Wiener Sängerknaben, berufen sich auf die Tradition der Hofsängerknaben, die ab dem Spätmittelalter (vor der Kapellreform von 1498) im Personalstand der Hofmusikkapelle nachgewiesen sind. Aufgabe der zirka 14-20 Knaben war die musikalische Gestaltung der Messe, sie unterstanden einem Kantor, später dem Hofkapellmeister. Aufgrund einer profunden musikalischen Ausbildung waren viele Wiener Sängerknaben auch nach dem Stimmbruch als Musiker tätig (die Brüder J. und M. Haydn, F. Schubert, F. Mottl, C. Krauss und andere). Mit der Auflösung der Hofmusikkapelle 1920 war auch das Ende der Kapellknaben gekommen, doch der damalige Rektor der Hofburgkapelle, J. Schnitt, setzte sich für eine Fortführung der Tradition ein. 1924 wurde das Sängerknabeninstitut neu als „Wiener Sängerknaben“ gegründet und kontinuierlich zu einem professionellen Musikbetrieb ausgebaut. Seit 1935 bestehen 4 Chöre, von denen jeweils einer den sonntäglichen Gottesdienst in der Wiener Burgkapelle betreut, während die übrigen für Konzerte, Welttourneen, Filme, Plattenaufnahmen usw. zur Verfügung stehen. Seit 1948 dient das Palais im Augarten den Wiener Sängerknaben als Internat und Übungsstätte. Die Wiener Sängerknaben unterstehen wie die Hofburgkapelle dem Unterrichtsministerium.