* 7. 6. 1935 Wien, Maler, Komponist und Sänger. Arbeitete zunächst als Lithograph, wandte sich ab 1969 ganz der Malerei und der Musik zu; gründete 1957 das Vienna modern Jazzquartett, widmet sich seit den 70er Jahren dem neuen Wienerlied (Wienerlieder).
Herrgott aus Stan

Der Umgang des Wieners mit seinem Gott und dem Tod, sentimental, aber nicht tragisch, ist Thema einer Vielzahl von Wienerliedern. In der sprachbetonten Melodik mit geringem Ambitus, in Harmonik und Form zählt das Lied (Beispiel) Herrgott aus Stan (Stein) aus dem Jahr 1956 zu den populärsten Paradigmen der Gattungen Volkslied. Karl Hodina (1935 Wien), der Komponist und Interpret, wirkt als Maler des Phantastischen Realismus und Illustrator.

Die obige Abbildung zeigt Hodinas bildnerische Interpretation der beliebten Wiener Figur des Lieben Augustins, der sich selbst noch aus der Pestgrube zu retten wußte. (M. Saary)
© Ton: 1988 EMI Columbia 12C 524 CDB 7903962, Interpreten: Duo Hodina.
Moderne Kunst in Österreich – Karl Hodina

Bild: „Waldmeister“

Erscheinungsdatum: 14.10 2005
Auflagenhöhe: 700.000
Druckart: Kombinationsdruck
Entwurf: Prof. Karl Hodina
Stich: Prof. Wolfgang Seidel
Art: Sonderpostmarkenserie
Ein Wiener Original – ein jeder kennt ihn als Musiker und Interpreten des neuen Wienerliedes. Geboren 1935 in Wien begann Karl Hodina nach dem Krieg seine berufliche Tätigkeit als Lithograph, daneben studierte er privat Musik und begeisterte sich für den Jazz. Ab 1955 begann er mit der Ausbildung an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. 1966 stellte er zum Thema „St. Stephan“ in der Galerie Basilisk aus, seine erste Einzelausstellung zeigte er 1967 in der GALERIE 6 in der Bäckerstrasse. Viele weitere Präsentationen folgten in Form von Kunstkalendern oder Kunstmappen. Er illustrierte Kinderbücher, setzte sich mit dem Wienerlied kritisch auseinander, komponierte und verfasste 1979 das Wienerliederbuch „O du lieber Augustin“, trat in Konzerten und im ORF auf, gestaltete die Autobahnraststätte Arnwiesen bei Gleisdorf, Stmk. und war in verschiedenen Kulturvereinen tätig. Für sein reichhaltiges Schaffen und sein kulturelles Engagement wurde ihm 1984 der Berufstitel Professor verliehen. Im Jahre 2003 erhielt er das österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse. Die musikalische Begabung erbte er von seinem slowakischen Großvater mütterlicherseits. Noch auf dem Sterbebett, so wird erzählt, habe er auf der Ziehharmonika gespielt und dazu gesungen. Das Talent für Pinsel und Farbe bekam er von seinem böhmischen Großvater mit, der neben seinem Schneiderhandwerk jede freie Zeit mit dem Malen ausfüllte. In seiner Kindheit erlebte Hodina die Natur pur am Mühlwasser in der Lobau, wo die Familie den Sommer im Schrebergarten verbrachte. Sein Vater, früh an Tuberkulose verstorben, nahm ihm oftmals mit zum Fischen. Die Entdeckungsreisen durch die Flora und Fauna in dieser archaischen Landschaft prägten das Kind. Die ersten Bilder sind beherrscht von Motiven aus der Lobau, die ihn sein ganzes Leben nicht loslassen: Wassermänner, Fische, Farne, zerrissene Netze – Idyllisches und Märchenhaftes mit der Aura des Reinen, Unberührten. Als Jugendlicher bekam er hautnah die ärmlichen Verhältnisse zu spüren, er wuchs in Ottakring auf in einer Zimmer-Küche-Wohnung. Aus der Erfahrung dieser Zeit, zu der auch die Begegnung mit dem Wienerlied gehört, entspringt sein ehrliches Gefühl, wenn er die einfachen Verhältnisse beschreibt, besingt, darstellt. Hodina’s malerisches Schaffen wird zwar unter dem Begriff „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ eingeordnet, aber seine Vorbilder fand er in den alten Meistern, wie die Brüder van Eyck, und deren Maltechnik, bei der wasserlösliche Farben (Tempera) mit Hilfe eines Bindemittels (Ei) auf Ölfarbe gesetzt werden können, ohne von diesen abgestoßen zu werden. Diese Technik der in mehreren Schichten lasurartig aufgetragenen Farben – für Hodina die Königin in der Malerei – hat er sich als Autodidakt in jahrzehntelanger Maltätigkeit selbst erarbeitet. Wesentlich für ihn ist, dass alle Objekte eines Bildes mit der gleichen Lichtstimmung überzogen werden, dabei unterstützt ihn diese Lasurmalerei, eine zeitaufwendige Technik, eine Technik für Meister.

DharmeshKunst* 7. 6. 1935 Wien, Maler, Komponist und Sänger. Arbeitete zunächst als Lithograph, wandte sich ab 1969 ganz der Malerei und der Musik zu; gründete 1957 das Vienna modern Jazzquartett, widmet sich seit den 70er Jahren dem neuen Wienerlied (Wienerlieder). Herrgott aus Stan Der Umgang des Wieners mit seinem Gott...