Joe Zawinul

(* 7. Juli 1932 in Wien; † 11. September 2007 in Wien; eigentlich Josef Erich Zawinul) war ein österreichischer Jazz-Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur und Bandleader.
Zawinul wuchs im Viertel Erdberg im Wiener Gemeindebezirk Landstraße auf. Ein Jugendfreund Zawinuls, der ebenfalls in Erdberg wohnte, war der spätere Bundespräsident Thomas Klestil. Diese Freundschaft hielt bis zu Klestils Tod an. Der aus einfachen Verhältnissen stammende

Zawinul erhielt als Kind wegen seiner offensichtlichen Hochbegabung kostenlosen Unterricht am Wiener Konservatorium und bereitete sich auf eine Karriere als klassischer Pianist vor (Studienfreund aus jenen Tagen war Friedrich Gulda). Als Siebzehnjähriger brach er die Vorbereitungen zu einem Klavierwettbewerb unvermittelt ab und wandte sich dem Jazz zu. Nach ersten Erfahrungen in der Combo von Vera Auer spielte er in der Johannes Fehring Big Band und war 1954 mit Hans Salomon Mitbegründer der Austrian All Stars. 1959 übersiedelte Zawinul in die USA, nachdem er sich erfolgreich um ein Stipendium an der Berklee School beworben hatte. Bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft wurde er als Liedbegleiter, wenig später als Pianist der Maynard Ferguson Band engagiert. Zawinul, der erstaunlich schnell von der schwarzen Musiker-Community als einer der Ihren akzeptiert wurde, heiratete bald das erste schwarze Playboy-Modell. Er wurde Pianist von Dinah Washington, die ihn ihrem Publikum als „Joe Vienna“ vorstellte, dann von 1962-1970 Mitglied der Band von Cannonball Adderley, für dessen Band er seinen ersten großen Hit „Mercy, Mercy, Mercy“ komponierte (entwickelt aus einer Begleitfigur für Dinah Washington). Im Jahr 1970 wurde dann zusammen mit dem Saxophonisten Wayne Shorter und dem Bassisten Miroslav Vitouš (später übernahm den Bass dann Jaco Pastorius) die legendäre Jazz-Rock-Formation Weather Report gegründet.

Joe Zawinul im Birdland
© P. Hofmann

Zawinul war einer der wenigen österreichischen Jazzmusiker von historischer internationaler Bedeutung. In Fachkreisen gilt er als einer der Innovatoren im Bereich der Elektrifizierung des Keyboard-Spiels. Jazzhistoriker erwähnen neben seinem Einfluss bei Julian Cannonball Adderley vor allem jene entscheidende Phase bei der Entwicklung des Fusion-Stils, die er Ende der 1960er Jahre zusammen mit Miles Davis vorangetrieben hat (bahnbrechende LP „In a silent way“, zu der er das Titelstück beisteuerte). Während der 1970er Jahre feierte er mit der Band Weather Report seine größten kommerziellen Erfolge, unter anderem 1977 den von ihm komponierten Welthit Birdland. Seit den 1990er Jahren entwickelte Zawinul mit seinem Ensemble, dem Zawinul Syndicate einen unverkennbaren Stil, der die Grenzen zwischen Jazz, Welt- und Tanzmusik auflöst. Laut eigener Aussage stammt der erste Hip-Hop-Beat von Joe Zawinul, er findet sich auf dem Weather-Report-Album Sweetnighter, im Stück 125th Street Congress.

Über Jahrzehnte erhielt Zawinul unzählige Auszeichnungen für sein Schaffen, darunter mehrere Grammys, unzählige Down-Beat-Readers‘-Poll-Gewinne, Amadeus, Hans-Koller-Preis, Ehrenring der Stadt Wien und Miles-Davis-Award. Am 24. November 2003 wurde die Musikschule Gumpoldskirchen in Joe-Zawinul-Musikschule umbenannt.

Zawinul Syndicate
© P. Hofmann

2004 eröffnete Zawinul in seinem Wiener Heimatbezirk einen neuen Jazz- und Musikclub „Birdland“, benannt wie der berühmte New Yorker Jazzclub der 1940er und 1950er Jahre und die populärste Komposition Zawinuls (von 1977). 2005 gründete er sein eigenes Label BirdJAM (BHM Music). 2001 und 2003 gewann er jeweils den Amadeus Austrian Music Award für das „Beste Jazz/Blues/Folk-Album des Jahres“. 2006 wurde Zawinul mit der Ehrenurkunde des „Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.“ ausgezeichnet. Am 11. September 2007 um 4 Uhr 55 starb Joe Zawinul im Wilhelminenspital in Wien.

Discographie – Alben

The rise & fall of the tird stream (1965), Money in the pocket (1966), Dialects (1986), Zawinul (1970), Concerto retitled (1970), Weather Report (1971), I Sing The Body Electric (1971), Live in Tokyo (1972), Sweetnighter (1973), Mysterious Traveller (1974), Tale Spinnin (1975), Black Market (1976), Heavy Weather (1977), Mr. Gone (1978), 8:30 (1979), Night Passage (1980), Weather Report (1982), Procession (1983), Domino Theory (1983), Sportin‘ Life (1984), This is This (1985), My People (1992), Stories of the Danube (1996), Mauthausen (2000), Faces and Places (2002), Forecast: Tomorrow (2006)

DharmeshMusikJoe Zawinul (* 7. Juli 1932 in Wien; † 11. September 2007 in Wien; eigentlich Josef Erich Zawinul) war ein österreichischer Jazz-Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur und Bandleader. Zawinul wuchs im Viertel Erdberg im Wiener Gemeindebezirk Landstraße auf. Ein Jugendfreund Zawinuls, der ebenfalls in Erdberg wohnte, war der spätere Bundespräsident Thomas Klestil....