Historischer Atlas Österreich
Manfred Scheuch
Christian Brandstätter Verlag

Manfred Scheuch zeigt in diesem Buch kontinuierlich die Geschichte Österreichs mit dem Blick auf die historischen Grenzveränderungen: also die in Kartenskizzen darstellbare Entwicklung des Landes vom alten Keltenreich Noricum über die Grenzmark des Reiches, das Weltimperium der Habsburger bis zur Großmacht Donaumonarchie und zur kleingewordenen Republik. Auch die Geschichte aller österreichischen Bundesländer vor ihrem Zusammenwachsen zu einem gemeinsamen Staat wird gebührend berücksichtigt.
Für den Autor ist geschichtliches Wirken nicht allein in den Taten der Herrschenden, im Landerwerb durch Eroberung oder durch (die für Österreich sprichwörtlich gewordene) Fürstenheirat zu erkennen. Er widmet auch den sozialen Unruhen – von den Bauernaufständen und Hexenprozessen über die Reformation und die 48er-Revolution bis zu den Ereignissen des Jahres 1934 – große Aufmerksamkeit. Für die Geschichte des 20. Jahrhunderts erfasst das Werk unter anderem alle Parlamentswahlen (seit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1907), die detaillierten Gebietsveränderungen infolge des Vertrages von Saint-Germain und die Folgen des „Anschlusses“ an das Hitlerreich und des darauffolgenden Krieges.
Der Historische Atlas Österreich schließt eine Lücke in der für jedermann zugänglichen Literatur zur historischen Entwicklung des Landes. Er ermöglicht es erstmals, sich anhand von fast 200 Planskizzen ein kontinuierliches Kartenbild des Schicksals Österreichs zu verschaffen. Zahlreiche Abbildungen und historische Landkarten ergänzen die Texte und Karten dieses aus dem besonderen Blickwinkel auf Räume und Grenzen gestalteten Geschichtsbuches.

Vorwort zum Buch
Als der Verleger Christian Brandstätter im Jahr 1994 mein Projekt eines Österreich-Atlanten der etwas anderen Art verwirklichte, erfüllte sich für mich ein schon seit Langem gehegtes Vorhaben. Ich wollte einen historischen Atlas vorlegen, der sich speziell der Geschichte Österreichs unter Einschluss der Bundesländer in deren geschichtlicher Entwicklung widmet, in dem dies kontinuierlich auch im Kartenbild festgehalten wir. Die in den Schulen verwendeten oder sonst für jedermann zugänglichen Atlanten zeigen die Geschichte Österreichs bestenfalls auszugsweise, die seiner Bundesländer kaum. Spezialwerke geben zwar im eigentlichen Sinn des Wortes historische, also jeweils zeitgenössische Karten wieder, auf denen allerdings selbst dem interessierten Laien die Orientierung eher schwer fällt. (Dieser neueste, 6. Auflage meines Buches hat der Verlag dankenswerter Weise auch eine ganze Reihe solcher Karten aus den verschiedenen Jahrhunderten beigegeben). Andere Kartenwerke, wie jene des „Historischen Atlas von Wien“, gehen wieder so sehr ins Detail, dass sie wohl zumeist in der Hand von Spezialisten bleiben.



Da mir bekannt war, dass beispielsweise Bayern und die Schweiz schon vor Jahrzehnten auf ihre Länder spezialisierte historische Atlanten herausgebracht haben und sogar die deutschen Schulatlanten der Zwischenkriegszeit, die mir als Schüler vorlagen, sehr gute Karten der Entwicklung der deutschen Länder enthielten, habe ich diese Lücke im österreichischen Bildungswesen als besonders schmerzlich empfunden. Deshalb habe ich bereits im Jahr 1982 versucht, diesen Mangel wenigstens andeutungsweise durch ein ganz einfach gestaltetes Büchlein „Österreichs Schicksal im Kartenbild“ zu beheben, nachdem meine diesbezüglichen Beiträge in der damals noch existierenden „Arbeiter-Zeitung“ bei der Leserschaft großen Zuspruch gefunden hatten.
Das Ostarrichi-Millennium 1996 schien mir ein Anlass, endlich einen umfassenden Atlas dieser für Österreich neuen Art vorzulegen, in dem die einzelnen Karten durch entsprechende Texte zum historischen Ablauf ergänzt wurden. In Christian Brandstätter fand ich – nach dem Erfolg meiner von seinem Verlag herausgebrachten zweibändigen Atlanten zur Zeitgeschichte – einen aufgeschlossenen Verleger, der sofort bereit war, das ihm vorgeschlagene neue Projekt zu realisieren.



Es war nicht meine Absicht, die Geschichtsdarstellungen über Österreich nur durch eine zusätzliche zu vermehren; ich wollte die Auswahl der Entwicklung unseres Landes so treffen, dass das historische Umfeld der jeweiligen Landkarte umrissen wurde. Ein Teil der mehr als 160 Kartenskizzen hat selbstverständlich ältere und neuere Historische Atlanten und Spezialwerke zur Grundlage, ein anderer Teil wurde vom Verfasser neu erarbeitet. Dass nur Kartenskizzen, allerdings im Vierfarbdruck, vorgelegt werden können und nicht ausgefeilte kartographische Wiedergaben, hat sowohl in Kostengründen als auch in der Tatsache seine Ursache, dass ein Einzelautor mit einem solchen Werk überfordert wäre. Mein Atlas soll nicht nur in Wort, Bild und Kartenskizze der Leserin und dem Leser anschauliche Information bieten, ich habe auch schon in der ersten Auflage meine Hoffnung ausgesprochen, dass dieses Werk vielleicht eines Tages noch dazu anregt, einen umfassenden, allen Anforderungen der modernen Kartendarstellung genügenden österreichischen Geschichtsatlanten zu schaffen. Es bleibt weiterhin mein Wunsch, dass die historische Wissenschaft ein solches zweifellos mehrjährige Teamarbeit erforderndes Projekt realisieren wird. Die Kenntnis vom Werden unserer Heimat Österreich in einem solchen umfassenden, gediegenen Standardwerk dürfte vielen Interessierten willkommen sein und würde auch öffentliche Förderung verdienen.

Dr. Manfred Scheuch Wien, im September 2007

Manfred Scheuch
Dr., geboren 1929 in Wien, von 1970 bis 1989 Chefredakteur der „Arbeiterzeitung“, danach Mitarbeiter des „Standard“.
Im Christian Brandstätter Verlag sind einige seiner erfolgreichen Historischen Atlanten erschienen, unter anderem „Atlas zur Zeitgeschichte – Europa im 20. Jahrhundert“ und „Historische Atlas Deutschland“. 1997 wurde er mit dem Volksbildungspreis der Stadt Wien ausgezeichnet.

DharmeshGeschichteHistorischer Atlas Österreich Manfred Scheuch Christian Brandstätter Verlag Manfred Scheuch zeigt in diesem Buch kontinuierlich die Geschichte Österreichs mit dem Blick auf die historischen Grenzveränderungen: also die in Kartenskizzen darstellbare Entwicklung des Landes vom alten Keltenreich Noricum über die Grenzmark des Reiches, das Weltimperium der Habsburger bis zur Großmacht Donaumonarchie und zur...