Über Jahre hinweg fristete er ein eher beiläufiges Dasein in heimischen Gärten. Mannigfache Kreuzungen haben eine großen Sortenvielfalt hervorgebracht. Doch nur ein kleiner Teil der 800 heute bekannten Sorten ist essbar, der Rest dient als Zierpflanze. Auch unter den essbaren Vertretern gibt es große Unterschiede im Geschmack. Die teilweise riesigen Gartenkürbisse können eher fad und mehlig schmecken. Kulinarische Spitzenreiter sind der Muskatkürbis und der Hokkaido. Der Kürbis ist nicht nur ein schmackhaftes und farbenprächtiges Gemüse, auch seine medizinische Wirkung steht schon lange hoch im Kurs. In der Klosterheilkunde gehörte der Flaschenkürbis zu den Pflanzen, die als sanft kühlend und feuchtigkeitsspendend betrachtet wurden. Deshalb galt er als ein sehr wichtiges Mittel gegen die „Hitze“ innerer Organe, insbesondere der Leber, der Nieren und der Blase. Auch die entwässernde, harntreibende Wirkung der Kürbiskerne ist schon lange bekannt.
Kürbiscremesuppe

Zutaten:
Muskatkürbis, in Würfel geschnitten
geschnittene Schalotten
gehackter Knoblauch
geriebener Ingwer
Gemüsebrühe
frische süße Sahne
Crème fraiche
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Rapsöl
Kürbiskernöl

Zubereitung:
Das Rapsöl in einen vorgewärmten Topf geben. Geschnittene Schalotten und gehackten Knoblauch dazugeben und anschwitzen (Schalotten glasig dünsten). Den in Würfel geschnittenen Kürbis und geriebenen Ingwer dazugeben, mit Gemüsebrühe auffüllen und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Frischen Schlagobers und etwas Crème fraiche dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Nochmals aufkochen lassen. Anschließend mit einem Mixer pürieren und nochmals im Topf erwärmen. Zum Schluss etwas Kürbiskernöl drübergeben.
Kürbiseintopf
Zutaten:

750g mageres Schweinefleisch
750g ausgelöstes Kürbisfleisch
750g Kartoffeln
300g Tomaten
300g Porree
50g Margarine
1l Fleischbrühe
1 Bund Petersilie
edelsüßes Paprikapulver, Kümmel, Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:

Die Kartoffeln und den Kürbis schälen und beides in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten in kochendem Wasser kürz brühen, enthäuten und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Porree putzen und in Scheiben schneiden. Die Margarine in einem Topf schmelzen, das Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden und in der Margarine anbraten. Dann das Gemüse zugeben und kurz mitdünsten. Mit 1 EL Paprika, 1 TL Kümmel, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken und mit der Fleischbrühe ablöschen. Alles bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen. Die Petersilie waschen und hacken, dann über den Eintopf geben und servieren.
Kürbistascherl
Zutaten:

500g Muskat-Kürbis
2 Stückchen frischen und ein Stück kandierten Ingwer
1 Zwiebel
500g Ricotta
Weinessig
Zucker
Knoblauch
2 – 3 Eigelb
Salz, Pfeffer, Muskat
10 g Butter

Zubreitung:
Die klein geschnittene Zwiebel und Ingwer in Butter andünsten. Den Kürbis klein gewürfelt dazugeben und mit Essig abschmecken. Nach ca. 10 Minuten dünsten. Den Kürbis mit dem Ricotta, Eiern und Gewürzen vermischen und abschmecken. Den ausgerollten Nudelteig mit Eigelb bestreichen. Die Masse auf den Nudelteig auftragen, Tascherl ausradeln und kurz im kochenden Salzwasser garen. Vor dem Servieren in Butter schwenken. Auf einen Teller geben und Parmesan darüber hobeln.
Kürbiskuchen
(Pumpkin Pie)
Zutaten:

Mürbeteig:
250 g Mehl
1/2 TL Backpulver
75 g Zucker
1 Ei
125 g Butter

Füllung:
350 g Kürbispüree (selbstgemacht aus gekochtem oder gebackenem Kürbis)
150 g brauner Zucker
je 1/2 Teelöffel Ingwer u. Muskatnuß
1 TL Zimt, Prise gem. Nelken
2 EL Zuckerrübensirup
3 Eier, verquirlt
250 ml Schlagobers

Zubereitung:
Zutaten für den Mürbeteig kneten und kalt stellen, dann Springform (26 bis 28 cm) damit auskleiden, Rand etwa 3 Zentimeter hoch formen. Die restlichen Zutaten verrühren und in die Teigform gießen. Etwa 45 Minuten bei 180 Grad backen.
Kürbiskernöl

Kürbiskernöl (kurz „Kernöl“ genannt) ist eine steirische kulinarische Spezialität und wird aus den gerösteten Kernen einer lokalen Kürbissorte hergestellt. Es dient der Verfeinerung von Salaten und Suppen. Kürbiskernöl ist dickflüssig, von dunkelgrüner bis dunkelbrauner Farbe und hat ein ausgeprägtes Nussaroma. Es ist sehr gesund, da es einen hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält (vor allem Ölsäure). Das Öl wird aus dem Steirischen Ölkürbis (lat. Cucurbita pepo var. styriaca, auch als var. oleifera bezeichnet) hergestellt. Diese Varietät unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Kürbisformen (z.B. Hokkaidokürbis oder Zucchini) durch ein einzigartiges Merkmal: Sie hat die verholzende Samenschale durch eine Mutation vor etwa 100 Jahren verloren, so dass den Samenkern nur noch ein dünnes Silberhäutchen schützt. Die weiche Konsistenz der Kerne ermöglicht eine effiziente Pressung des Öls. Der Ölkürbis wird im traditionellen Gebiet der südlichen Steiermark sowie dem südlichen Burgenland und den angrenzenden Gebieten Ungarns und Sloweniens angebaut; die Kultur wird erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in größerem Umfang betrieben. Die etwa 8 bis 10 kg schweren Früchte reifen auf den sandig-lehmigen Böden bei einem besonderen Klima aus Wärme und Feuchtigkeit. Wenn im Herbst die Farbe der Kürbisfrüchte Grün nach Gelborange gewechselt hat, werden die bis zu 1000 Samen maschinell oder in kleinen Betrieben noch von Hand aus dem Fruchtfleisch gewonnen. Die Samen werden gewaschen, bei 50 °C getrocknet und anschließend gemahlen. Um das Öl aus dem trockenen Mehl zu gewinnen, werden die gemahlenen Samen mit Wasser und Salz angerührt und ein zweites Mal geröstet, bis das Wasser verdunstet ist; dabei wird der Teig ständig gerührt. Der fertige Brei wird nun gepresst. Das frische Öl lässt man noch einige Tage stehen, damit sich die Schwebstoffe absetzen. Kühl und dunkel gelagert hält sich das Öl höchstens ein Jahr. Um ein Liter Öl zu gewinnen, benötigt man 3 kg Kerne oder 35 kg Kürbisse. Kürbiskernöl erscheint in der Durchsicht dunkelgrün und der Aufsicht dunkelrot bis rotbraun. Die intensive Farbe geht auf im Öl gelöste Pflanzenpigmente zurück (Chlorophyll, Phäophytin). Das Öl eignet sich hauptsächlich als Salatöl oder zur Aromatisierung. Keinenfalls soll es zum Braten verwendet werden. Kürbsikernöl ist lichtempfindlich und muss lichtgeschützt und kühl gelagert werden. Durch Sonneneinstrahlung kann es bitter werden, daher Salate erst direkt vor dem Servieren anmachen.