Schönbauer, Leopold

* 13. 11. 1888 Thaya (NÖ), † 11. 9. 1963 Wien, Chirurg.
Die wissenschaftliche Tätigkeit Schönbauers begann bei Grosser in Prag. Sie betraf fast alle Gebiete der allgemeinen und speziellen Chirurgie, vorwiegend aber Probleme der Bauchfellentzündung, ferner die Pathologie und Therapie des Krebses und schließlich die Neurochirurgie. Nur die wichtigsten seiner weit über 500 Publikationen seien erwähnt: Zum l. Thema, das Schönbauer auch in seiner
Habilitationsschrift behandelte, lieferte er schon 1922 einen originellen Beitrag mit der Empfehlung, salzsaures Pepsin als physiologisches Antisepticum zur Spülung der Bauchhöhle bei Peritonitis zu verwenden. Das Karzinom begann Schönbauer zu beschäftigen, als ihm von Julius Tandler, dem damaligen Wiener Stadtrat für das Gesundheitswesen, der Aufbau und die Leitung des bald weithin bekannten Strahlentherapeutischen Institutes im Lainzer Krankenhaus anvertraut worden war. Die angeschnittenen Probleme, insbesondere die Krebsgenese fesselten Schönbauer bis an sein Lebensende.Ein Studienaufenthalt 1926 in Boston bei Harvey Cushing, dem Begründer der Neurochirurgie, war bestimmend für die 3. Arbeitsrichtung Schönbauers, die Neurochirurgie. Auf diesem Gebiete sind ihm viel zitierte Arbeiten über die Pathologie der Gehirnerschütterung und über die Pathologie des Hirnödems mit wichtigen Vorschlägen zur Behandlung solcher Zustände zu verdanken. Eine gemeinsam mit H. Hoff herausgegebene Monographie: „Hirnchirurgische Erfahrungen und Resultate“ gehörte zu den ersten deutschsprachigen zusammenfassenden Werken dieser Art. Von besonderer Originalität war ein 1921 erschienener Bericht Schönbauers über einen mit Curare behandelten und geheilten Fall von Tetanus: ein kühner und erstmals verbürgt gelungener Versuch, eine auf Claude Bernard zurückgehende Anregung in die Tat umzusetzen.

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