Stillere Lichter, anderes Fest

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Zum Beispiel Dezember – Chanukka:
achttägiges, jüdisches Lichterfest, im christlichen Kalender wechselnd von November bis Dezember, das an den Sieg der Makkabäer über die Seleukiden und an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels von Jerusalem 165 vor Christus erinnert. Zu Chanukka entzünden gläubige Juden täglich eine neue Kerze an der Menora, dem achtarmigen Leuchter, Kinder bekommen Süßspeisen und Geschenke.

Österreichische Städte in den dunklen Nächten des Vor- und Mittwinters: Überall ist Licht, Weihnachtslicht, Licht aus Millionen kleinen Lampen, die sich zu Sternen, zu Kometen, zu ganzen Heiligen Familien reihen. Es ist soviel Licht, dass der den Travnicek verkörpernde Helmut Qualtinger auf die Frage, was er sich zu Weihnachten am meisten wünsche, antwortete: „Aan Kuazschluss!“ So viel Licht, dass manche Lichter kaum noch auffallen, auch wenn sie ganz etwas anderes meinen.

Die acht Lichter, die von frommen Juden zu Chanukka, im Kalender unweit von Weihnachten gelegen, entzündet werden, weisen auf eine ältere Geschichte hin: Anderthalb Jahrhunderte vor Geburt des Verursachers von Weihnachten herrschten in Palästina die Seleukiden, eine griechisch geprägte Nachfolgerdynastie Alexanders des Großen, die eine entschlossene Hellenisierungspolitik betrieb, erbittert bekämpft vom gegnerischen jüdischen Clan der Makkabäer. Als der Seleukidenkönig Antiochus IV. im Krieg gegen die Aufständischen im Tempel von Jerusalem ein Schwein opfern ließ, war der Tempel unrein, und die siegreichen Juden mussten ihn neu weihen. Der Legende nach fanden sie ein einziges Kännchen koscheres Öl, und durch ein Wunder Gottes reichte es acht Tage lang, bis der Tempel rein war. „Diese Lichter zünden wir an ob der Wunder, Siege und allmächtigen Taten, welche du für unsere Väter vollbracht hast durch deine heiligen Priester“, beten gläubige Juden zu Chanukka.

Dass jüdische Kinder zu Chanukka beschenkt werden, hat seine Wurzeln im Mittelalter, im frühen, konfliktträchtigen Nebeneinander von Juden und Christen. In der Enge der Städte, die noch dunkel waren, beobachteten die jüdischen Kinder, wie ihre christlichen Altersgenossen beschenkt wurden, und forderten auch Geschenke, ganz zu recht.

DharmeshFest- & FeiertageStillere Lichter, anderes Fest Österreichische Städte in den dunklen Nächten des Vor- und Mittwinters: Überall ist Licht, Weihnachtslicht, Licht aus Millionen kleinen Lampen, die sich zu Sternen, zu Kometen, zu ganzen Heiligen Familien reihen. Es ist soviel Licht, dass der den Travnicek verkörpernde Helmut Qualtinger auf die Frage, was er...