau (1969 eröffnet, nach Brand seit 1990 wieder in Betrieb, 460 MWh, künstler. Gestaltung durch F. Hundertwasser).


Der sogenannte „Narrenturm“ im Bereich des „Alten AKH“ (1783)

Text auszugsweise aus

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Magistratisches Bezirksamt:
zur Übersicht: Magistratische Bezirksämter

Berühmte Bewohner

Der 9. Bezirk war der Wohnort berühmter Musiker, Dichter und Denker. Franz Schubert (1797-1828) wurde am 31. Jänner im Haus Nußdorfer Straße 54 geboren. Das „Zum roten Krebsen“ genannte Haus mit den Pawlatschengängen ist typisch für seine Zeit. Es ist das Schubertmuseum. Auch das Haus Säulengasse 3 ist ein Schubert-Haus. Das gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Haus war die Schule, in der Franz Schuberts Vater Lehrer war. Die Familie lebte dort bis 1818. Der Schubertbrunnen Ecke Liechtenseinstraße/Alserbachstraße mit dem „Lauschenden Mädchen“ wurde 1928 anlässlich des 100. Todestages des Komponisten errichtet.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) wohnte in seinen beiden letzten Lebensjahren im Schwarzspanierhof (heute steht dort das Haus Schwarzspanierstraße 15). Auch der Dichter Nikolaus Lenau (1802-1850) lebte eine Zeit lang in diesem Haus. Über dem Haustor des Neubaus (1904) sind die Büsten der Künstler angebracht. Die erste Wiener Wohnung des Komponisten Anton Bruckner (1824-1896) befand sich in der Währinger Straße 41. Sigmund Freud (1856-1939) wohnte von 1891 bis zu seiner Emigration im Jahre 1938 im Haus Berggasse 19. Die Wohnung ist seit 1971 als Gedenkstätte zugänglich, das Museum wurde 1984 neu gestaltet.


Heimito von Doderer
(1896 – 1966)

Der Schriftsteller Heimito von Doderer (*1896), der den Alsergrund in seiner „Strudelhofstiege“ verewigte, lebte von 1956 bis zu seinem Tod im Jahre 1966 im Haus Währinger Straße 50. Erich Fried (1921-1988) wurde in der Alserbachstraße 11 geboren. Er wurde siebzehnjährig ins Londoner Exil vertrieben. Im November 1998, zehn Jahre nach seinem Tod, wurde das BRG 9 (Glasergasse 25) nach ihm benannt. Beiden Schriftstellern sind Gedenkstätten im Bezirksmuseum gewidmet, in dem auch eine sehenswerte Waschküche, Wirkungsstätte der legendären Wiener Wäschermädl, eingerichtet wurde. Der Romancier, Kritiker und Übersetzer Friedrich Torberg (1908-1979) wohnte in der Porzellangasse 36 und besuchte das Wasagymnasium bis zur 3. Klasse. Als einer der wenigen der zur Emigration gezwungenen jüdischen Intellektuellen schon 1951 nach Wien zurückgekehrt, wurde er vor allem durch die beiden humorvollen Erzählbände über die „Tante Jolesch“ (1975 und 1978) bekannt. In die Tradition von Heimito von Doderer gehört der leider früh verstorbene Journalist und Schriftsteller Jörg Mauthe (1924-1986), der in der Günthergasse 1 wohnte. Sein erster Roman „Die große Hitze“ erschien 1975. Mauthe ging 1978 in die Politik und wirkte als Gemeindrat und Stadtrat. 1991 wurde der Kreuzungsbereich Porzellangasse-Berggasse nach ihm „Jörg Mauthe-Platz“ benannt.

Textauszug aus

Diem, Peter – Göbl Michael – Saibel, Eva
Die Wiener Bezirke
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeiten, ihre Wappen

Deuticke Verlag
ISBN: 3852234638

Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
des Deuticke Verlages

DharmeshWiener BezirkeAlsergrund 9. Bezirk Fläche: 2,99 km² Einwohner: 40.416 (1991) 37.816 (2001) 39.577 (2005) Allgemeine Informationen an der unteren Als ( Alserbach), zw. Alserstraße und Donaukanal. 1862 erfolgte die Vereinigung der Alservorstadt und anderer Vorstädte (Roßau, Althangrund, Thury, Lichtenthal, Himmelpfortgrund, Michelbeuern) zum 9. Wr. Bez. Zahlr. öffentl. Einrichtungen v. a. im Spitals- und Univ.-Viertel. Allg. Krankenhaus (Altes Allg. Krankenhaus, 1784...