am zweiten Donnerstag nach Pfingsten
Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von althochdeutsch: fron Herr, liknam Leib; kirchenlat.: corpus christi), offiziell „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, landschaftlich Prangertag, Blutstag, bezeichnet ein Fest im katholischen Festjahr, das am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird (am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, Ende Mai oder Anfang Juni). Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Festlichkeit erlaubt. Aus diesem Grund wurde Fronleichnam an das Ende der österlichen Zeit gelegt.

Das Fest, ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakraments, wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. als allgemeines Kirchenfest zur Verehrung der Eucharistie eingeführt. Es feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und als Motiv der Anbetung. Es ist also keines der Kirchenfeste, die eine christliche Umdeutung von überkommenen heidnischen oder jüdischen Hochtagen sind.

Das Fest geht der Legende nach auf ein Wunder zurück, das einem ungläubigen böhmischen Mönch auf seiner Pilgerreise nach Rom 1263 in dem mittelitalienischem Städchen Bolsena widerfahren sein soll: Als er während der Eucharistie die Hostie brach, tropfte daraus Blut auf den Altartisch; die Hostie war also wirklich der Leib Christi. Andere sehen dies auch durch eine Vision der später heilig gesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahre 1209 bestätigt. Sie habe, so wird berichtet, beim Beten den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Eucharistie-Sakraments.

Fronleichnam erhält durch die Prozession, bei der die Gläubigen hinter der Monstranz mit der Hostie herschreiten, ein besonderes Gepräge. In dieser Art wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1273 in Benediktbeuern statt.

Vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Verzweckung des Festes (wie parallel des Reliquienkults) für die Gewinnung von Ablassgeldern ist es nicht verwunderlich, dass der Reformator Martin Luther ein ausdrücklicher Gegner des Fronleichnamsfestes war; er bezeichnete es 1527 als das „schädlichste aller Feste“ und betrachtete die Prozessionen als unbiblisch und als Gotteslästerung. Heute dagegen wirken nicht selten evangelische Pastoren in Amtstracht bei der Fronleichnamsfeier mit.

In der Orthodoxen Kirche ist die Zurschaustellung des eucharistischen Brotes unbekannt.

Das Konzil von Trient (1545–1563) bestätigte das Fronleichnamsfest und wertete es gleichsam zu einer gegenreformatorischen Machtdemonstration auf. Als Reaktion darauf wurde es in manchen gemischt-konfessionellen Gebieten (z.B. der Schweiz) üblich, dass die protestantischen Bauern als Provokation den Mist gerade an Fronleichnam auf die Felder ausbrachten; die katholischen Bauern antworteten dann am Karfreitag mit gleicher Münze. Andererseits verzichteten die Katholiken in den Vereinigten Staaten oft auf solche Prozessionen als demonstrative Zeichen des Katholizismus, um keine Kontroversen mit der mehrheitlich protestantischen Bevölkerung auszulösen. In den USA wird Fronleichnam erst am darauffolgenden Sonntag gefeiert, da kirchliche Feiertage dort mit Ausnahme von Weihnachten nicht arbeitsfrei sind.

Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des „wandernden Gottesvolks“ aus, dessen Mitte Christus, das „Brot des Lebens“, ist. Eine besondere Tradition kennt die Fronleichnamprozession auch als „Prozession zu Pferd“ (Antlassritt) oder Schiffsprozession.
Fronleichnam
Fronleichnam (mittelhochdeutsch „vronlicham“ = Leib des Herrn), katholisches Fest der Eucharistie (seit 1264) am 2. Donnerstag nach Pfingsten. Fronleichnam ist in Tirol und der Steiermark schon vor 1285, in Salzburg 1352 und in Wien 1334 nachweisbar. Bei der allgemein üblichen Fronleichnamsprozession („Umgang“) wird das Allerheiligste in der Monstranz unter einem „Himmel“ (Baldachin auf 4 Stangen) entlang des geschmückten Prozessionswegs zu 4 im Freien aufgestellten Altären getragen. In der Weststeiermark (zum Beispiel Deutschlandsberg) säumen Blumenteppiche den Prozessionsweg; auf dem Traunsee und dem Hallstätter See (Oberösterreich) werden Seeprozessionen abgehalten, die an die prunkvolle Ausgestaltung der Fronleichnamsumzüge in der Zeit der Gegenreformation (in Traunkirchen etwa 1632 von den Jesuiten eingeführt) erinnern. Im Salzburger Lungau (Zederhaus, Muhr) und Pongau (Bischofshofen, Hüttau, Pfarrwerfen, Werfenweng) werden kunstvoll mit Blumengirlanden geschmückte, rund 5 m hohe und 30 kg schwere „Prangstangen“ mitgeführt, ebenso in Rohr im Gebirge (Niederösterreich). Auf der Salzach bei Oberndorf (Salzburg) wird das „Himmelbrotschutzen“ veranstaltet, bei dem 4 gesegnete (nicht geweihte) Hostien ins Wasser geworfen werden. „Antlaßritte“ („Antlaß“ = Entlassung, ursprünglich auf den kirchlichen Ablaß am Gründonnerstag bezogen, später auf das stets auf einen Donnerstag fallende Fronleichnamsfest übertragen) werden im Tiroler Brixental (Brixen im Thale, Kirchberg, Westendorf) abgehalten. Im Mittelalter fanden am Fronleichnamstag auch geistliche dramatische Spiele („Fronleichnamsspiele“) statt. Dabei übernahmen Einzelgruppen zu Wagen und zu Fuß die Vorführung verschiedener biblischer Szenen. Der Stoff der Fronleichnamsspiele umfasste einen größeren Zeitraum als der der österlichen Passionsspiele. Sie fanden im Barock ihre größte theatralische Entfaltung und wurden bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts vorgeführt.

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