Wien
Die Welt von gestern in Farbe

Herausgegeben von
Christian Brandstätter
Christian Brandstätter Verlag

Mehr als 300 Bilder führen zurück in die längst versunkene Welt, als Wien noch Reichshaupt- und Residenzstadt eines Vielvölkerreiches war. Man glaubt, die Welt der Jahrhundertwende und ihre Protagonisten aus Romanen und von vergilbten Schwarzweißphotographien zu kennen. Doch welche Farben hatten die Kleider und Hüte, wie sah es in den Straßen aus mit Fiakern, Dienstmännern und Straßenhändlern, Iglauer Ammen, spielenden Kindern und bunter Reklame? Wie hat sich das Stadtbild gewandelt? Welche Häuser stehen noch und welche Bezirke haben ihr Erscheinungsbild verändert?


Das Süd-Portal der 1873 zur Wiener Weltausstellung errichteten, 1937 abgebrannten Rotunde. Um 1910.


Die 1874 fertiggestellte Zahnradbahn (1921 eingestellt) auf den Kahlenberg. Um 1910.

Die Photographien zeigen die bunte Welt der Jahrhundertwende, die Uniformen der Soldaten bei der Parade zu Ehren des Kaisers, die farbenfrohen Nationalkostüme von elf „Völkern“, die Einweihung von Denkmälern und die Eröffnung neuer Brücken. Die Photographien wurden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von Künstlern koloriert, die ihr Handwerk beherrschten und die authentischen Farben kannten. Als die Farbphotographie noch in den Kinderschuhen steckte, schuf man so auf Diapositiven kleine Kunstwerke mit einzigartig poetischem Reiz. Bevor die Moderne auch in die Außenbezirke Wiens Einzug hielt, machten sich Photographen auf, die vergängliche Welt der Vorstädte auf photographischen Platten festzuhalten. Nur wenige Jahre nach der Eingemeindung war der Unterschied zwischen der Vorstadt und dem Prunk der Ringstraße mit ihren Prachtbauchen und Palais enorm.


Winterlicher Stephansplatz gegen den Stock-im-Eisen-Platz. Um 1900.

Regulierung der Mündung des Halterbachs in den Wienfluss in Hütteldorf im Bezirk
Penzing (Wien XIV.) Um 1895.

Retentionsbecken am Wienfluss im Bezirk Penzing (Wien XIV.). Um 1895.

Das Bild der Stadt veränderte sich in diesen Jahren. In den Straßen waren kaum Automobile unterwegs, zum Transport von Menschen und Gütern dienten noch immer Pferde. Hinaus in die Natur fuhr man in den Wienerwald,
in die Heurigenorte oder in den Prater. Das Leben bestand jedoch nicht nur aus Müßiggang. Bilder von Arbeitern in der Fabrik bieten Einblick in die Arbeitswelt anno dazumal. Es begegnen uns auch die Sitzkassierin im Kaffeehaus, der italienische Salamutschi-Mann, die Lavendelfrau
und die Fratschlerinnen am Naschmarkt.


Das Affenhaus im Schönbrunner Tiergarten. Um 1900.


Iglauer Kinderfrau in ihrer mährischen Tracht.
Um 1905-1910.
Photographie von Emil Mayer.


Die Kugelgasse. 1917.


Apfelschiffe aus Oberösterreich im Donaukanal. Um 1905.

Im Österreichischen Volkshochschularchiv wurde nun nach fast einem Jahrhundert diese weltweit einzigartige, aus den Beständen der Wiener Urania stammende Sammlung von Diapositiven erstmals gesichtet und zugänglich gemacht. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung illustrierten sie Vorträge zu verschiedensten Themen. Miniaturmaler kolorierten die schwarzweißen Photographien von Hand, um sie lebendiger zu gestalten.
So wurde aus jedem einzelnen Bild ein Unikat von hohem
ästhetischen und dokumentarischen Wert.


Ausblick vom Riesenrad auf den Praterstern. Um 1910.


Eine der Kisten in denen die Glasdias im Österr. Volkshochschularchiv aufbewahrt wurden

Im Buch „Wien – Die Welt von gestern in Farbe“ werden jene handkolorierte Glasdias gezeigt, die damals dem Publikum bei Lichtbildvorträgen wie etwa in der Wiener Urania gezeigt wurden. Neben den auf das wiener Leben um 1900 bezogenen Bildern exisistiert noch weit mehr Bildmaterial anderer Gegenden, welche der Christian Brandstätter Verlag in Zukunft in weiteren Büchern publizieren möchte. Die Reise in die Welt der Vergangenheit in authentischer Farbe ist also noch nicht zu Ende…

auszugsweise aus

Wien – Die Welt von gestern in Farbe
Herausgegeben von Christian Brandstätter

Mit Texten von Christian Brandstätter, Gerald Piffl und
Christian H. Stifter. Mit 312 Abbildungen nach handkolorierten Glas-Diapositiven der Wiener Urania und 11 Plänen der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien aus dem Jahre 1891.

Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und
öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at

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