Senioren
Club 50
Verbände, Vereine u Organisationen

A-1020 Wien, Praterstraße 38

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Zwischen inforeich und infoarm
Das Internet verbreitet sich mit enormer Geschwindigkeit. Dennoch können nicht alle gesellschaftlichen Gruppen auf dieses Medium zugreifen. Die Rede ist von „Digital Divide“ oder „Digital Gap“, der Kluft zwischen inforeich und infoarm.

Digital Divide bezeichnet eine Zweiteilung der Gesellschaft in jene Personengruppe, die Zugang, und jene, die keinen Zugang zu Informationen aus dem Internet hat. Zu den nicht informierten Bevölkerungsteilen zählen vor allem junge Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, ältere Menschen, nicht berufstätige Frauen und ausländische Bürger. Digital Divide wird dabei meist im Zusammenhang mit der zunehmenden Wissens- und Informationsgesellschaft verwendet, und zwar dann, wenn durch Wissensarbeit ein großer Teil des Sozialproduktes erwirtschaftet wird. Damit aber jeder Bürger im Rahmen der Chancengleichheit Zugang zur digitalen Welt erhält, muss noch einiges getan werden – und nicht nur in Entwicklungsländern!

World Wide Web für alle
Bereits im Jahr 2003 hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan auf dem ersten Weltinformationsgipfel den „Aufbau einer offenen Informationsgesellschaft“ gefordert. Der digitale Graben zwischen Entwicklungs- und Industrieländern sollte dadurch überwunden werden. Der allgemeine Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien ist eine Grundvoraussetzung, um am vollen ökonomischen und sozialen Leben teilnehmen zu können.

Laut einer Studie der kalifornischen Universität in Los Angeles, die in 14 Ländern rund um den Globus durchgeführt wurde, sind acht Prozent mehr Männer Internet-User als Frauen. Besonders deutlich ist die digitale Kluft zwischen den Geschlechtern in Spanien und Italien. Die Untersuchung zeigt aber auch eine erstaunlich hohe Internetnutzung bei den ärmsten Schichten. So haben in der Hälfte der untersuchten Länder immerhin 20 Prozent der Ärmsten Zugang zum World Wide Web. In Schweden sind es aus dieser Schicht sogar fast 50 Prozent.

Um dem Digital Divide vorzubeugen, gibt es verschiedene Initiativen für Familien, ältere Mitbürger, Zugang zu Online-Diensten für Menschen mit Behinderung oder für psychisch Kranke. Besonders gefährdet vom Ausschluss aus der Wissens- und Informationsgesellschaft ist die Zielgruppe der Pensionisten.

50 plus ins Internet
Ein Unternehmen, das dafür sorgt, dass die Generation „50 plus“ auf dem Datenhighway mitfährt, ist der NETclub 50+. Initiator Hans Michalec erkannte, „dass eine 20-jährige PR-Assistentin den Umgang mit dem Internet anders erfasst als etwa der 60-jährige Universitätsprofessor“. NETclub 50+ wurde 1994 gegründet und war damals der erste Anbieter in Europa, der Menschen über 50 die Cyberwelt näher brachte.

Seither macht Michalec mit seinen Teilnehmern durchwegs positive Erfahrungen:“Wer sich in diesem Alter noch dem PC widmet, tut dies oft konzentrierter, zielstrebiger, motivierter und konsequenter als jüngere Teilnehmer.“ Die Gründe der über 50-jährigen, einen Computerkurs zu besuchen, sind vielfältig. So erzählt Michalec, dass die Teilnehmer unter anderem ihre Kreativität und ihre geistige Fitness erweitern, Versäumtes nachholen oder aber auch mit Familie und Freunden auf der ganzen Welt per E-Mail kommunizieren wollen.
Monika Gerhart, regelmäßige Teilnehmerin der von NETclub 50+ angebotenen Aktiv-Seminare, ist begeistert von der Art und Weise, wie dort der älteren Generation der Umgang mit der neuen Technologie vermittelt wird. „Ich hatte beruflich als Buchhalterin kaum etwas mit Computern zu tun, nun versuche ich privat alles nachzuholen. Die Kurse bei NETclub 50+ sind genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt. Die Skripten sind selbst ohne Kurs leicht verständlich, das Ambiente ist sehr familiär und einmal im Monat gibt es die so genannte „schlaue Stunde“, bei der wir uns treffen und allfällige Probleme besprechen.“ Auf diese Weise hat die Informationskluft keine Chance.

auszugsweise aus

Zukunftsbranchen – Oktober 2005
Das Magazin für Branche, Beruf und Bildung
www.zukunftsbranchen.at

OTS PRESSEAUSSENDUNG 08.06.2005

Stadt Wien schafft flexible Wohnformen für ältere Menschen

Jeder 2. Mieter über 50 übersiedelt noch mindestens einmal

Wien (OTS) – „Die Menschen werden immer älter und können heute
wesentlich länger gesund und selbstbestimmt leben als noch vor 30
Jahren. Diese erfreuliche Tatsache ist für uns auch eine
Herausforderung. Wir müssen bereits jetzt die Voraussetzungen dafür
schaffen, dass die stetig ansteigende Zahl älterer Menschen in Wien
auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität vorfinden. Das bedeutet,
dass neben der Aufrechterhaltung der bestmöglichen
Gesundheitsvorsorge auch die Schaffung besonders auf die Bedürfnisse
älterer Menschen zugeschnittener Wohnprojekte im Vordergrund steht.
Schließlich werden im Jahr 2030 fast eine halbe Million Wienerinnen
und Wiener über 60 sein“, erklärten Wohnbaustadtrat Werner Faymann
und Gesundheits- und Sozialstadträtin Maga. Renate Brauner am
Mittwoch im Rahmen der Medienpräsentation „Maßnahmen für’s Wohnen im Alter“.****.

Innerhalb von nur 12 Jahren ist in Österreich die
durchschnittliche Lebenserwartung von Männern von 72 auf 76 Jahre
angestiegen. Die Frauen werden im Jahr 2003 im Vergleich zu 1991 im
Durchschnitt um gute drei Jahre älter und haben nunmehr eine
Lebenserwartung von 82 Jahren. Das hat entsprechende Auswirkungen auf den Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. So lag 1991 der Anteil von Menschen über 60 Jahre noch bei 20,1 Prozent. Laut
Statistik Austria wird dieser Anteil bis 2030 auf 32,1 Prozent
wachsen.

„Studien zeigen, dass jeder zweite Mieter über 50 noch
mindestens einmal in seinem Leben übersiedelt. Entgegen früherer
Annahmen sind ältere Menschen also durchaus mobil, wenn das Angebot
vorhanden ist und passt. Daher müssen einerseits im Bereich der
geförderten Miet- und Eigentumswohnungen, andererseits beim betreuten
Wohnen in der eigenen Wohnung ausreichende Kapazitäten geschaffen
werden. In jenen Bereichen der Stadt, wo heute überdurchschnittlich
viele Jungfamilien leben – das sind insbesondere die Bezirke
Favoriten, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus, Floridsdorf, Donaustadt
und Liesing – wird es in 30 Jahren sehr viele ältere Menschen geben.
Daher müssen rechtzeitig die entsprechenden infrastrukturelle
Vorkehrungen wie Barrierefreiheit geschaffen werden, damit die
Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben
können“, so Faymann weiter.

„Wien ist eine Stadt für jedes Alter. In allen Bereichen der
Kommunalpolitik wird auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen
der älteren Generation Rücksicht genommen. Unser Ziel ist, dass die
Menschen möglichst lange zu Hause leben können. Dafür müssen auch
entsprechende bauliche Maßnahmen im Wohnbereich gesetzt werden.
Darüber hinaus ist es notwendig ältere Menschen je nach ihren
persönlichen Anforderungen auch zu Hause zu betreuen und zu
begleiten. Wenn das Wohnen in den eigenen vier Wänden allerdings
nicht mehr möglich ist, bieten wir ein breites Angebot an
Pflegeheimplätzen“, meinte Renate Brauner.

Zwtl.: „Alte“ Singles im Vormarsch

In Österreich lebten im Jahr 2000 26 Prozent der Bevölkerung in
Einpersonenhaushalten. Vor hundert Jahren waren das lediglich sieben
Prozent. Vor allem in der Stadt wird dieser Trend weiter anhalten.
Für das Jahr 2020 wird der Anteil der in Singlehaushalten lebenden
Menschen bereits auf 40 Prozent geschätzt. Die Zunahme an
Einpersonenhaushalten – so die Studie „Heimservices als neue
Herausforderung und Chance“ – hängt stark mit der Verschiebung der
Altersstruktur zusammen. Spezielle Wohnformen für ältere Menschen,
die alleine in einem Haushalt leben, sind daher ein Zukunftsmarkt.
Aber auch der Bedarf an Heimserviceleistungen – etwa im Bereich der
Pflege, Hauswirtschaft oder Sicherheit – wird zunehmen.

Die Wohnung ist für ältere Menschen aus vielen Gründen besonders
wichtig: mit zunehmendem Alter reduziert sich der persönliche
Aktionsradius. Das hat körperliche aber auch soziale und psychische
Ursachen. Betreute Personen verbringen im Durchschnitt 20,5 Stunden
pro Tag in der eigenen Wohnung. Dennoch sind 65% aller Haushalte über
50 generell umzugsbereit. Die Gründe dafür sind vielfältig, liegen
aber meist in veränderten Haushaltsgrößen, etwa wenn die Kinder
ausgezogen sind, der Ehepartner verstorben ist oder nach Scheidungen.
Dazu kommen aber auch wirtschaftliche Überlegungen, um mit der
gegenüber dem Erwerbseinkommen geringeren Pension besser haushalten zu können.

Ideenreiches Seniorenwohnen in Wien

Die Stadt hat große Gestaltungsmöglichkeiten, da sie den Neubau
von Wohnungen jährlich mit rund 250 Millionen Euro fördert. Dadurch
ist das Mietenniveau in Wien im internationalen Vergleich sehr
niedrig. Ein Gutteil der 5.500 Wohnungen, die mit Hilfe dieser
Unterstützung pro Jahr errichtet werden, ist für Senioren geplant.
Zum Beispiel das Projekt „Klostergarten“ im 22. Wiener
Gemeindebezirk. Die Appartements selbst als auch das Gebäude und die
Zugänge sind zur Gänze barrierefrei. Die Zimmer sind mit Sicherheits-
und Notrufeinrichtungen ausgestattet.
Falls sich kurzfristig der Betreuungsbedarf erhöht, leistet das
geschulte Pflegepersonal Hilfestellung im Alltag wie z.B. beim
Anziehen, Essen und in der Pflege. Zahlreiche Serviceangebote wie
Wäschedienst, Reinigung, Hilfestellung im Umgang mit Behörden und
Ämtern oder kleinere Reparaturen in der Wohnung erleichtern das
Leben.

Oder das Projekt Kornhäusl-Villa in Ottakring. 90 % der
Wohnungen sind mit dem Rollstuhl erreichbar. Die Wohnungen sind so
gestaltet, dass sie gut für Anforderungen von Menschen mit geringerer
Mobilität adaptierbar sind. Bei den Sanitärräumen können im
Bedarfsfall im Nachhinein WC und Badezimmer zusammengelegt werden, da die Trennwand ohne Probleme entfernbar ist. Die Stadt arbeitet hier
eng mit Pflegeeinrichtungen sowie Behindertenorganisationen zusammen,
damit die Wienerinnen und Wiener auch im Alter ein Wohnungsangebot
haben, das ihren Wünschen möglichst nahe kommt.

Parallel dazu fördert die Stadt mit 200 Millionen Euro jährlich
die Sanierung von Wohnhäusern. Pro Jahr werden dadurch Wohnhäuser mit insgesamt 10.000 Wohnungen gefördert saniert. Weiters werden pro Jahr 570 Aufzüge gefördert saniert und 200 Aufzüge gefördert neu
errichtet. Und die vor einem Jahr beschlossene Novelle der Bauordnung
sorgt dafür, dass alle neu errichteten Wohnhäuser barrierefrei gebaut
werden müssen.

Darüber hinaus wurde in der Neubauverordnung mit Wirksamkeit 1.
Dezember 2004 eine besondere Förderung für die behinderten- bzw.
seniorengerechte Ausstattung von Wohnungen geschaffen. Diese
ermöglicht bei der Errichtung von Wohnungen und Heimplätzen z.B. bei
der Einrichtung eines Notruftelefons, einer Zutrittskontrolle über
das Zylinderschloss, einer rutschsicheren Verfliesung, eines
bodengleichen Duschbereichs und Anhaltegriffen oder
Behindertenplätzen in der Tiefgarage eine Förderung von bis zu 75
Prozent.

Durch diese Lifteinbauten, Wohnungsverbesserungen und Schaffung
barrierefreier Zugänge wird vor allem für ältere Mieter das
tagtägliche Leben erleichtert. (Schluss) gmp/brc

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mailto:mil@gws.magwien.gv.at
Mag.a Cécile-Veronique Brunner
Tel.: 4000/81 238
Handy: 0664/345 045 1
mailto:brc@ggs.magwien.gv.at

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