24. Dezember
Der Heilige Abend, umgangssprachlich kurz Heiligabend genannt, ist der Vorabend des Weihnachtsfestes, der 24. Dezember.

Im liturgischen Kalender ist ihm das Gedächtnis an Adam und Eva (Paradies und Sündenfall) zugeordnet. Er ist der letzte Tag der Adventszeit und wird noch heute vielerorts bis zur nächtlichen Weihnachtsmesse (Mette) als Fastentag begangen, doch hat sich die familiäre Weihnachtsfeier mit Bescherung und Festessen in Europa mehr und mehr auf den Abend oder schon den Nachmittag vorverlagert. Kirchlicherseits und außerhalb Europas wird dagegen weiterhin der 25. Dezember als Weihnachtstag begangen. Auch die Gottesdienstzeit ist von der Mitternacht immer weiter in die Abendstunden vorgezogen worden. Bei Sonnenuntergang am späten Nachmittag finden vielerorts bereits „Kinderchristmetten“ und „Krippenspiele“ statt. Die eigentliche Christmette darf gemäß erneuerter liturgischer Vorschriften der Katholischen Kirche jedoch nicht vor 22 Uhr beginnen, da es sich um eine Nachfeier handelt, weil Christus nach Auskunft des Neuen Testamentes in der Nacht geboren wurde. Nach antikem Kalender beginnt der neue Tag bereits am Vorabend, darum gehört die nächtliche Feier bereits zum folgenden Weihnachtstag und nicht mehr zum Heiligen Abend.

Im englischen Sprachraum wird der Heilige Abend als Christmas Eve bezeichnet und ebenfalls erst der 1. Weihnachtstag (25. Dezember) gefeiert.
Baum der Erkenntnis
Christbaumkaufen:
in den letzten beiden Wochen vor dem Heiligen Abend je nach Philosophie eher früher oder später angesiedeltes vorweihnachtliches Ritual. Der Christbaumkauf ist die moderne Folgetradition zum Christbaumschlagen und gruppiert sich mit dem darauf folgenden Christbaumschmücken und dem finalen Christbaumilluminieren zum Dreigestirn österreichischer Hoch-Festlichkeit.
D. ist mein Lektor am nunmehr vierten Roman und mein guter Freund. Uns verbindet viel: unsere Arbeit im Besonderen. Allgemein die Literatur, ja, klar. Aber auch heimliche Liebe zu Lemmy Kilmisters Heavyrock-Zerstörern Motörhead sowie Wertschätzung für dalmatinische Küche und Rotweine. Uns verbinden zudem hunderte gemeinsame Bekannte und ein periodisches Bedürfnis, sie alle auszurichten. Das heißt: D. und ich müssen einander öfter mal treffen, die Anlässe, bei denen wir beruflich zusammenkommen, reichen niemals. Wir nehmen also jeden neuen Grund für ein Rendezvous gerne an, und meistens haut das auch hin. Nur letztes Jahr, knapp vor Weihnachten, hat ein Treffen nicht geklappt. Es scheiterte an etwas ganz Banalem und doch Grundsätzlichem. An der Christbaumkauf-Philosophie. D., damals noch vor der Hochzeit stehend, wollte mit seiner Liebsten einen ersten klassischen Weihnachtsabend hinlegen.

„Sag einmal“, rief er mich an, „wann und wo kaufst du deine Christbäume?“ „Ganz klar“, sagte ich. „Du musst dich einen, höchstens zwei Tage vor dem 24. auf die Suche machen. Dann rücken die endlich die feistesten Tannen heraus. Wir nehmen“, fügte ich hinzu, „einen Markt, der gerecht zwischen unseren Wohnungen liegt.“

„Ja?“, machte D.

Ich hätte den Zweifel in seiner Stimme hören sollen. Aber ich war taub. Ich wähnte ihn fälschlich und von vornherein dort, wo auch ich bin: im Lager der Christbaum-Hasardeure, jener Drahtseil-Nervigen, die genau wissen, was Sache ist: Die besten Bäume gibt es ganz am Schluss. Sie sind frisch aus dem Wald, werden noch ewig nicht nadeln und am Heiligen Abend so duften, wie Weihnachten duften soll. Wie treu sind deine Blätter, stimmt schon, aber immer vorausgesetzt, man kauft spät.

Ich glaube, dass ich D. am 20. anrief, um mir etwas für den übernächsten Tag auszumachen. „Mein Lieber, es tut mir ja so leid“, sagte er. „Was?“, fragte ich. „Weißt du, vor fünf Tagen, nur zwei Gassen von unserem Haus, ist diese kleine Tanne gestanden. Es war Liebe. Und sie passt genau in unser Eck.“ „Aha“, sagte ich. Sonst nichts. Abgründe tun sich auf, heißt es einmal beim Qualtinger.

Heuer ist D., mein immer besserer Freund, auch noch Vater geworden. Noch etwas also verbindet uns. Aber ich muss trotzdem mit ihm reden. Seit einem Jahr. Ich verschiebe es, weiß aber, ich muss es tun. Es wird um Philosophie gehen, um Gelassenheit, um Weihnachten und den dazugehörigen Baum. Diesen Baum der Erkenntnis.
„Stille Nacht“
Die Initiative zur Entstehung des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ kam von Joseph Mohr, als er am 24. Dezember 1818 Franz X. Gruber bat, eine Melodie zu einem von ihm verfaßten Gedicht zu komponieren.
Gruber beschreibt dies 1854 in der „Authentischen Veranlassung“. Die Urschrift (erste Aufzeichnung) des Liedes ging verloren. Das Weihnachtslied hat sechs Strophen und war in D-Dur und 6/8-Takt für zwei Solostimmen und Chor mit Gitarrebegleitung gesetzt. Bei der Uraufführung im Rahmen der Mette sang Mohr den Tenor und Gruber den Baß, der Kirchenchor wiederholte die Schlußverse. Die Begleitung mit der Gitarre besorgte Mohr.
Was Joseph Mohr und Franz Gruber wirklich zur Schaffung des Liedes veranlaßte, wissen wir nicht. Um die Entstehung von „Stille Nacht!“ ranken sich viele Legenden und romantische Geschichten, die u.a. von hungrigen Kirchenmäusen erzählen, die den Blasebalg der Orgel zerbissen hätten – daher brauchte man zur Mette ein Lied mit Gitarrebegleitung.
„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ trat über Tirol seinen Siegeszug um die Welt an. Bis heute wurde es in zirka 300 verschiedene Sprachen und Dialekte übersetzt.
Nach Tirol kam die Komposition durch den Orgelbaumeister Carl Mauracher aus Fügen (Zillertal), der 1821 die Orgel in Arnsdorf reparierte und 1825 eine völlig neue Orgel in der St. Nikolaus-Kirche in Oberndorf installierte. Mauracher lernte während seiner Aufenthalte – wann genau ist unbekannt – das Weihnachtslied kennen. Die Sängerfamilien Rainer und Strasser aus Laimach (Zillertal) bekamen vom Lied Kenntnis und sangen es auf ihren Reisen durch Europa. Bereits 1822 gaben es die Rainer-Sänger anläßlich eines Besuches von Kaiser Franz I. und Zar Alexander I. im Schloß Fügen zum Besten. Nach Amerika kam „Stille Nacht!“ ebenfalls durch die Rainer, die es 1839 erstmals in New York sangen.
(aus „Stille Nacht und Oberndorf)


Franz Xaver Gruber
(Gemälde von Thomas Ploner)

1. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

2. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb´ aus deinem göttlichen Mund,
Da schlägt uns die rettende Stund.
Jesus in deiner Geburt!
Jesus in deiner Geburt!

3. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höhn
Uns der Gnaden Fülle läßt sehn:
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt

4. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt,
Jesus die Völker der Welt.

5. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.

6. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Alleluja,
Tönt es laut bei Ferne und Nah:
Jesus der Retter ist da!
Jesus der Retter ist da!


Eines der Glasfenster in der heutigen
Gedächtniskapelle in Oberndorf
zeigt den Textdichter Joseph Mohr

1. Silent night! Holy night!
All’s asleep, one sole light,
Just the faithful and holy pair,
Lovely boy-child with curly hair,
Sleep in heavenly peace!
Sleep in heavenly peace!

2. Silent night! Holy night!
God’s Son laughs, o how bright.
Love from your holy lips shines clear,
As the dawn of salvation draws near,
Jesus, Lord, with your birth!
Jesus, Lord, with your birth!

3. Silent night! Holy night!
Brought the world peace tonight,
From the heavens‘ golden height
Shows the grace of His holy might
Jesus, as man on this earth!
Jesus, as man on this earth!

4. Silent night! holy night!
Where today all the might
Of His fatherly love us graced
And then Jesus, as brother embraced.
All the peoples on earth!
All the peoples on earth!

5. Silent night! Holy night!
Long we hoped that He might,
As our Lord, free us of wrath,
Since times of our fathers He hath
Promised to spare all mankind!
Promised to spare all mankind!

6. Silent night! Holy night!
Sheperds first see the sight.
Told by angelic Alleluja,
Sounding everywhere, both near and far:
„Christ the Savior is here!“
„Christ the Savior is here!“

(Übersetzung von Frank Peterson, Kanada)

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