Bild: Bestattungsmuseum Wien

Wien (RK). Der Wiener hat bekannter Weise eine besondere Beziehung zu „seinen“ Toten. Was würde da besser passen, rund um Allerheiligen – Allerseelen, als das Wiener Bestattungsmuseum zu besuchen. Auf über 300 Quadratmeter wird die Geschichte des Friedhofs- und Bestattungswesen präsentiert und interessante, historische Museumsstücke ausgestellt. Auch einen Souvenirshop gibt es.

Bild: Innenhof der Bestattung Wien um 1910
Seit ihrer Gründung 1907 befindet sich die Zentrale der Bestattung Wien in Wien 4, Goldeggasse 19. Im riesigen Innenhof befanden sich früher Ställe der Pferde und Abstellplätze für Kutschen.
© 2012 Wiener Stadtwerke

Vom Herzstich bis zum Kranz
Seit 1967 gibt es das Wiener Bestattungsmuseum. Sogar eine eigene Museumsbibliothek und ein Archiv mit fast 3000 Bänden ist angeschlossen. In den Führungen werden die BesucherInnen nicht nur in alte Bestattungsrituale eingeweiht.

Bild: Unter „ziemlichem Zuspruch des Publikums“ erfolgte in den 20er-Jahren die „Automobilisierung“ der Bestattung Wien. Hier ein so genannter Säulenwagen. Es waren anfangs meist zu prunkvollen Totenwägen umgebaute LKWs.
© 2012 Wiener Stadtwerke


Bild: 1919 begann die Bestattung Wien, selbst Särge zu erzeugen. 1923 übersiedelte die Produktion von Holzsärgen in eine aufgelassene Rohrprobierstation der Wiener Wasserwerke in Wien 10, Laimäckergasse 1/Absberggasse 2.
© 2012 Wiener Stadtwerke

Auch die Entwicklung der verschiedenen Brauchtümer wird an Hand von zahlreichen Ausstellungsstücken gezeigt. So ist etwa ein Stilett von 1900 zu sehen, das von Ärzten zu Herzstichen gebraucht wurde. Diese heute seltsam anmutende Methode war durchaus üblich. Viele Menschen wollten nach dem Tod sicherheitshalber „ärztlich“ erstochen werden, um die Möglichkeit des „Lebendig-begraben-werdens“ kategorisch ausschließen zu können. Neben solchen „gruseligen“ Exponaten sind auch Kerzenleuchter, historische Kränze oder monarchische Grabbeigaben zu bestaunen und geben so über verschiedene Bestattungsepochen Aufschluss.

Bild: Pompfüneberer um 1910
Verstorbene wurden in den ersten zwei Jahrzehnten der Bestattung Wien fast ausschließlich mit Pferdekutschen zu den Friedhöfen gebracht. Reitkünste waren ein Muss. Und das strenge und repräsentationsbewusste spanische Hofzeremoniell war Vorbild für die Uniformen mit engen schwarzen Hosen, Stiefeln und Zweispitz.
© 2012 Wiener Stadtwerke


Bild: 1945 hatte die Bestattung Wien kein einsatzbereites Fahrzeug mehr. Es musste auf Leiterwagen und Pferde zurückgegriffen werden. Immerhin gab es noch ein Bahrtuch zum Bedecken des Sarges.
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Leichenwagen – Souvenir für zu Hause

Wer ein Andenken an einen spannenden Museumsbesuch sein eigen nennen möchte, für den ist der Museumsshop genau das Richtige. Das eine oder andere Souvenir könnte sich auch für ein „Halloween – Mitbringsel“ eignen. So werden etwa nicht nur Bücher über die Geschichte der Friedhöfe, Ansichtskarten, CD’s, Videos, sondern auch Modellautos von Leichenwagen, Modellsärge oder ein Miniaturfriedhof zum selber Basteln angeboten.

Das Museum hat Montag bis Freitag (werktags) von 12.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Um telefonische Voranmeldung unter 501 95/0 wird gebeten.
Die aktuellen Eintrittspreise entnehmen Sie der
Homepage des Bestattungsmuseums.


Bild: Das Bestattungsmuseum der Bestattung Wien wurde 1967 gegründet. Mit 1000 Objekten bietet es einen einzigartigen Gesamtüberblick über Totenkult und Bestattungsrituale. Wien und „die schöne Leich“ bilden den Schwerpunkt.
© 2012 Wiener Stadtwerke

DharmeshKunstWien (RK). Der Wiener hat bekannter Weise eine besondere Beziehung zu 'seinen' Toten. Was würde da besser passen, rund um Allerheiligen - Allerseelen, als das Wiener Bestattungsmuseum zu besuchen. Auf über 300 Quadratmeter wird die Geschichte des Friedhofs- und Bestattungswesen präsentiert und interessante, historische Museumsstücke ausgestellt. Auch einen Souvenirshop...