Maria Theresia

Maria Theresia um 1727

* 13. 5. 1717 Wien, † 29. 11. 1780 ebd., Erzherzogin von Ö., Königin von Ungarn und Böhmen 1740. Nannte sich ab 1745 „röm. Kaiserin“. Ab 12. 2. 1736 mit dem 9 Jahre älteren Hzg. Franz Stephan von Lothringen (ab 1737 Großherzog von Toskana, ab 1745 als Franz I. Kaiser)
vermählt, übernahm M. T. nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. 1740 aufgrund der Pragmatischen Sanktion tatkräftig die Regierung der habsb. Länder und führte sie autoritärer als ihr Vater. Der anfängl. Verlust der Kaiserkrone traf sie schwer. Als 1745 die Wahl ihres Gatten zum Kaiser und 1764 die des Sohnes Joseph II. zum röm. König gelang, bereitete ihr dies Genugtuung. Für sie war dadurch die gottgewollte Ordnung wiederhergestellt. Ihre Regierungszeit (maria-theresianische Epoche) war durch tief greifende Reformen gekennzeichnet, die in allen Ländern des Habsburgerreiches einen bed. Modernisierungsschub bewirkten: Die Verwaltung wurde reformiert, das Heereswesen neu organisiert (Gründung der Militärakad. in Wr. Neustadt), die Lage der Bauern verbessert (Beschränkung der Robotleistungen), die allg. Schulpflicht eingeführt, die Folter abgeschafft und der Einfluss der Kirche verringert (Aufhebung des Jesuitenordens 1773).
M. T. war Mutter von 16 Kindern (11 Mädchen, 5 Knaben), von denen 3 als Kleinkinder und 3 als Jugendliche starben. 2 Söhne wurden Herrscher (Joseph II. und Leopold II.), 2 Töchter und der jüngste Sohn blieben unverheiratet. M. T. war in jungen Jahren sehr impulsiv und lebenslustig, nicht übermäßig gebildet;

sie sprach Deutsch mit wienerischer Färbung, daneben Latein, Span., Franz. und Ital. und liebte Musik (ließ auch die Kinder Instrumente lernen) und neigte stark zum Glücksspiel. Ihrem Gatten, den sie 1740 zum Mitregenten bestellte, immer verbunden, trug sie als Witwe (ab 18. 8. 1765) stets Trauerkleidung, verwendete schwarz umrandetes Papier und war tief pessimistisch. Bis zuletzt zeichneten sie Fleiß und Pflichtbewusstsein aus.
Ihr starkes Gottvertrauen wurzelte im ö. Barockkatholizismus. Sie stiftete in vielen Kirchen Ornate und lehnte jede Toleranz ab. Streng war sie gegen Unsittlichkeit (Keuschheitskommission) auch in Unterhaltung und Theater eingestellt. M. T. litt schon in mittleren Jahren an Übergewichtigkeit und hatte im Alter beim Gehen Probleme. In ihrem Hauptwohnsitz Schönbrunn wurde daher ein Aufzug für sie eingebaut. Sie sorgte sich stets um ihre Kinder, unterzog diese (auch wegen der Vorbildwirkung) der eben erfundenen Pockenimpfung und versuchte auch den Einfluss über ihre Töchter (Marie Christine, Maria Amalia, Maria Karolina, Marie Antoinette), die z. T. mit Prinzen des weit verzweigten Hauses Bourbon verheiratet waren, aufrechtzuerhalten. Bei ihrem Tod vom Volk nur wenig betrauert, wurde M. T. später zum Symbol für Tatkraft, verbunden mit Mütterlichkeit. Schon zu Lebzeiten hing in vielen Klöstern und Schlössern ihr Bildnis, im 18. und 19. Jh. wurden ihr in mehreren Städten der Monarchie Denkmäler gewidmet

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Maria Theresia
1713 erließ Karl die Pragmatische Sanktion, die seiner Tochter erlaubte, ihm nach seinem Tod nachzufolgen. Er hob so die Erbfolge des salischen Gesetzes auf, das die Nachfolge von Töchtern ausschloss. Dadurch lieferte Karl VI. den Grund für den österreichischen Erbfolgekrieg nach seinem Tod 1740. Der Krieg begann, als Friedrich der Große (1712-1786) in Schlesien – damals die am stärksten industrialisierte Region Österreichs – einmarschierte und es für Preußen annektierte. Obwohl auch Bayern und Frankreich in die westlichen Gebiete Österreichs eindrangen, wurde Friedrich der Hauptfeind während Maria Theresias Regentschaft. Ihre Innen- und Außenpolitik war darauf ausgerichtet, Preußen zu schlagen und die annektierten Gebiete wiederzuerlangen. Sie verdoppelte die Stärke der Armee und hob Steuern ein, um den Unterhalt von Regierung und Militär zu gewährleisten. Sie legte die Kanzleien von Österreich und Böhmen zusammen und zentralisierte somit die Regierung. Justiz und Exekutive wurden vor der Zusammenlegung gemeinsam von der gleichen Behörde ausgeübt. Maria Theresia schuf ein Höchstgericht, dessen Aufgabe es war, das Recht in den österreichischen Landen aufrecht zu erhalten. Sie regelte den Schulbetrieb durch Einführung der Schulpflicht in der „Allgemeinde Schulordnung“. Diese Reformen stärkten die Wirtschaft.


Kupferstich 19. Jhdt


Maria Teresia Taler

Noch bis heute wird in der von ihr gegründeten Eliteschule Theresianum in Wien unterrichtet. In der Außenpolitik beendete sie das Bündnis mit Großbritannien, auf Rat ihres Kanzlers Wenzel Anton Graf Kaunitz (1711-1794), nachdem dieser den ehemaligen Spitzendiplomaten und langjährigen Berater des Hofes, Freiherr von Bartenstein, 1753 außenpolitisch kaltgestellt hatte; Wien verbündete sich mit Russland und Frankreich. 1751 ließ Maria Theresia in Wiener Neustadt die Theresianische Militärakademie errichten. Die medizinische Fakultät der Universität Wien wurde besser ausgestattet und die Universität um die „Neue Aula“ erweitert. Nachdem diese Reformen Wirkung gezeigt hatten, bereitete Maria Theresia die Armee 1756 auf einen Angriff auf Preußen vor. Friedrich II. kam ihr aber zuvor und marschierte in Sachsen – einem Verbündeten Österreichs – ein. Damit begann der siebenjährige Krieg. Der Krieg endete 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg, mit dem Schlesien endgültig an Preußen fiel.

DharmeshGeschichteMaria Theresia Maria Theresia um 1727 * 13. 5. 1717 Wien, † 29. 11. 1780 ebd., Erzherzogin von Ö., Königin von Ungarn und Böhmen 1740. Nannte sich ab 1745 'röm. Kaiserin'. Ab 12. 2. 1736 mit dem 9 Jahre älteren Hzg. Franz Stephan von Lothringen (ab 1737 Großherzog von Toskana,...