Die Kapelle als tonnengewölbter Raum mit Apsis im 2. Obergeschoß in der Großen Mohrengasse mit einer Orgelempore hat ein Glasfenster hl. Johannes von Gott heilt die Kranke, darüber ein Glasfenster hl. Familie, 1949 wiederhergestellt von der Glasmalerwerkstatt Geyling.

Glasfenster der Spitalskapelle.

Eine der ältesten kunstgewerblichen Werkstätten Österreichs und die älteste in ihrem Metier, ist die Glasmalerei „Carl Geyling’s Erben“ in Wien. 1841 vom k.k. Hofglasmaler Carl Geyling an der Windmühlgasse 28 im 6. Bezirk Mariahilf gegründet, erlangte die Firma über die Grenzen Österreichs hinausgehende Bekanntheit. Als Ende der 1890er Jahre aus den Wohnungen die verdunkelten „altdeutschen“ Verglasungen verschwanden, war die Glasmalerei „Carl Geyling’s Erben“ die erste, welche moderne Fenster schuf, die dem Lichtbedürfnis der Stadtwohnungen angepasst waren. Bei ihnen war alles vermieden, was die Lichtzufuhr hinderte, trotzdem aber bildeten sie einen Schmuck der Fensteröffnungen; tausende solcher Fenster wurden auch für Wohnhäuser in Wien geliefert. „Carl Geyling’s Erben“ arbeitete gemeinsam mit den Künstlern der Wiener Werkstätte wie Josef von Führich und Koloman Moser an der Durchführung vieler Glasarbeiten. 1908, bei der Kunstschau, auf der Gustav Klimt den Festvortrag hielt, füllten die Kunstwerke von „Carl Geyling’s Erben“ einen ganzen Raum.

Deckengemälde der Spitalskapelle.


Die Wandmalereien der Spitalskapelle.

An der linken Seitenwand ist eine Wandmalerei zur Grundsteinlegung (oben rechts) im Jahre 1914 mit einer Allegorie der Krankenheilung von T. Hafner aus 1963. Anton Hafner, auch Toni Hafner genannt (* 26. Oktober 1912 in Maria Lankowitz; † 7. April 2012 in Eibiswald) stammt aus einer Handwerkerfamilie, seine musikalische und malerische Begabung wurde in seiner Kinderzeit entdeckt. Als 17-Jähriger kam er 1929 an die Landeskunstschule in Graz, ab 1931 studierte er an der Kunstakademie in Wien bei Hans Larwin, Carl Fahringer, Wilhelm Dachauer und Karl Sterrer. 1937 lebte er ein Jahr in Rom, nach seiner Rückkehr wurde er Organist an der Wallfahrtskirche Maria Lankowitz. Chorleiter in Maria Lankowitz blieb er über 40 Jahre. Er komponierte Offertorien für Weihnachten, Ostern und das Pfingstfest. Als eines seiner Hauptwerke gilt das 400 m² große Deckengemälde in der Wieser Pfarrkirche. Dieses Werk entstand 1956, es enthält 140 Figuren und beschäftigt sich mit dem Te Deum Anton Bruckners.


Chor der Spitalskapelle von der Orgelempore aus gesehen.

Gottesmutter mit Kind

Josef mit Kind.

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien ist das größte und älteste Ordensspital in Wien. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien sowie Pflegewissenschaftliches Ausbildungskrankenhaus der UMIT, Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH. Seit 1978 betreibt das Krankenhaus eine eigene Pflegeakademie. Bekannt ist das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien auch für die Behandlung von mittellosen und unversicherten Menschen. Finanziert werden diese Leistungen durch die fünf Mal jährlich stattfindende Spendensammlung, auch Haussammlung genannt.


Außenansicht der Spitalskapelle von der Großen Mohrengasse aus.

Das Kloster und das Krankenhaus mit 20 Betten wurden 1614 von Frater Gabriel Ferrara OH, einem hoch angesehenen Chirurgen aus Italien, gegründet. Grund für die Berufung nach Wien waren gute Erfahrungen von Fürsten Karl I. von Liechtenstein in Rom mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder auf der Tiberinsel. Die Tätigkeit in der Krankenpflege und auch das soziale Engagement bewahrten in späteren Jahren das Kloster der Barmherzigen Brüder unter Kaiser Joseph II. vor der angeordneten Klosteraufhebung.


Die Orgel von Franz Strommer stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1884.

Die Orgel von Franz Strommer stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1884.

Kreuzwegbilder der Spitalskapelle

Kreuzwegstation IV.
Jesus begegnet seiner Mutter.


Kreuzwegstation V.
Simon von Cyrene hilft Jesus
das Kreuz tragen.

Mt 27,32 Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Zyrene
namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen.


Kreuzwegstation VIII.
Jesus begegnet den
weinenden Frauen.

Kreuzwegstation VI.
Veronika reicht Jesus das
Schweißtuch.

Lk 23,28-31 Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“


Kreuzwegstation IX.
Jesus fällt zum dritten Mal
unter dem Kreuz.

Kreuzwegstation X.
Jesus wird seiner Kleider beraubt.

Mt 27,33-36 So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird,
das heißt Schädelhöhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken,
der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte,
wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten,
warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.
Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn.


Kreuzwegstation XI.
Jesus wird ans Kreuz genagelt.

Mt 27,37-42 Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden. Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten verhöhnten ihn und sagten: „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der König von Israel! Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.“
Mt 27,45-50,54 Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land. Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Laß doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er seinen Geist aus. Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: „Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!“

Angebote in der Spitalskapelle

„Lass mich Deine Huld erfahren am frühen Morgen,
denn ich vertraue auf Dich.
Zeig mir den Weg den ich gehen soll,
denn ich erhebe meine Seele zu Dir.“
(Psalm 143, 8)


Segnung der Spitalskerzen am Tag der Hospitalität in der Spitalskapelle.

Wochentage: 17.45h Vesper

18.00h Rosenkranz

18.30h Hl. Messe

Sonn- u. Feiertag: 10.00h Hl. Messe

Herz-Jesu-Messe jeden 1. Freitag im Monat (18.00h),
mit Vesper und anschließender Anbetung

Beichte und Aussprache
Jeweils eine halbe Stunde vor der Hl. Messe
oder nach persönlicher Vereinbarung.

Eucharistische Anbetung
Jeden Mittwoch von 13.00 bis 13.30 Uhr

Engel des Herrn
Montag bis Samstag, jeweils um 12.00 Uhr