Hl. Stephan (Ikonendarstellung)

Der Stephanitag ist kein unmittelbarer Festtag des Weihnachtsfestkreises, an ihm wird des heiligen Stephanus gedacht. Er war der erste Märtyrer. Stephanus zeichnete sich durch seine Feindesliebe aus. Sein Tod, von der Gerichtsverhandlung bis zur Hinrichtung durch Steinigung, ist in der Bibel ausführlich beschrieben. Das Fest des heiligen Stephanus ist im Osten seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Im Westen fand es im 5. Jahrhundert Verbreitung. Den Fund von Reliquien des heiligen Stephanus datiert man um 415. Seitdem wurden ihm zu Ehren zahlreiche Kapellen und Kirchen geweiht, so etwa der Stephansdom in Wien.
Stephanus war der erste von sieben Diakonen (griech. = Diener) der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht worden. Sie waren zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer
Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1 – 7). Stephanus galt als herausragender Prediger. Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den helleni- stischen Juden Jerusalems in Konflikt. Sie brachten ihn unter dem Vorwurf der „Reden wider die heiligen Stätten und das Gesetz“ vor den Hohen Rat (Apostelgeschichte 6, 8 – 15). Er durfte seine Verteidigungsrede, in der er seinen christlichen Glauben bekannte, nicht zu Ende führen. Die Richter

Die Predigt des hl. Stephan in Jerusalem. Ölbild um 1515

Die Predigt des hl. Stephan in Jerusalem. Ölbild um 1515
sahen sein Antlitz wie das eines Engels strahlen, hielten sich aber die Ohren zu vor seiner flammenden Verteidigungsrede, mit der er sein Bekenntnis durch Berufung auf Mose und die Propheten ablegte. Die in Apostelgeschichte 7, 2 – 53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete. Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge vor den Stadttoren – nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor – gesteinigt. Stephanus sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und starb (Apostelgeschichte 7, 54 – 60). Saulus von Tarsus, der spätere Paulus, stimmte nach eigenem Bekunden der Hinrichtung zu und bewachte die Kleider der Zeugen, die gegen Stephanus ausgesagt hatten. Stephanus‘ Steinigung war der Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem Apostelgeschichte 8, 1 – 3).
Hl. Stephanus – Fresko im Friedrichschor des Stephansdomes – die Steine als Marterwerkzeuge und die Märtyrerpalme als Erkennungszeichen

Hl. Stephanus – Fresko im Friedrichschor des Stephansdomes – die Steine als Marterwerkzeuge und die Märtyrerpalme als Erkennungszeichen

560 wurden seine Gebeine, nach mehreren Irrwegen, in der Krypta von S. Lorenzo fuori le mura in Rom neben dem Leichnam des römischen Diakons Laurentius bestattet. In der Krypta dieser römischen Kirche enthält nun ein antiker Sarkophag die Gebeine von Stephanus und Laurentius. Ein Mosaik der unter Papst Pelagius II. um 585 erweiterten Kirche stellt Stephanus mit Pelagius, Laurentius mit Hippolytus dar. Stephanus und Laurentius gelten als die Stadtpatrone von Rom, seitdem wurden die beiden Erzdiakone und Erzmärtyrer häufig zusammen dargestellt. Sie gehörten zu den im Mittelalter am meisten verehrten Märtyrern. Stephanus wurde im Osten schon im 4. Jahrhundert, im Westen seit dem 5. Jahrhundert verehrt. Das Fest des Stephanus am Tag nach dem der Geburt Jesu wurde schon seit der Einführung des Weihnachtsfestes begangen, wodurch die
Freude über die Geburt und die Trauer über die Bedrohtheit des Lebens ganz nahe zusammen gesehen wurden. Im Mittelalter förderten besonders die deutschen sowie die ungarischen Könige und Kaiser seinen Kult. Besondere Bedeutung erlangte Stephanus für Pferde, die in seinem Namen gesegnet wurden, am Stephanstag wechselten Pferdeknechte und Kutscher ihren Arbeitgeber. Gesegneter Rotwein, in den ein Stein versenkt wurde, galt als Heilmittel. An Arme wurde am Stephanstag Brot ausgeteilt, womit die ursprüngliche Tätigkeit der Diakone nachvollzogen wurde. Kinder zogen singend von Haus zu Haus und baten um Gaben, dieser Brauch ist dann auf den 6. Januar übergegangen. Das früher reiche Brauchtum ist heute vergessen.

DharmeshFest- & FeiertageDer Stephanitag ist kein unmittelbarer Festtag des Weihnachtsfestkreises, an ihm wird des heiligen Stephanus gedacht. Er war der erste Märtyrer. Stephanus zeichnete sich durch seine Feindesliebe aus. Sein Tod, von der Gerichtsverhandlung bis zur Hinrichtung durch Steinigung, ist in der Bibel ausführlich beschrieben. Das Fest des heiligen Stephanus ist...