Rudolf Leopold
Ein Tag für die Kunst

Christian Brandstätter Verlag
Rudolf Leopold, der große Sammler österreichischer Kunst, wird 85.
Eine Festschrift präsentiert ihn in seinem Museum, inmitten seiner Kunstschätze und im Dialog mit Gemälden von Klimt bis Schiele. Einen
Tag lang begleitete der Fotograf Lev Akhsanov Rudolf Leopold auf einem Rundgang durch das Leopold Museum in Wien. Entstanden ist dabei ein eindrucksvolles Portrait des leidenschaftlichen Kunstkenners:
»Was mich nicht erregt, interessiert mich nicht.«
Zahlreiche Zitate und Fotografien spiegeln die spannungsreiche
Begegnung Rudolf Leopolds mit Kunstwerken seiner Sammlung wider.

Was mich nicht erregt, interessiert mich nicht.
(Rudolf Leopold über seine Art des Kunstsammelns. Diethard Leopold, Kunstsammler, S. 15)


Egon Schiele, „Häuser und bunte Wäsche“, auch „Zwei Häuserblöcke
mit Wäscheleine“, 1914, LM 528, L 251 (Tafel 156), K 283


Mit der bunten, im Vergleich zu den übrigen Bildelementen viel
bewegter anmutenden Wäsche hat Schiele vielleicht Kinder und junge Menschen in ihrem noch unbekümmerten, heiteren Dasein symbolisieren wollen. Alt geworden, wohnen sie in ihren Behausungen, auf engem
Raum zusammengepfercht. […] Knapp hinter den Häusern beginnt
breit und leer ein Niemandsland; die aus den Wolken ragenden
Berggipfel – vielleicht als symbolisches Ziel menschlicher
Sehnsucht gedacht – können nie erreicht werden.
(Rudolf Leopold, Landschaften, S. 144f.)


Gustav Klimt, „Attersee“ 1901, LM 4148,
N/D 116 und 116a (Abb. 20, S. 149, Detail)


Ein Rahmen voll Seewasser, vom Attersee, nichts als kurze
graue und grüne Wellen, die durcheinander gleiten.
(Ludwig Hevesi. Zit. N. Alfred Weidinger (Hrsg.), Gustav Klimt, S. 268.)

Mir sind dort buchstäblich die Augen übergegangen. […] Es gab
wirklich Bilder, die mich hinrissen! […] An diesem Tag
beschloss ich, Bilder zu sammeln.
(Rudolf Leopold anlässlich seines ersten Besuchs im Kunsthistorischen Museum 1947. Diethard Leopold, Kunstsammler, S. 30f.)

Andreas Nödl, Herausgeber
arbeitet als Rechtsanwalt in Wien und lehrt Öffentliches Recht an der Universität Wien.
Lev Akhsanov, Fotograf
geboren in St. Petersburg, lebt und arbeitet seit 1990 in New York.