Bild: Die älteste photographische Ansicht des neu gestalteten
Palais Erzherzog Albrechts, 1869

„Es ist Mein Wille, daß die Erweiterung der inneren Stadt Wien mit Rücksicht auf eine entsprechende Verbindung derselben mit den Vorstädten ehemöglichst in Angriff genommen und hiebei auch auf die Regulirung und Verschönerung Meiner Residenz- und Reichshauptstadt Bedacht genommen werde. Zu diesem Ende bewillige Ich die Auflassung der Umwallung und der Fortifikationen der inneren Stadt sowie der Gräben um dieselbe.“
Dieser Erlass von Kaiser Franz Joseph I., veröffentlicht am 25. Dezember 1857 in der Wiener Zeitung, bildete die Grundlage zur flächenmäßig umfangreichsten und architektonisch bedeutendsten Umgestaltung des Wiener Stadtbildes. Unter Beteiligung mehrerer renommierter in- und ausländischer Architekten entstand ein „Masterplan“, der anstelle der Befestigungsmauern zwischen der Inneren Stadt und den ihr radial vorgelagerten Vorstädten die Anlage eines Prachtboulevards vorsah. In der 50 Jahre dauernden Realisierungsphase entwickelte sich ein beeindruckendes architektonisches Ensemble, bestehend aus kaiserlichen und privaten Repräsentationsbauten, öffentlichen Verwaltungs- und Kulturbauten sowie Kirchen und Kasernen, das unter dem Begriff „Ringstraßenstil“ die Epoche prägte. Bereits im ersten Baujahrzehnt entschloss sich ein hohes Mitglied des österreichischen Kaiserhauses, die Fassaden seines Palais entsprechend den neuen Gestaltungsprinzipien zu dekorieren, und bezeugte damit den hochherrschaftlichen Anspruch, der diesem auch „Historismus“ genannten Stil von Seiten des Kaiserhauses beigemessen wurde.

Bild: Die Alte Albertina nach 1920

Es handelte sich um das Palais von Erzherzog Albrecht (1817-1895), dem Senior des habsburgischen Familienrates, der als Feldmarschall das Oberkommando über die österreichisch-ungarische Armee innehatte. Das Gebäude war in den kaiserlichen Residenzkomplex der Wiener Hofburg eingebunden, bildete dessen Süd-West-Ecke und erstreckte sich elf Meter über dem Straßenniveau auf der sogenannten Augustinerbastei.
Die räumliche Nähe des Palais zur Kaiserresidenz korrespondierte nicht nur bei Kaiser Franz Joseph I. und Erzherzog Albrecht mit einem familiären Naheverhältnis zwischen dem Besitzer des Palais und dem Monarchen. Schon die früheren Bewohner standen immer in engster Beziehung zum Kaiserhaus, sei es durch Heirat oder Geburt. Eine Ausnahme bestätigt auch hier die Regel: Don Emanuel Teles da Silva Conde Tarouca (1696-1771), für den Maria Theresia 1744 das Palais errichten ließ, war nur ein enger Freund und Berater der Monarchin. Silva-Tarouca untermauert die Regel mit einer zweiten Ausnahme, weil er als Generalhofbaudirektor und Präsident der österreichisch-niederländischen Verwaltung dem Verwaltungsdienst angehörte, während alle anderen ihm nachfolgenden Besitzer höchstrangige Militärs waren.
In die Annalen der österreichischen Geschichte, vor allem in jene der Militärgeschichte, gingen sie entweder als Befehlshaber über das Reichsheer oder die österreichische, später k.k. Armee ein. In chronologischer Reihenfolge betrifft dies Herzog Carl Alexander von Lothringen, den Schwager von Maria Theresia, als Reichsfeldmarschall, ihren Schwiegersohn Herzog Albert von Sachsen-Teschen, ebenfalls Reichsfeldmarschall, dessen Adoptivsohn Erzherzog Carl von Österreich, der letzte Reichsgeneralfeldmarschall und einzige Generalissimus Österreichs, seinen Sohn Erzherzog Albrecht von Österreich als Feldmarschalil und Armeeoberkommandant sowie zuletzt dessen Neffen Erzherzog Friedrich von Österreich, der als Feldmarschall von 1914 bis 1916 das Oberkommando über die österreichisch-ungarischen Truppen innehatte. Trotz ihres Militärberufes verstanden sich alle fünf Feldherrn auch als Mäzene der Künste und förderten mit hohen Summen den Aufbau großer Sammlungen, die Errichtung prunkvoller Gebäude oder das kulturelle Leben. Carl Alexander von Lothringen förderte als Statthalter der österreichischen Niederlande von 1741 bis 1780 die Akademie der Schönen Künste, das Théatre de Ja Monnaie sowie die Gesellschaften Concert Bourgois und Concert Noble; er gründete die Academie imperiale et royale
des Sciences et des Lettres, öffnete die Bibliotheque Royal für die Bevölkerung und unterstützte künstlerische Talente mit hohen Stipendien. Weltberühmtheit erlangte seine Porzellansammlung, die allerdings zur Tilgung seiner Schulden von Kaiser Joseph II. verkauft werden musste. Herzog Albert begann 1776 nach dem Konzept von Conte Durazzo eine enzyklopädische Sammlung von Graphiken aufzubauen, die heute den Kern der weltberühmten „Albertina“ bildet.

Bild: Herzog Albert und Erzherzogin Marie Christine zeigen im Familienkreis die aus Italien mitgebrachten Kunstwerke, 1776. Friedrich Heinrich Füger.

1816 zum Fideikommiss erklärt und damit zukünftig unteilbar, untrennbar und unveräußerbar, ging die Sammlung 1822 in den Besitz Erzherzog Carls über, der sie, so wie seine Nachkommen, ausbaute und ergänzte. Unter ihm wurde 1826 die Sammlung zusammen mit dem prachtvoll ausgestatteten Palais auf der Augustinerbastei in den sogenannten „Carl Ludwig’schen Fideikommiß“ eingebracht, womit das Gebäude und die in ihr verwahrte Sammlung zu einer unauflösbaren Einheit verschmolzen. Zu diesem Zeitpunkt war aus dem Palais Tarouca durch bauliche Ausweitung bzw. Übernahme ein veritables Residenzpalais entstanden. Herzog Albert von Sachsen-Teschen hatte zuerst im Jahre 1800 das dritte Obergeschoss des benachbarten Augustinerkonventtraktes für die Unterbringung seiner Sammlung adaptiert und ließ nach 1802 durch seinen belgischen Architekten Louis de Montoyer an der Vorstadtseite einen prächtigen Erweiterungsbau, den sogenannten Prunkraumflügel, errichten, den er im Stile des Louis-seize ausstatten ließ. Nur zwei Jahrzehnte später ließ Erzherzog Carl das gesamte Palais neu einrichten. Nach Entwürfen des Architekten Joseph Kornhäusel präsentierten sich die 1822 bis 1825 runderneuerten Räumlichkeiten im Empire-Stil. Das Innere des Palais bezeugte ab nun in eindrücklicher Art und Weise den hohen Rang und die hervorgehobene Stellung seines Besitzers. Unter Erzherzog Albrecht sollte auch das äußere Erscheinungsbild diesem Anspruch gerecht werden. Er ließ die Fassaden des Palais im Stil des Historismus instrumentieren und fügte der Palaisfront gegen die Vorstädte eine vorgelagerte gedeckte Zufahrt an. Im Inneren beschränkte er sich, abgesehen von der Neugestaltung des Rokokozimmers in der Manier des zweiten Blondel’schen Stils, auf die Beibehaltung des väterlichen Bestandes. Erzherzog Friedrichs Pläne für einen Ausbau des Palais unterblieben indessen aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, sodass sein Beitrag zu den Prunkräumen vor allem in der Anlage des spanischen Appartements besteht,
das er 1895 für seine Schwester, die spanische Königin Maria Christine,
als permanente Residenz einrichten ließ.

Bild: Das „Audienzzimmer“ nach der Restaurierung Bild: Das „Balkonzimmer“ um 1990

Die Epoche der hochherrschaftlichen Repräsentation mit ihrem Tradieren kultureller Werte fand ihre augenscheinlichste Visualisierung im Inneren des Palais durch die Gestaltung und Ausstattung der Prunkräume. Einerseits durch die Verwendung edelster Materialien und den Kauf handwerklich meisterhaft gefertigter Ausstattungsstücke, wie andererseits durch die permanente Wiederverwendung älterer Ausstattungsteile. Diese Periode dauert bis zum Jahre 1919, als Erzherzog Friedrich von der neugegründeten Republik Österreich enteignet wurde. Mit der Republikanisierung der Sammlung und des Gebäudes endete zu allererst die Tradition, dass der Name des Besitzers Synonym für die Gebäudebenennung war:
Nach Palais Tarouca oder tarokkisches Haus hieß es lothringisches Haus, danach Palais Herzog Albert und Palais Erzherzog Carl. Aufgrund der Neuerrichtung eines benachbart gelegenen Verwaltungsgebäudes erhielt es ab 1865 den Vorsatz „Oberes“ und wurde als Oberes Palais Erzherzog Albrecht bzw. Oberes Palais Erzherzog Friedrich bezeichnet. Für den Staat war eine namentliche Bezugnahme auf die habsburgische Vergangenheit jedenfalls politisch nicht länger opportun, weshalb man sich entschloss, das Gebäude nach der in ihm aufbewahrten Sammlung „Albertina“ zu nennen.

Bild: Das „Wedgwoodkabinett“ nach der Restaurierung Bild: Das „Wedgwoodkabinett“ im Palais Erzherzog Friedrich, 1905

Diese Bezeichnung leitet sich von dem Begriff „La Collection Albertina“ ab, den Galerieinspektor Moriz vonThausing 1870 in der Gazette des Beaux-Arts für die vormalige Graphiksammlung Herzog Alberts verwendet hatte. Damit wurde erstmals seit Bestehen des Palais der Name der Sammlung zum Synonym für die Raumhülle. Raumhülle deshalb, weil die Republik Österreich Erzherzog Friedrich gestattet hatte, sämtliche bewegliche Güter aus dem Palais in sein ungarisches Exil mitzunehmen: Kristallluster, Vorhänge und Teppiche ebenso wie Skulpturen, Vasen und Uhren. Besonders hervorzuheben ist das exquisite Mobiliar, das aus drei Ausstattungsphasen stammt: Die Louis-seize-Möbel von Herzog Albert, die aufgrund der geschwisterlichen Beziehungen zwischen seiner Gemahlin Erzherzogin Marie Christine und der französischen Königin Marie Antoinette nach 1780 in den französischen Hofmanufakturen angefertigt worden waren, außerdem die im Auftrag von Erzherzog Carl zwischen 1822 und 1825 in der Wiener Manufaktur von Joseph Danhauser hergestellten Empire-Möbel und drittens die stilgleichen Ergänzungen von Erzherzog Friedrich, die dieser um 1900 bei Portois & Fix sowie
Friedrich Otto Schmidt in Auftrag gegeben hatte.

Das „besenreine“ Gebäude erhielt aufgrund der finanziell angespannten Situation nach dem Ersten Weltkrieg zunächst nur eine notdürftige Ausstattung. Da allerdings bis 1999 keine Revidierung dieser Notausstattung stattfand, sondern unterschiedlich gestaltete, primär dem Utilitarismus verpflichtete Büromöbel ergänzend hinzugefügt worden waren, präsentierte sich die Ausstattung der ehemaligen Prunkräume am Ende des 20. Jahrhunderts als ein inhomogenes, verwaltungsdienstliches Sammelsurium von unbedeutenden Teilen, denen allerdings ein gewisser kurioser Charme innewohnte. Aus den prachtvollen Prunkräumen waren Depots, Lagerräume, eine Bibliothek, ein Studiensaal und mehrere Büros geworden.


Bild: Die Graphische Sammlung Albertina und der Philipphof nach dem amerikanischen Bombenabwurf vom 12. März 1945.


Bild: Das Palais nach der Demolierung der Eingangsfassade, 1948-52

Schlimmer traf es das äußere Erscheinungsbild des Palais, denn in Zeiten anhaltender antihabsburgischer Gesinnung nach dem Zweiten Weltkrieg und beseelt von einem intoleranten Zerstörungswillen, kam es per Spitzhacke zu einer ministeriellen Geschichtstilgung. Im Unterschied zur graphischen Sammlung besaßen die reich dekorierten Fassaden mit den unübersehbaren Insignien der ehemaligen Besitzer einen objektimmanenten Bezug zur habsburgischen Vergangenheit und stellten damit die monarchistischen Traditionen und Werte der franzisko-josephinischen Ära signifikant zur Schau. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen nach einem Bombenschaden wurde deshalb 1948 die hochherrschaftliche, von Erzherzog Albrecht veranlasste, historistische Fassadengliederung samt aller Dekorationen abgeschlagen, viele Fassadenfiguren demoliert und die habsburgischen Wappenembleme zu Boden gestürzt. Nachdem auch noch die alte Auffahrtsrampe abgebrochen und der Haupteingang von der Basteiebene hinunter in das auf Straßenniveau gelegene zweite Kellergeschoss verlegt worden war, endete die Präsenz des alten erzherzoglichen Palais nach mehr als 200 Jahren. Bei der Wiedereröffnung der „Graphischen Sammlung Albertina“ im Jahre 1952 präsentierte sich das vormals habsburgische Prunkpalais als eine seiner Identität beraubte, formal belanglose, entseelte Raumhülle, deren erfolgreiche Republikanisierung ein überdimensionaler und zudem unproportionaler Adler oberhalb des neuen Haupteingangs an der Augustinerstraße symbolisierte. Der demokratische Denkmalssturz tilgte das habsburgische Palais aus dem städtischen Erscheinungsbild, wodurch in der Wahrnehmung nur mehr ein unscheinbares, namen- und geschichtsloses Gebäude existierte, das fortan der Unterbringung und Präsentation der weltberühmten graphischen Sammlung der Albertina diente. An diesem Zustand änderte auch der Entschluss zur Generalsanierung nichts, denn es waren nur sammlungsspezifische Erweiterungsbauten, doch keine Restaurierung des Palais geplant.

Bild: Das Palais nach dem Zweiten Weltkrieg mit vereinfachten Fassaden,
dem Rudiment des Danubiusbrunnens und der neuen Treppe
auf die Augustinerbastei

Dieser Paradigmenwechsel entsprach einer eklatanten Umkehr der historischen Gegebenheiten, denn die Reisehandbücher und Reisebeschreibungen zur k.k. Residenz- und Reichshauptstadt Wien widmeten sich primär dem prachtvollen, hochherrschaftlichen Palais auf der Augustinerbastei mit den prunkvoll ausgestatteten Repräsentationsräumen und erwähnten die dort verwahrte Sammlung – wenn überhaupt – nur beiläufig. Erst mit der Neupositionierung der Albertina im Jahre 2000 unter der Direktion von Klaus Albrecht Schröder wurde dem Palais im Sinne und m Erfüllung des Fideikommisses von Erzherzog Carl aus dem Jahre 1826 wieder jene Wertschätzung entgegengebracht, aus der eine neuerliche untrennbare Verbundenheit zwischen dem prunkvollen Adelspalais und der weltberühmten Sammlung resultieren konnte. Im Wissen um die politisch motivierten Fehler und Unterlassungen der Vergangenheit, sollten die Fassaden ihre noble, historistische Gestaltung zurückbekommen, die Prunkräume ihr glanzvolles, repräsentatives Erscheinungsbild zurückerhalten und die kulturhistorisch einzigartige Ausstattung zurückgekauft werden. Aus diesem Ansinnen erwuchs letztendlich die uneingeschränkte Verpflichtung zur Revidierung der Geschichtstilgung und zur Rückkehr des hochherrschaftlichen Palais in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Bild: Die wiederhergestellte Vorstadtfassade des Palais Albertina

Die geglätteten Palaisfassaden wurden in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt und präsentieren sich heute – mit Ausnahme der nicht mehr rekonstruierbaren Attikafiguren – wieder mit den historistischen Dekorationen und Gliederungselementen, die Erzherzog Albrecht nach der Schleifung der Augustinerbastei im Jahre 1865 in Auftrag gegeben hatte. Die klassizistischen Innenräume, heute nach den früheren Bewohnern „Habsburgische Prunkräume“ genannt, erhielten durch eine minuziöse und detailgenaue Restaurierung, die unter den Prämissen Originalität und Authentizität erfolgte, ihr altehrwürdiges und prunkvolles Erscheinungsbild zurück. Von den weltweit verstreuten historischen Ausstattungsstücken konnten bislang 70 Objekte zurückerworben oder mittels Dauerleihgabe an ihren originalen Standort zurückgebracht werden, wodurch dem Besucher wieder jenes Ambiente erlebbar gemacht wird, das die Prunkräume 1919 unter dem letzten habsburgischen Besitzer Erzherzog Friedrich besaßen. Die erstmals seit 80 Jahren öffentlich zugänglichen „Habsburgischen Prunkräume“ im Palais Albertina ermöglichen nun wieder als ein beredendes Zeugnis unserer habsburgischen Vergangenheit und als einzigartiges Kulturgut grundlegende und wesentliche Einblicke in die österreichische Kulturgeschichte. Mit der Rückverlegung des Haupteinganges auf das Niveau der Augustinerbastei fand die Rückbesinnung auf dieses so wertvolle österreichische Kulturgut ihren formalen wie funktionalen Abschluss. Die Vision der Restaurierung und Wiederherstellung des herrschaftlichen Palais war die eine Säule, auf der die neue Albertina wieder erstehen sollte; die andere verkörpern jene vier großen, neu errichteten Ausstellungshallen, die es zum ersten Mal in der Geschichte der Albertina erlauben, die Sammlung in ihrer gesamten enzyklopädischen Breite unter optimalen konservatorischen Bedingungen auszustellen.

Bild: Der neue Eingangsbereich der Albertina mit dem
64 Meter langen Flugdach. Hans Hollein.

Das Palais präsentiert sich nunmehr in seinem historistischen Erscheinungsbild im Stil der Ringstraßenepoche, fast so, als ob dazwischen nichts geschehen wäre. Aber das Rad der Zeit soll, darf und kann nicht mehr zurückgedreht werden, sodass die Janusköpfigkeit des „Palais Albertina“ genannten Museums – einerseits habsburgisches Prachtpalais und andererseits modernes Museum für die Künste der Graphik – durch ein modernes Zeichen symbolisiert werden sollte: Das 2003 entworfene, weit in den Albertinaplatz auskragende, elegant schwebende Flugdach von Hans Hollein. 64 Meter lang, symbolisiert es in der Form eines dynamischen Keils die forcierte stadträumliche Anbindung und öffentliche Zugänglichkeit des Palais. Es annonciert die großen Veränderungen im Inneren wie auch die gewaltigen unterirdischen Erweiterungsbauten der neu positionierten „Albertina“.
Christian Benedik
Kunsthistoriker mit den Forschungsschwerpunkten Architekturgeschichte, Habsburgisches Bauwesen, Wiener Hofburg und Zeremonialwissenschaft. Seit 1990 in der Architektursammlung der Albertina tätig. Seit dem Jahre 2000 betreut er als Leiter der neu gegründeten Abteilung „Prunkräume“ die Restaurierung und Möblierung der Prunkräume sowie die Wiederherstellung der Fassaden und erforscht die Geschichte des Palais und seiner Bewohner.
Die Albertina
Das Palais und die Habsburgischen Prunkräume

Seit der Wiedereröffnung der Albertina 2003 ein Desiderat: Eine Publikation über die Baugeschichte des Palais sowie über die Genese der historischen Prunkräume der Habsburger, die erst seit wenigen Jahren wiederhergestellt und zu besichtigen sind. Anhand von über
400 Abbildungen wird die Albertina nicht nur als eines der bedeutendsten Museen der Welt, sondern auch als das größte habsburgische Wohnpalais im Zentrum der ehemaligen Haupt-
und Residenzstadt Wien vorgestellt.

DharmeshKunst„Es ist Mein Wille, daß die Erweiterung der inneren Stadt Wien mit Rücksicht auf eine entsprechende Verbindung derselben mit den Vorstädten ehemöglichst in Angriff genommen und hiebei auch auf die Regulirung und Verschönerung Meiner Residenz- und Reichshauptstadt Bedacht genommen werde. Zu diesem Ende bewillige Ich die Auflassung der Umwallung...