* 24. 6. 1883 Schloss Waldstein (Steiermark), † 17. 12. 1964 Mount Vernon bei New York (USA), Physiker, Nobelpreisträger für Physik 1936. 1908-20 Dozent an der Tierärztlichen Hochschule und Universität sowie Assistent am Institut für Radiumforschung in Wien; begann dort mit der Untersuchung der Absorption der Gammastrahlen des Radiums in der Luft. Stellte bei Ballonfahrten 1911/12 die so genannten Höhen- oder Ultrastrahlen fest, setzte dann die Forschung in Graz (1920/21,
1923-31, 1937/38) und Innsbruck (1931-37) fort. Gründete und leitete 1921-23 in Amerika ein Forschungslaboratorium, errichtete 1931 auf dem Hafelekar bei Innsbruck eine Forschungsstation zur Beobachtung der kosmischen Höhenstrahlung. Musste 1938 Österreich verlassen und lehrte danach an der Fordham University in New York. Er entwickelte selbst ein Gerät zur Messung von Gammastrahlen und studierte die Probleme des Strahlenschutzes (Radiumverbrennungen an der eigenen Hand). Hess schuf Grundlagen für die gesamte spätere Strahlungs- und Kernforschung. 1936 erhielt er für die Entdeckung und Erforschung der kosmischen Strahlung den Nobelpreis für Physik.