Das Technische Museum Wien bietet auf einer Fläche von etwa
22.000 m² Raum für interessante Einblicke in die Welt der Technik.
Durch einzigartige Exponate von der Vergangenheit
bis in die unmittelbare Gegenwart wird das Haus zum
Schauplatz spannender technischer Entwicklungen.

Texte, Filme und Experimente veranschaulichen den wechselseitigen Einfluss zwischen technischen Errungenschaften und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Die multimediale Präsentation ermöglicht allen Besucherinnen und Besuchern individuelle Zugänge und macht so den Rundgang durch das Museum zu einem persönlichen Erlebnis.

Hier ist Technik ein Erlebnis²
Technik umgibt und bestimmt uns in unserem täglichen Leben. Die zunehmende Komplexität und ständig neue Entwicklungen stellen uns immer wieder vor Herausforderungen.

An der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft lädt das Technische Museums Wien seine Besucherinnen und Besucher ein, je nach Interesse und Alter unterschiedlichste Felder der Technik kennen zu lernen, zu erleben und darüber zu reflektieren. Historisch großteils einzigartige Objekte werden in ihrem kulturellen Kontext gezeigt und spielerische Formen der Vermittlung machen ein sprichwörtliches Be-greifen von Technik möglich.


Gleichzeitig ist das Museum Plattform kontroverser Diskurse und greift aktuelle Fragestellungen auf. So ist das Technische Museum Wien ein Beispiel für ein lebendiges, sich ständig weiterentwickelndes Museum. Wir laden Sie zu einer spannenden Auseinandersetzung mit Technik in unser Museum ein!
Dauerausstellungen
Die größten Schätze unseres Hauses sind auf 20.000m² in 8 Bereichen ausgestellt – die sind dauerhaft zu sehen und werden laufend aktualisiert und mit kleinen Interventionen dynamisch bespielt. Um Ihnen mit einer eindrucksvollen Zahl zu vermitteln wie groß und vielfältig die Bestände des Technischen Museums sind: nur 10% all unserer Objekte können wir tatsächlich ausstellen! Die anderen 90% sind gut organisiert und zu einem großen Teil aufgearbeitet in zwei Depots untergebracht und werden laufend erweitert und auch bearbeitet.

Natur und Erkenntnis

Wie kann man aus der Natur Erkenntnisse gewinnen? Mythologie und Philosophie versuchten es als Erste. Die Naturwissenschaften erzielten im Vergleich dazu jederzeit überprüfbare Ergebnisse, die Denken und Handeln

veränderten. Die Grundlagenforschung, die Wirtschaft und die Medizin nutzen sie beispielsweise intensiv. Den Naturwissenschaften kommt daher eine besondere Verantwortung zu. Die Physik hat dabei die Rolle einer Leitwissenschaft. Naturwissenschaften gehen von Grundsatzfragen aus und entwickeln daraus allgemein gültige Konzepte. Diese prägen unser Naturverständnis und führen zu neuen Verfahren und Denkweisen. So haben Naturwissenschaften weitreichende Konsequenzen für unser gesamtes Leben. Experimentieren ist eine der wichtigsten Methoden. Hier im Museum gilt es, selbst zu probieren, den Dingen anhand von Versuchsanordnungen auf den Grund zu gehen, der Natur die richtigen Fragen zu stellen.
Schwerindustrie

Was ist „Schwerindustrie“? In der Regel versteht man darunter Branchen mit besonders hohem Aufwand an Kapital, Arbeit, Grund und Boden, Anlagen, Gebäuden und Material. Dazu zählen Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie, Maschinen-

und Anlagenbau, Raffinerie, Papier- und Zellstoffindustrie. Schwerindustrie im engeren Sinn umfasst die klassische Montan- industrie mit Bergbau und Hüttenwesen sowie die Weiterverarbeitung der Metalle. Diese Definition liegt der Schausammlung zugrunde. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Eisen- und Stahlindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Die Eisen- und Stahlindustrie war mehr als ein Jahrhundert lang einer der Leitsektoren der Industrialisierung; heute zählt sie zu den „alten“ Industrien. Doch nach wie vor ist Stahl der weltweit wichtigste Werkstoff.
Energie

Energie spielt im unserem täglichen Leben eine zentrale Rolle. Im Bereich Energie des Technischen Museums Wien werden die verschiedenen Facetten der Energieumwandlung und -nutzung gezeigt. Die Schausammlung ist zeitlich in drei

Bereiche aufgeteilt: Die Zeit der Künste umfasst den Zeitraum von der Urzeit bis zur Industrialisierung. Es wird Energie an der Stelle genutzt, an der sie bereitgestellt wird. Maschinen hierfür sind Wasserhebewerke, Wasserkraft- und Muskelkraftmaschinen. Die Zeit der Kraftstationen umfasst die Zeit der Industrialisierung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Energie wird dezentral, aber in Verbrauchernähe erzeugt. Kraftstationen versorgen einzelne Fabriken oder lokal begrenzte Gebiete mit Antriebskraft, Gas oder elektrischem Strom. Die Zeit der Netzwerke widmet sich ausführlich dem 20. Jahrhundert. Energie wird zentral produziert und über vernetzte Transportsysteme wie z.B. Pipelines oder Stromleitungen vom Erzeuger zum Verbraucher geliefert.
Massenware Luxusgut

Erstmals seit der Wiedereröffnung 1999 wird die wertvollste Sammlung des Technischen Museum Wien – das von Kaiser Franz I 1807 gegründete „k. k. Nationalfabriksprodukten- kabinett“ dem Publikum zugänglich gemacht. Einst als

Leistungsschau und Ansporn für das damalige Gewerbe gegründet, zeigt das k.k. Nationalfabriksproduktenkabinett uns heute in beeindruckender Weise ein Stück europäischer Produktions- und Konsumgeschichte.Von 170-jährigen Teigwaren, luxuriösen Porzellan- und Glaswaren, Manschetten und Krägen aus Papier, Fußwärmer aus Steingut, Modellen von Landmaschinen bis hin zu Schmuck aus Glas und Echthaar reicht die Bandbreite der Objekte. Mit Esprit, Erzählkraft und einem klarem Bekenntnis zu einer außergewöhnlichen Ausstellungsarchitektur bietet die Ausstellung „Massenware Luxusgut“ neue Sichtweisen auf das 19. Jahrhundert.
Alltag – Gebrauchsanweisung

In dieser Dauerausstellung werden „technische Verhaltensmuster“ und Technikprinzipien aufgespürt und in den Kontext von Historie und aktuellen Fragestellungen gestellt. Tagtäglich messen, schützen, ersetzen, verwandeln,

imaginieren, konsumieren und ordnen wir mit Hilfe von technischen Geräten: Wir schalten eine Lichtquelle ein, um einen Raum zu beleuchten. Wir träumen von einem Kühlschrank, der sich automatisch um die Wiederbefüllung kümmert. Ein kleiner Elektromotor treibt den Mixer für eine Portion Schlagobers an – nach demselben technischen Prinzip, wie es in einem elektroangetriebenen Rasenmäher steckt. Wir finden passende Kleidungsstücke, weil sie nach Konfektionsgrößen geordnet sind. Technische Systeme und Geräte begleiten unser tägliches Handeln und prägen es! Selten fragen wir nach der Bedeutung dieser Technik(en) für uns und unseren Alltag. Selten denken wir daran, was die auslösenden Momente einer technischen Entwicklung waren und wie sich unser Leben ohne diese Technik gestalten würde?
medien.welten

Die Dauerausstellung medien.welten beschreibt zwei große Entwicklungsstränge: Einerseits die Entwicklung und Verdichtung von Netzwerken, von Wege- und Straßennetzen, über Postrouten, Telegrafie- und Telefon-, Radio- und

Fernsehnetzen bis zu satellitengestützen Funknetzen. Andererseits die Entwicklung der verschiedenen medialen Werkzeuge zur Speicherung und Weiterverarbeitung von Umweltdaten in bildlicher, schriftlicher und mathematischer Form. Diese Entwicklungsstränge münden in der Digitaltechnik. Hier verschmelzen Speicher- und Übermittlungsmedien zu neuen Medien wie dem Internet. Dieses eröffnet ein globales Netzwerk.
Musikinstrumente

Seit der Gründung des Technischen Museums wurde auch das Instrumentenmacher-Gewerbe in der Schausammlung berücksichtigt. Die größte Rolle spielten dabei die Klaviermacher, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch

Orgeln fertigten. Wenig bekannt ist, dass das Akkordeon in Wien 1829 erfunden wurde. Die Instrumentenbauer probierten stets, durch Versuch und Irrtum ihre Produkte zu verbessern. Diesen Experimenten, die letztendlich im 20. Jahrhundert in der Entwicklung elektronischer Instrumente mündeten, ist ein eigener Ausstellungsteil gewidmet.
Verkehr

Die Verkehrsabteilung des Technischen Museums vermittelt anhand von Originalen und historischen Modellen einen Einblick in Schiff- und Luftfahrt sowie Wesen und Entwicklung von Eisenbahn und Straßenfahrzeugen. Die Objekte

veranschaulichen technische Fortschritte und Veränderungen: Aus dem Laufrad wurde nach und nach das heute noch verwendete Niederrad; die Puch 125 wurde als Nutzfahrzeug der Post bekannt, aber auch als Rennmaschine gefeiert; und der Mercedes-„Silberpfeil“ ist ein beeindruckendes Weltmeisterauto. Zu vielen gezeigten Objekten gibt es eine Geschichte: So stimmen etwa der Hofsalonwagen der Kaiserin Elisabeth und die Dampflokomotive „Gmunden“ mit dem Sommerwagen auf das Reisen mit der Bahn im 19. Jahrhundert ein. Manche Objekte wiederum sind untrennbar mit ihren Erfindern verbunden: so z. B. die Etrich-Taube mit dem Flugpionier Igo Etrich oder die Schiffsschraube mit Josef Ressel.
Gründungsidee
Die Entstehung des Museums ist eng mit dem Wirken von Wilhelm Franz Exner verbunden, der bereits seit seinem Besuch der Pariser Weltausstellung 1867 die Idee der Einrichtung eines großen österreichischen technischen Museums verfolgte.

Die Idee konnte aber erst im Rahmen der Vorbereitungen zum 60-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. umgesetzt werden. 1907 fand die Konstituierung eines „Vorbereitenden Komitees zur Schaffung eines Technischen Museums für Industrie und Gewerbe in Wien“ unter Vorsitz des Industriellen Arthur Krupp statt, welches im darauf folgenden Jahr durch einen „Arbeitsausschuss“ ersetzt wurde. Dieser legte 1908 eine Programm- und Werbeschrift auf. Neben dem Conservatoire des Arts et Métier in Paris und dem Science Museum in London bildete vor allem das Deutsche Museum München das große Vorbild.

Die Basisfinanzierung erfolgte über eine staatliche Subvention. Die Gemeinde Wien stellte den Baugrund und einen Baukostenzuschuss zur Verfügung. Der Restbetrag wurde über Spenden aufgebracht.Die festliche Grundsteinlegung durch den Kaiser erfolgte am 20. Juni 1909, die Fertigstellung des Rohbaus – eines der ersten Stahlbetonbauten Österreichs – Ende 1912.

Das Museumsgebäude bildet das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs nach einem Vorentwurf von Emil Ritter von Förster. Es wurden aus finanziellen Gründen lediglich 40 Prozent des ursprünglich genehmigten Entwurfes realisiert.

Einrichtung und Eröffnung
Ludwig Erhard (1863 – 1940), der erste Direktor des Technischen Museums von 1913 bis 1930, prägte wesentlich die Organisations- und Ausstellungsplanung.

Für den Aufbau der Sammlungen stand ein Fachkonsuleten-Kollegium als Beirat zur Verfügung, welches sich aus 900 Vertretern von Wissenschaft, Industrie und Gewerbe sowie aus Vertretern der staatlichen Verwaltung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zusammensetzte. Institutionen, öffentliche Stellen und Industriebetriebe wurde per Aufruf dazu ersucht, Bestände zum Aufbau des Museums abzutreten.

So bildeten eine Reihe von kleineren technischen Museen und Sammlungen den Grundstock für das neue Museum und wurden in diesem zusammengeführt, so etwas die Bestände des „Gewerbehygienischen Museums“, des „Technologischen Kabinetts“ der Technischen Hochschule und des „Museums der Geschichte der österreichischen Arbeit“. Das „k.k. historische Museum der österreichischen Eisenbahnen“ und das „k.k. Postmuseums“ übersiedelten 1914 ins Museumsgebäude, blieben aber bis 1980 eigenständige Verwaltungseinheiten.

Die für 1914 angesetzte feierliche Eröffnung musste wegen der Kriegsereignisse verschoben werden. Erst am 6. Mai 1918 wurde das Museums für Ausstellungsbesucherinnen und -besucher formlos geöffnet.

Das Archiv


Die Geschichte des Archivs begann in den Gründungsjahren
des Museums. In dem von Wilhelm Exner 1908 verfassten Programm
finden sich bereits Hinweise auf Funktion und Aufgaben.
Der Sammlungsaufbau erfolgte über Aufrufe an Institutionen
und Industriebetriebe, Bestände an das Museum abzutreten.
Insgesamt werden heute rund 1,5 Regalkilometer Archivalien, Quellen und Dokumente verwahrt. Die Sammlungen werden laufend erweitert. Im Archiv wird Quellenmaterial für unterschiedlichste Fragestellungen der Wissenschafts-, Naturwissenschafts- und Technik- sowie Industriegeschichte verwaltet. Die Vielfältigkeit des Materials und der hohe Anteil von Bildquellen machen die Besonderheit und Bedeutung der Bestände aus.
Bibliothek

Das Technische Museum Wien verfügt seit seiner Gründung über eine wissenschaftliche Fachbibliothek zur Naturwissenschafts- und Technikgeschichte. Wegen ihrer reichhaltigen und umfangreichen Bestände hat die Bibliothek in ihrem Fachgebiet eine einzigartige Stellung in Österreich. Sie bildet sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums als auch für Museumsbesucherinnen und -besucher, die ihre Kenntnisse vertiefen wollen,
Buchrücken – © Technisches Museum Wien
und für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine wichtige Grundlage für Recherche- und Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Wissenschafts-, Technik- und Industriegeschichte in Österreich und im deutschsprachigen Raum.
Öffnungszeiten Museum:
Montag bis Freitag 9.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage 10.00 – 18.00 Uhr

Schließtage:
Das Museum ist am 1. Jänner, 1. Mai,
1. November, 25. und 31. Dezember geschlossen.

Öffnungszeiten Bibliothek und Archiv:
Montag, Donnerstag 13.00 – 18.00 Uhr
Dienstag, Mittwoch 9.00 – 14.00 Uhr
Freitag 13.00 – 16.00 Uhr

Schließtage:
zusätzlich zu oben genannten:
An Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie vom 14. Juli bis 1. September und vom 24. Dezember bis 7. Jänner ist der Lesesaal geschlossen.

DharmeshKunstDas Technische Museum Wien bietet auf einer Fläche von etwa 22.000 m² Raum für interessante Einblicke in die Welt der Technik. Durch einzigartige Exponate von der Vergangenheit bis in die unmittelbare Gegenwart wird das Haus zum Schauplatz spannender technischer Entwicklungen. Texte, Filme und Experimente veranschaulichen den wechselseitigen Einfluss zwischen technischen Errungenschaften und Gesellschaft, Wirtschaft...