Mediterrane Küche

Der Begriff Mittelmeerküche oder mediterrane Küche wird in Kochbüchern und umgangssprachlich häufig als Oberbegriff für die verschiedenen Landesküchen der Mittelmeerregion verwendet. Diese Küchen weisen zwar einige gemeinsame Elemente auf wie die häufige Verwendung von Olivenöl, mediterranen Kräutern und Knoblauch, unterscheiden sich teilweise jedoch erheblich. Deshalb gibt es genau genommen auch keine Mittelmeerküche, bei diesem Begriff handelt es sich in erster Linie um ein Schlagwort.

Als Grundelemente der Landesküchen der Mittelmeerregion gelten:

Olivenöl und Oliven
frisches Gemüse wie Tomaten,
Auberginen, Paprika, Zucchini
Knoblauch, Zwiebel
Fisch und Meeresfrüchte
Kräuter wie Thymian, Rosmarin,
Oregano und Basilikum
helles Brot, Pasta und Reis
in einigen Ländern regelmäßiger
Rotweingenuss zum Essen

Da mehrere medizinische Studien bei Bewohnern der Mittelmeerländern eine geringere Fallzahl von Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Übergewicht sowie eine tendenziell höhere Lebenserwartung als in Nordeuropa und den USA festgestellt haben, wurde ein Zusammenhang mit der Ernährung in diesen Ländern hergestellt. Das war der Anlass, Ernährungsempfehlungen zu entwickeln, die unter dem Namen Mittelmeer-Diät bekannt geworden sind. Diese Empfehlungen weichen jedoch von den tatsächlichen Essgewohnheiten der Mittelmeerländer teilweise deutlich ab, die Rezepte enthalten beispielsweise meist wesentlich weniger Fett als die traditionelle Kost dieser Region.

Mittelmeer-Diät

Die Kreta-Diät, oft auch Mittelmeer-Diät genannt, ist eine Ernährungsform, die inspiriert ist von der traditionellen Küche in den verschiedenen Mittelmeer-Ländern, die umgangssprachlich oft als Mittelmeerküche bezeichnet wird; sie ist aber nicht mit dieser identisch. Die Ernährungsweise in diesen Ländern gilt als besonders gesund, da mehrere Studien in den vergangenen Jahrzehnten ergeben haben, dass die Bewohner der Mittelmeer-Regionen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und gerade die Menschen auf der Insel Kreta eine über dem europäischen Durchschnitt liegende Lebenserwartung haben. Die als Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen entsprechen jedoch nicht der tatsächlichen Alltagskost in Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland und auch nicht der heute üblichen auf Kreta. Die Bezeichnung ist vor allem ein Marketingbegriff von Autoren bzw. ein Schlagwort für eine bestimmte Ernährungsform. „Es ist anzunehmen, dass man in den 16 Ländern, die an das Mittelmeer grenzen, mit seiner Bandbreite von verschiedenen Ethnien, Klimata und Produkten, ebenso ungesund essen kann wie im Rest der Welt, und der Mythos einer universellen, einfachen, gesundheitsfördernden Kost (…) ist eher ein Gesundheitsideal als Realität.“


Die unter dem Begriff Kreta-Diät oder Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen stellen eine spezielle Auswahl von Lebensmitteln dar, die im Mittelmeerraum regelmäßig gegessen werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Knoblauch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl sowie täglich maximal einem Glas Rotwein. Die Zubereitungsempfehlungen unterscheiden sich jedoch stark von der traditionellen Mittelmeerküche, in der grundsätzlich reichlich Fett zum Braten verwendet und häufig Frittiertes gegessen wird. Durchschnittlich konsumiert jeder Einwohner Kretas 31 Liter Olivenöl pro Jahr. Nur in Küstengebieten und auf Inseln dominiert tatsächlich der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten; es wird auch deutlich mehr Wein konsumiert. Es gibt Varianten der Mittelmeer-Diät, die speziell als Reduktionsdiät beworben werden, grundsätzlich handelt es sich jedoch um eine ausgewogene Mischkost, die als Dauerernährung konzipiert ist. Ohne entsprechende Kalorienreduzierung ist von dieser Kost keine Gewichtsabnahme zu erwarten. Die Mittelmeer-Diät gilt als ausgewogene Mischkost und ist als Dauerernährung geeignet. Publikationen im deutschsprachigen Raum nennen als Bestandteil häufig auch Vollkorn-Produkte, die in den Mittelmeerländern de facto aber keine nennenswerte Rolle spielen, wenn sie überhaupt gegessen werden.

Nach Erkenntnissen der Gerontologie hängt die Lebenserwartung von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht allein durch die Ernährung beeinflusst werden. Die Empfehlungen der Diät basieren auf der Ernährungsweise hart arbeitender Bergbauern auf Kreta in den 1950er und 1960er Jahren, deren Lebensbedingungen sich deutlich von der aktuellen Lebenssituation der meisten Menschen in Industrienationen unterscheiden. Mittlerweile ist auch auf Kreta jeder dritte Jugendliche übergewichtig aufgrund von zu hoher Kalorienzufuhr bei zu wenig Bewegung in Büroberufen. Eine geringere Rate von Zivilisationskrankheiten lässt sich nicht zwingend allein auf die Ernährung zurückführen. Die traditionelle Kost auf Kreta ist sehr fettreich. Doch „längst nicht jedes andere europäische Volk ist genetisch an einen solch enormen Fettkonsum angepasst – was sich auf verschiedenen Chromosomen nachweisen lässt. Vergleichsessen unter wissenschaftlicher Kontrolle ergaben, dass sich bei Kretern die Blutfettwerte nach einer Mahlzeit viel schneller normalisieren als bei Nordeuropäern. Die hätten bei ähnlich hohem Olivenölkonsum eher Herzkrankheiten zu befürchten.“

Olivenöl


Olivenöl (früher auch: Baumöl) ist aus dem Fruchtfleisch und aus dem Kern von Oliven gepresstes Pflanzenöl. Olivenöl besteht (wie alle Pflanzenöle) aus an Glycerin gebundenen Fettsäuren. Im Olivenöl findet man durchschnittlich 72 % Ölsäure, 7,9 % Linolsäure, 11 % Palmitinsäure, 2,2 % Stearinsäure und 5 % Palmitoleinsäure. Olivenöl kann bis zu 1,5 % des acyclischen Triterpenkohlenwasserstoffes Squalen enthalten.

Die Farbtöne eines Olivenöles können variieren von grün bis goldgelb. Im ungefilterten Zustand kann es auch trüb sein. Die Färbung wird durch die in den Oliven enthaltenen Substanzen bestimmt. Bei grünem Olivenöl herrscht das Chlorophyll (bis zu 10 ppm) vor, beim goldgelben das Karotin. Da die Farbe keinen Einfluss auf die Qualität eines Öles hat, wird das Öl bei der Probe in dunkle Becher gefüllt, um die Fachleute nicht zu beeinflussen. Kalt gepresstes Olivenöl ist, anders als die meisten anderen Pflanzenöle, die durch Raffinierung hergestellt werden, ein reines Naturprodukt. Es wird trotz seines relativ geringen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren von Ernährungswissenschaftlern empfohlen. Kalt gepresstes Olivenöl setzt sich aus 77 % einfach ungesättigten, 9 % mehrfach ungesättigten und 14 % gesättigten Fettsäuren zusammen.

Die Gewinnung von Olivenöl kann im Chargenbetrieb oder bei größeren Anlagen im kontinuierlichen Betrieb erfolgen. Im Chargenbetrieb werden die gewaschen Oliven mit den Kernen zerkleinert. Dann wird die Mischung verrührt (malaxiert) und gepresst. Durch Absitzenlassen kann das Olivenöl direkt als Speiseöl verwendet werden. Öle zweiter Pressung werden noch einer Raffination (Veredlung) unterzogen.

Olivenöl ist ein wesentliches Element der Mittelmeerküche, wo es als Allzweckfett eingesetzt wird. Durch seinen hohen Rauchpunkt (natives Olivenöl 190 °C, raffiniertes Olivenöl 220 °C) ist es besonders gut zum Braten und Frittieren geeignet, wie es zum Beispiel in der italienischen und in der spanischen Küche schon immer gehandhabt wird. Bei 180° C werden allerdings sehr schnell die im Öl enthaltenen antioxidativen Stoffe der Phenol- und Tocopherolgruppe zerstört. In der Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirche wird geweihtes Olivenöl (teilweise mit Balsam vermischt, siehe Chrisam) bei der Taufe, Firmung, Priesterweihe, Krankensalbung sowie bei Bestattungen verwendet. Olivenöl gilt schon jeher als sehr gesunder Beitrag zur Nahrung. So besitzt, wie Forscher vom Monell-Institut im August 2005 veröffentlichten, extra natives Olivenöl auch entzündungshemmende Wirkung. Der dafür verantwortliche Wirkstoff wurde Oleocanthal getauft.

DharmeshEssen & TrinkenMediterrane Küche Der Begriff Mittelmeerküche oder mediterrane Küche wird in Kochbüchern und umgangssprachlich häufig als Oberbegriff für die verschiedenen Landesküchen der Mittelmeerregion verwendet. Diese Küchen weisen zwar einige gemeinsame Elemente auf wie die häufige Verwendung von Olivenöl, mediterranen Kräutern und Knoblauch, unterscheiden sich teilweise jedoch erheblich. Deshalb gibt es genau...