SIGMUND FREUD JAHR 2006
1856 – 1939

„Meine Lebensarbeit…
…war auf ein einziges Ziel eingestellt.

Ich beobachte die feineren Störungen der seelischen Leistung bei Gesunden und Kranken und wollte aus solchen Anzeichen erschließen – oder, wenn sie es lieber hören: erraten – wie der Apparat gebaut ist, der diesen Leistungen dient, und welche Kräfte in ihm zusammen – und gegeneinander wirken.

Was wir, ich, meine Freunde und Mitarbeiter, auf diesem Wege lernen konnten, erschien uns bedeutsam für den Aufbau einer Seelenkunde, die normale wie pathologische Vorgänge als Teile des nämlichen natürlichen Geschehens verstehen lässt.“

Sigmund Freud
Rede zur Verleihung des Goethe-Preises
6. August 1930

Bundespräsident Dr. Fischer über Sigmund Freud
Auszüge aus der Rede zur
Eröffnung des „Theater an der Wien“ als Opernhaus am 8. Jänner 2006

100 Jahre nach Mozart kam Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse zur Welt.

Sigmund Freud hat sich selbst als einen unmusikalischen Menschen beschrieben und gemeint, dass eine von ihm „gebrummte“ Melodie von niemandem erkannt werden kann. Seine Tochter Anna hat diese Selbsteinschätzung später bestätigt, aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass ihr Vater dennoch Opern – darunter drei Mozart-Opern – besonders geschätzt habe, nämlich „Don Giovanni“, „Figaro“ und „Zauberflöte“.

Und das ist möglicherweise kein Zufall: die faszinierende Aktualität und Allgegenwart von Mozart erklärt sich vielleicht auch aus der Tatsache, dass er viele Erkenntnisse der Moderne – und auch von Sigmund Freud – musikalisch vorweggenommen hat.(…)

In diesem Sinne möchte ich mit dem Satz von Sigmund Freud schließen, der da lautet: „Die Stimme der Vernunft ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat!“

Der Traumroman
Das international wohl bekannteste Werk Sigmund Freuds ist die Traumdeutung. Mit diesem Buch, das im Jahre 1900 erschienen ist, schuf Freud die Grundlagen für die Theorie des Unbewussten und später für die Psychoanalyse. Die „Erhellung“ für die Traumdeutung kam ihm übrigens laut eigenen Aussagen auf dem Bellevue, einer Aussichtswarte bei Wien, wo sich heute auch eine Gedenktafel zu Freud befindet.

Die Couch
Das wohl berühmteste Accessoire der Psychoanalyse, die berühmte Couch, auf welcher Freuds Patienten „es sich bequem machten“, nahm Freud bei seiner Emigration aus Wien mit. Sie ist heute im Sigmund Freud Museum in London ausgestellt. Die „Couch“ ist gewissermaßen Metapher und Symbol für die Psychoanalyse und Psychotherapie.

Veranstaltungsprogramm 2006

Ausstellungen

Meisterwerke aus Gugging

6. Okt. 2005 – 28. Feb. 2006

Auftakt zum Freud Jahr 2006: Ausstellung im Sigmund Freud Museum mit 20 Werken der Gugginger Künstler

Offene Stadt Wien: Wege zum Unbewussten

Herbst 2006 (geplant)

Open-Air Plakatsäulen-Ausstellung zu Sigmund Freud

Die Couch. Vom Denken im Liegen
5. Mai – 5. November 2006

Große Sonderausstellung im Sigmund Freud Museum zum 150. Geburtstag Freuds; Kuratorin: Lydia Marinelli

Contemporary Art Collection on Tour

25. April – 8. Juli 2006

Zeitgenössische Kunstsammlung des Sigmund Freud Museums tourt durch die USA

Engelman Fotoausstellung
2006

Ausstellung in der Leica Gallery New York: Die Engelman-Fotoserie aus 1938 im kulturellen Kontext Wiens

Vorträge, Lesungen, Symposien

Freud und Wittgenstein
6. Mai 06, Festsaal Universität Wien

Traditionelle Sigmund Freud-Vorlesung mit Leon Botstein

Die süßen Mädel des Herrn Professor?

Überlegungen zu den Frauen um Sigmund Freud
15. März 06, Festsaal Rathaus Wien

Auftaktvortrag von Inge Scholz-Strasser zum Freud Jahr 2006 im Rahmen der Wiener Vorlesungen

Psychoanalyse und Politik. Terror, Regression und Gewalt – Lösungsmöglichkeiten?

Symposium während der EU-Ratspräsidentschaft Öster­reichs mit Vamik Volkan

Lesungen: Aus Briefen Freuds
Frühjahr & Herbst 2006

Reihe von Lesungen in Kooperation mit der Deutschen Botschaft und weiteren europäischen Botschaften Wiens

Lesung: Aus Freuds Schriften
2006, Volksoper

Heribert Sasse liest aus Schriften Freuds

Batti batti, o bel Masetto
Herbst 2006, Musensaal Albertina

Symposium zu den psychoanalytischen Aspekten in Mozarts Don Giovanni; Leitung: Lachmayer, Scholz-Strasser

Krypta für 3 Frauenstimmen und Ensemble
September 2006: Uraufführung

Auftragskomposition von Elmar Lampson in Kooperation mit dem Wiener Mozartjahr 2006

Stimme und Verstummen
5. Mai 2006, Volksoper Wien

Soirée anlässlich Freuds 150. Geburtstag in Kooperation mit der Volksoper; Moderation: C. Wagner-Trenkwitz

Freud und das Kino
4 Wochen im April 2006, Metro Kino Wien

Umfangreiche Filmretrospektive in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria zu Freud und Psychoanalyse im Film

Wissenschaftliche Beratung
Hörfunkprojekte zum Freud Jahr 2006

Featureserien und Lesungen in Kooperation mit der Ö1- Wissenschaftsredaktion (in Vorbereitung)

Filmprojekte zum Freud Jahr 2006
Diverse Filmprojekte zum Freud in Kooperation mit 3 Sat und ORF (in Vorbereitung)

Von Sophokles bis Abu Graibh.
Psychoanalyse und inszenierte Wahrnehmung
April 2006

Publikation Maske und Kothurn No.52/06 in Kooperation mit dem Institut f. Theater-, Film- u. Medienwissenschaft

Sigmund Freud 2006
Ein Film von Otto Brusatti zum 150. Geburtstag Freuds

Berggasse 19: Freuds verschwundene Nachbarn

Ein Dokumentarfilm von Kurt Mayer zur gleichnamigen Ausstellung 2003

The Royal Road to the Unconscious.
An interactive experience on Sigmund Freud’s Viennese Paths
Ein interaktiver Multimedia-Kulturreiseführer. Kurt Mayer Film und Collettiva (geplant)

aus

Freud – Die Enthüllung des 21. Jahrhunderts
Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten
Minoritenplatz 8, A-1014 Wien
www.freud-institut.com

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