Bild links: Titelseite der Festschrift zum 1. Mai 1894
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Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung, der an die Bewegung für den Achtstundentag in den USA anschließt und den die II. Internationale in Paris 1889 als Festtag für das Proletariat bestimmte. Ab 1890 wurde der 1. Mai von den Sozialdemokraten in Wien und
anderen Städten festlich begangen und 1919 als Staatsfeiertag eingeführt, dem sich auch die Kommunistische Partei Österreichs anschloss. Der 1. Mai wurde im Ständestaat und unter dem Nationalsozialismus beibehalten. In den 70er Jahren übernahmen zahlreiche andere linke und alternative Gruppen den 1. Mai als Feiertag. Er hat inhaltlich nur wenig mit den Maibräuchen gemein.
Brauchtum


Maibaum Aufstellen im Freilichtmuseum Großgmain, Salzburg

Die Römer feierten im Mai die Floralien, ein Fest zu Ehren der Blumen-Göttin Flora, einer Patronin des Frühlings und der Blumen. Die Römer führten gewöhnlich ihre Bräuche in Ländern ein, die sie eroberten. Bei den Kelten war aber bereits das Beltanefest verbreitet, so dass mit der Zeit Floralien und Beltanefest zum Maifest verschmolzen wurden. Bemerkenswert ist, dass das Maifest auf erbitterten Widerstand gestoßen ist, so wurde es 1555 in Schottland verboten, 1644 untersagte das englische Parlament das Aufstellen von Maibäumen.

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird vielerorts der Anbruch der warmen Jahreszeit mit einem Tanz in den Mai gefeiert. Besonders „wild“ und „gefährlich“ geht es in diesen Stunden in der näheren Umgebung des Harz zu, wo nach einem alten Volksglauben Hexen auf ihren Besen durch die Lüfte reiten, um auf dem Brocken an den Hexenfeiern zur Walpurgisnacht teilzunehmen, bei denen dem Teufel gehuldigt wird.

In praktisch allen Gemeinden des mittleren und südlichen deutschsprachigen Raums wird zum 1. Mai nach altem Brauch ein möglichst bunt geschmückter Maibaum aufgestellt, um den früher verbreitet Volkstänze aufgeführt wurden. Es gilt, im Wettbewerb um den größten und schönsten Maibaum mit den umliegenden Gemeinden zu bestehen. Auch werden etwa in Bayern die Maibäume von den jeweils anderen Gemeinden gestohlen und von ihren Besitzern verteidigt. Nach dem ungeschriebenen Gesetz der Tradition muss eine Gemeinde, deren Baum gestohlen worden ist, ihn von den Dieben um eine gehörige Menge Bieres „auslösen“. In manchen Gegenden, etwa im Rheinland, sind noch dazu private Maibäume üblich, die von jungen Männern am Haus ihrer Freundin angebracht werden.
Geschichte zum Kampftag der Arbeiterbewegung

Anfang 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf. Es kam darauf zu Massenstreiks und Demonstrationen in den Industrieregionen. In Chicago endeten die Demonstrationen tödlich, als zwei Tage später vier Arbeiter bei Auseinandersetzungen mit der Polizei erschossen wurden.

Bei einer Protestkundgebung am 4. Mai eskalierte die Gewalt. In die Reihen der Polizei wurde von einem Unbekannten eine Bombe geworfen, die acht Polizisten tötete und zahlreiche verletzte. Bei dem anschließenden Aufruhr, der in die US-Geschichte als Haymarket Riot eingegangen ist, wurden mehr als 200 Arbeiter verletzt, die Zahl der Toten wurde niemals offiziell bestätigt.

Acht Organisatoren der Kundgebung wurden festgenommen und der Verschwörung angeklagt. Vier von ihnen wurden am Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Selbstmord. Die noch lebenden drei wurden sechs Jahre später begnadigt.

Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen (Arbeiterbewegung) 1889, wurde zum Gedenken der Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Im Jahr darauf wurde er zum ersten Mal mit Massenstreiks und Massendemonstrationen begangen.

In der deutschen Geschichte des 1. Mai ist der so genannte Blutmai (Berlin 1929) ein bedeutendes Ereignis, welches die Widersprüche zwischen KPD und SPD entscheidend verschärfte.

Gesetzlicher Feiertag wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten (als „Tag der nationalen Arbeit“).

In den sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen“ für „Frieden und Sozialismus“ begangen. Gerne blickte man dabei auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung zurück. Die Teilnahme an der Demonstration mit dem Vorbeimarsch an der Tribüne mit Parteimitgliedern und anderen Ehrengästen war für Betriebe und Schulen im allgemeinen eine Pflichtveranstaltung.

In den USA selbst wollte man den „Krawallmachern“ kein Denkmal setzen und legte den Tag der Arbeit (Labour Day) daher stattdessen in den September.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den alliierten Kontrollrat bestätigt. Maikundgebungen durften jedoch nur in beschränkter Form durchgeführt werden. Der 1. Mai ist in der Bundesrepublik Deutschland nach den Feiertagsgesetzen der Bundesländer ein gesetzlicher Feiertag („Tag der Arbeit“).

In der Gegenwart gibt es neben den politischen organisierten Demonstrationen auch regelmäßig Ausschreitungen, vor allem im Zusammenhang mit der Demonstration zum 1. Mai in Kreuzberg (Berlin) oder in Zürich. Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren den internationalen „Mayday“ bzw. den europäischen „Euro-Mayday“ mit verschiedensten eher friedlichen Aktionen.
Katholischer Feiertag
In Reaktion auf die Soziale Bewegung wurde der Erste Mai von Pius XII. zum Gedenktag Joseph des Arbeiters erklärt; der Ehemann Mariens und Nährvater Jesu war laut der Bibel als teknon (Bauhandwerker) tätig und gilt traditionell als Patron der Arbeiter.

Der bayrische Herzog Maximilian I. erklärte Maria 1616 zur „Patrona Bavariae“ und führte den 14. Mai als Festtag für seine Herrschaft ein. Im Zuge der Revision des Heiligenkalenders nach dem Zweiten Vaticanum wurde es auf den 1. Mai vorverlegt; es wird noch immer in den Diözesen der Freisinger Bischofskonferenz (bayrische Diözesen und Speyer) begangen.

DharmeshFest- & FeiertageBild links: Titelseite der Festschrift zum 1. Mai 1894 © Copyright by Verlag Christian Brandstätter, Wien. Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung, der an die Bewegung für den Achtstundentag in den USA anschließt und den die II. Internationale in Paris 1889 als Festtag für das Proletariat bestimmte. Ab 1890 wurde der...