1. Türkenbelagerung


Türkenbelagerung 1529 – Stich von A. Ortelius, 1601

1529 – drei Jahre nach der Schlacht bei Mohács – belagerte eine türkische Streitmacht von mehr als l00 000 Mann zum ersten Mal das Herz des Reiches, die Residenzstadt Wien. Die Türken hatten einen Teil ihres Trosses auf Schiffe verladen und diese donauaufwärts bis vor Wien rudern und streckenweise ziehen lassen. Um die Wiener von allen Nachschublinien abzuschneiden, verbrannten die Türken die hölzernen Donaubrücken. Die Belagerung Wiens brachte den Türken keinen Erfolg. Heftiger Schneefall Mitte Oktober ließ sie einen vorzeitigen Wintereinfall befürchten und ihre Zelte abbrechen. Das Abendland atmete auf.

Ausschnitt aus der Rundansicht von Sebald Beham und Niclas Meldeman, darstellend die erste Türkenbelagerung Wiens im Oktober 1529. Entstanden 1529, gedruckt 1530.
Der Plan zeigt die Stadt Wien und die ringsum anstürmenden türkischen Soldaten in einer Ansicht von Norden. Im Zentrum die Stephanskirche. Über deren Südturm das Kärntner Tor. Links und rechts dieses Tores schlagen die Türken – historisch korrekt – Breschen in die Stadtmauer. Die Breschen wurden von den Verteidigern notdürftig mit Holzbalken verschlossen, was an der Mauer links vom Kärntner Tor zu sehen ist. An der Bresche rechts vom Kärntner Tor starkes Feuer, offensichtlich nach einer der zahlreichen Minen-Explosionen. Rechts daneben die Augustinerkirche, und wieder rechts davon (vom Bildrand teilweise abgeschnitten) die Hofburg. Unter der Burg die Michaelerkirche, und wieder darunter die Peterskirche.
Links und rechts des Stephansturms einige der Verteidiger, rechts gepanzerte Reiter („Reisige“) und links Pikeniere zu Fuss. Diese Truppen sind die österreichischen Landsknechte unter Eck von Reischach, der unmittelbar links vom Turmhelm hoch zu Ross zu sehen ist. Im dargestellten Stadtteil waren etwa 3.000 Verteidiger anwesend.


Kupferstich-Radierung von Johann Passini nach Karl Ruß, 1820

Während der Belagerung diente der Stephansturm als Beobachtungsposten. Dabei fertigte ein unbekannt gebliebener Künstler Zeichnungen der Kampfszenen an. Der Nürnberger Maler, Drucker und Verleger Niclas Meldeman erkannte sehr rasch nach Ende der Türkenbelagerung die Verkaufsaussichten für ein historisches „Schlachtengemälde“ von diesem Ereignis. Er zog auf eigene Kosten nach Wien und erwarb dort die Zeichnungen vom Stephansturm. Er liess diese vom Dürer-Schüler Hans Sebald Beham (1500 – 1550) in „recht ordentliche form“ bringen und 1530 in Nürnberg drucken.
Der Originaltext am Rundplan lautet: „Der stadt Wien belegerung, wie die auff dem hohen sant Steffansthurn allenthalben gerings vm die gantze stadt zu wasser vnd landt mit allen dingen anzusehen gewest ist Vn von einem berumpten maeler […] verzeychnet vnd abgemacht gescheen nach Christi geburt MCCCCCXXIX vnd im XXX in truck gepracht. Gemacht zu Nurenberg durch Niclaßen Meldeman brifmaler bey der lange prucken wonhaft, nach Christi geburt.“

Das Palais der Albertina erhebt sich im historischen Zentrum Wiens auf der Augustinerbastei, einem der letzten noch erhaltenen Abschnitte der Befestigungsanlagen aus der Zeit nach der Türkenbelagerung von 1529.

1547 wurde zwischen der Hohen Pforte und dem Reich ein Waffenstillstand geschlossen, der Kaiser Ferdinand I. kräftige Tributzahlungen abverlangte und Ungarn in drei Teile gliederte: der westliche Teil Ungarns mit Kroatien und einem Teil der dalmatinischen Küste blieb habsburgisch, im Osten, in Siebenbürgen, regierten türkische Vasallen, der mittlere Teil, die Tiefländer an Donau und Theiß, wurde von mehreren Paschas verwaltet. In den Jahrzehnten nach der ersten Belagerung Wiens versuchten die Türken wiederholt, den Misserfolg von 1529 auszugleichen. Mehrmals drangen türkische Heere, unterstützt von Donauflottillen, ohne besonderen Erfolg gegen das habsburgische Reich vor. Gegen Ende 1540 wurde dem kaiserlichen Fahneneid die bis Ende des Ersten Weltkrieges gültige Formel „zu Wasser und zu Land“ beigefügt. Gleichzeitig erschien eine „Schiffsordnung“, die die deutschen Landsknechte zum Kampf auf dem Wasser verpflichtete. „Wie es auff dem Mörr zu faren mit den Teutschen Khnechten soll gehalten sein“ lautete ihr Titel.


Türkische Kriegsbogen, 16. Jahrhundert


Säbel Sultan Soleimans des Prächtigen


Säbel des Sultan Bayezid II.

1556 führte der 72jährige Sultan Suleiman persönlich einen Feldzug gegen das habsburgische Westungarn. Die Türken, die das Ziel hatten, das habsburgische Reich im Zentrum zu treffen, wurden in Sziget aufgehalten, einer kleinen, gut befestigten Stadt westlich Fünfkirchen. Die türkische Heermacht war der von Niklas Graf Zrinyi befehligten Besatzung der Festung im Verhältnis 100 : 1 überlegen, dennoch dauerte der Widerstand der Christen bereits mehrere Wochen. Suleiman forderte zur Unterstützung der Belagerer eine Flotte von Kriegsgaleeren an, die mit starken Geschützen armiert waren. Sogleich wurden sie von Belgrad, ihrem Ankerplatz, die Donau aufwärts gerudert. Nach mehrwöchiger Belagerung und Beschießung fielen die Festung und ihr tapferer Verteidiger. In der gleichen Nacht starb Suleiman in seinem Zelt. Der Großwesir versuchte, den Tod des Sultans einige Zeit geheimzuhalten, um einen Aufruhr wegen Thronfolgestreitigkeiten zu vermeiden. Der Leibarzt des Sultans, Mitwisser des wenig heldenhaften Todes im Zelt, wurde auf der Stelle erwürgt, alle anwesenden Diener und Sklaven erdolcht. Die türkische Armee zog sich mit dem vermeintlich erkrankten Sultan, der seine Sänfte nie verließ, wieder zurück. Selim II., Sohn und Nachfolger Suleimans, schloss bald darauf mit Wien Frieden.


Die Belagerung von Szigetvar

Freitag, 2 Dezember 2005

Auf Ihrer Web-Seite lese ich von den 1. Türkenbelagerung. Es ist zwar richtig, dass der auf Ungarisch lautende Name des kroatischen Bans Zrinyi lautet, der gute Mann ist jedoch Kroate und hiess mit vollen Namen Nikola ©ubiæ (Schubich) Zrinski. Der türkische Großvesier von Suleiman II, Mehmed Sokoloviæ, war von Geburt her aus Kroate, wurde aber als Knabe von der Türken verschleppt und im Geiste des Islam aufgezogen. Eine „mehrwöchige Belagerung“ waren eigentlich zwei Monate. Als von den 2500 Verteidigern nur noch 40 in der veschantzten Festung übrig blieben (die Türken hatten bereits sämtliche Verteidigungringe durchbrochen) entschloß sich Zrinski mit seinen Mannen auf einen ehrenvollen Tod im Stil von, heute würde man sagen „Butch Cassidy and Sundace Kid“ (letzte Szene). Von den 40 herausstürmenden Verteidigern überlebte nur einer. Die zu spät eintreffende Habsburger-Armee befaßte sich dann noch mit einer, die Amerikaner würden sagen „mopping-up“ Operation.
lg
vinko purgar

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