Luftfahrt in Österreich

Die Ballonfahrt


„J. P. Blanchards Ankunft in Groß-Enzersdorf bei Wien von seiner 38. Luftreise“
Kolorierter Stich von H. Löschenkohl. 1791

6.Juli 1784. Nur knappe acht Monate nach dem ersten bemannten Aufstieg der Brüder Montgolfier am 21.November 1783 lässt der Feuerwerksunternehmer Johann Georg Stuwer (?1802) im Prater einen Ballon mit vier Mann Besatzung an einem „Seil mehrmals auf- und niedersteigen.“ Unbemannte Versuche waren in Wien schon zuvor von dem Grazer Buchdrukker Aloys von Widmannstätten und dem Kunstreiter und Zirkusinhaber Johann Hyam durchgeführt worden. Bei einer weiteren Vorführung Stuwers am 25.August 1784 hatten die Wiener erstmals Gelegenheit, einen freifliegenden bemannten Ballon zu sehen, wenn auch unfreiwillig, da das Halteseil gerissen war. Der nur zur Hälfte gefüllte Ballon konnte jedoch nach kurzer Luftfahrt und mit etwas Glück am jenseitigen Ufer des Tabor-Donauarmes zu Boden gebracht werden. Danach scheint eine Unterbrechung der Experimente eingetragen zu sein, zumal Josef II. der Ballonfahrt ablehnend gegenüberstand. Erst im Frühjahr 1791 unternahm Jean Pierre Blanchard, der am 7.Jänner 1785 gemeinsam mit John Jeffries in einem Ballon den Ärmelkanal von Dover nach Calais überquert hatte, in Wien wieder derartige Versuche. Nach einigen Fehlschlägen konnte er schließlich doch große Erfolge verzeichnen. Seine 38. Luftreise am 6.Juli 1791 verlief besonders erfolgreich. Er stieg gegen 12 Uhr im Prater auf und landete um 1 Uhr in der Nähe von Großenzersdorf. Vom dortigen Pfarrer und den Stadthonoratioren wurde er im Triumph in di Stadt gebracht und zum Ehrenbürger ernannt. Später (am 2., 14. Und 15 August 1791) glückten ihm noch weitere Luftfahrten mit Landungen in Simmering, Laa und auf dem Wienerberg.

Text auszugsweise aus

Stadtchronik Wien
Dr. Christian Brandstätter, Dr. Günter Treffer
2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern
Von den Anfängen bis zur Gegenwart

mit freundlicher Genehmigung

Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at

Luftfahrt


Die Etrich Taube, in der Literatur häufig auch Etrich II Taube genannt, ist ein vom österreichischen Flugpionier Igo Etrich entwickeltes Flugzeug. Es ist eines der ersten in größerer Stückzahl gebauten Flugzeugmodelle. Die hier abgebildete Lohner Etrich-F „Taube“ befindet sich im Flugmuseum AVIATICUM – Wiener Neustadt.

Die Luftfahrt begann mit der ersten Heißluftballonfahrt im Wiener Prater im August 1784. Die Anfänge der Luftfahrt „schwerer als Luft“ lassen sich in Österreich bis 1877 zurückverfolgen, als W. Kreß in Wien mit dem Bau von Flugmodellen begann. Sein erster Motorflug 1901 scheiterte. Ab 1899 baute der Wiener Ing. F. Wels ebenfalls Flugzeugmodelle.


Flugzeug vom Typ „Etrich-Monoplan“. 1911

Die ersten Motorflüge gelangen I. Etrich und seinem Piloten K. Illner 1909/10 in Wiener Neustadt. 1911/12 erfolgte der erste Passagierflug mit dem Stagl-Mannsbarth-Luftschiff. Theoretische Grundlagen dafür schuf unter anderem R. Knoller, der im 1. Weltkrieg Militärflugzeuge baute, sowie die 1909 eingerichtete Lehrkanzel „Luftschifffahrt und Automobilwesen“ an der Technischen Hochschule in Wien (1945 Institut für Leichtbau und Flugzeugbau). Die Flugzeugproduktion erlebte nochmals im 2. Weltkrieg aus militärischen Gründen einen Höhepunkt.


Der Zeppelin über Wien
1929

LZ 127 Graf Zeppelin über
dem Parlament in Wien

Text auszugsweise aus

aeiou – das kulturinformationssystem des bm:bwk
14.000 Stichwörter und 2000 Abbildungen aus Geschichte, Geographie, Politik und Wirtschaft Österreichs
www.aeiou.at

„schwerer als Luft. 100 Jahre Motorflug in Wien“

Ausstellung – 18. September 2009–26. Februar 2010
Wienbibliothek im Rathaus


Der Franzose Louis Blériot demonstrierte am 23. 10 .1909 im Rahmen eines
Schaufliegens auf der Simmeringer Heide seine Flugmaschine.

Im Oktober 1909 kam der Franzose Louis Blériot, der im Juli desselben Jahres als Erster den Ärmelkanal überflogen hatte, auf seiner Tournee durch Europa auch nach Wien. Am 23. Oktober führte er auf der Simmeringer Haide seine Flugkünste vor. Rund 300.000 Menschen pilgerten an die Peripherie und feierten das Aufsehen erregende Spektakel. Zweimal hob Blériot ab und führte Aufstieg und Landung, aber auch kleine Flugkunststücke wie Schlingen und Achter vor.


Fischamend, Hubschrauberflugversuche, 1918
© Wienbibliothek im Rathaus

Dieses für die Wiener Stadtgeschichte bedeutende Ereignis veranlasste die WissenschaftlerInnen der Wienbibliothek, in den reichhaltigen Sammlungen historische Aviatika zu recherchieren und in einer Ausstellung unter dem Titel „schwerer als Luft. 100 Jahre Motorflug in Wien zu präsentieren. Zusammengetragen wurden aus den Beständen der Wienbibliothek überraschende Dokumente, Korrespondenzen, Zeichnungen, Musikalien, Plakate, Bücher, Zeitungsberichte und insbesondere Fotos, die die hundertjährige Motorfluggeschichte illustrieren. Eine Zeitachse, die den Besucher durch 100 Jahre Motorfluggeschichte Wiens führt, bietet eine reichhaltige Dokumentation einschneidender, manchmal katastrophaler, manchmal an „Wunder“ grenzender Ereignisse, wobei die wechselvolle Geschichte von insgesamt 51 Flugfeldern und Flughäfen entsprechenden Raum erhält. Anhand der Biografien von Flugpionieren, Flugzeugkonstrukteuren, der Piloten und Pilotinnen sowie von Stewardessen wird den großen Leistungen und Leidenschaften nachgegangen. Der Bogen spannt sich hier von den Pionieren wie Victor Silberer, „Igo“ Etrich bis zum Rettungsflieger Robert Holzinger oder dem Red Bull Air Race Weltmeister Hannes Arch. Zudem eröffnen rare Filmdokumente aus dem Filmarchiv Austria und aus Privatbesitz intensive visuelle Eindrücke aus der Frühzeit des Fliegens.


Werbeplakat Beck Schuhe, 1957
© Wienbibliothek im Rathaus

Lange Zeit galten Flugzeuge als Synonym für Fortschritt und Modernität. Sie tauchen daher von den 1920er bis zu den 1960er Jahren konstant in der Plakatwerbung auf. Mit Flugzeugen wurden Schuhe, Bekleidung, Zigarettenmarken etc. beworben. Die ausgestellte Auswahl an Plakaten zeigt diese frühen Beispiele ebenso wie die in den 1970er Jahren üblich werdende Tourismuswerbung, deren Slogans eine alte mythologische Sehnsucht mit der modernen Massenerfahrung des Fliegens verbinden.

Text auszugsweise aus

Websercice der Stadt Wien
wien.at vereinigt umfangreiche Informationen und Dienste zu allen Lebensbereichen der Stadt Wien sowie zahlreiche weitere Services
www.wien.gv.at

DharmeshGeschichteLuftfahrt in Österreich Die Ballonfahrt 6.Juli 1784. Nur knappe acht Monate nach dem ersten bemannten Aufstieg der Brüder Montgolfier am 21.November 1783 lässt der Feuerwerksunternehmer Johann Georg Stuwer (?1802) im Prater einen Ballon mit vier Mann Besatzung an einem „Seil mehrmals auf- und niedersteigen.“ Unbemannte Versuche waren in Wien schon zuvor...