Penzing

14. Bezirk
Fläche: 33,31 km²
Einwohner: 80.822 (1991)
78.169 (2001)
83.338 (2005)

Allgemeine Informationen


Linzer Straße 417 (damals 13. Bezirk), 1903
Bild aus „August Stauda – Ein Dokumentarist des alten Wien“
erschienen im Verlag Christian Brandstätter – zur Buchbeschreibung

altes Dorf, um 1120 erstmals urk. erwähnt, am li. Ufer der Wien und an der Straße nach Linz; im 18. Jh. Sommerfrische und 1. Sitz der Wr. Seidenind.; 1890/92 als Teil des 13. Bez. der Stadt Wien einverleibt, 1938 mit allen Bezirksteilen nördl. der Wien (Breitensee, Baumgarten mit Steinhof, Hütteldorf) vom 13. Bez. abgetrennt und mit den nö. Wienerwaldorten Mariabrunn, Weidlingau, Hadersdorf, Hainbach zum neuen 14. Bez. P. vereinigt.

Text auszugsweise aus

aeiou – das kulturinformationssystem des bm:bwk
14.000 Stichwörter und 2000 Abbildungen aus Geschichte, Geographie, Politik und Wirtschaft Österreichs
www.aeiou.at

Berühmte Bewohner
Viele Berühmtheiten wohnten und wirkten in den Vororten, die den heutigen 14. Bezirk bilden: im Haus Hadikgasse 62 befand sich eine der vielen Wiener Wohnungen Ludwig van Beethovens. Franz Schubert besuchte die Familie Bruchmann in den Sommermonaten 1819 bis 1823 in ihrem Gartenhaus in Hütteldorf (Dehnegasse 15). Richard Wagner (1813-1883) schrieb an den „Meistersingern“ bei seinem fünften Aufenthalt in Wien 1863/64 im Haus Hadikgasse 72. Gustav Klimt (1862-1918), der wichtigste Maler des österreichischen Jugendstils, wurde in einem ebenerdigen Haus in der Linzerstraße 247 geboren, das heute nicht mehr besteht.

Josef Ressel
(1793 – 1857)

Heimito von Doderer (1896-1966) wurde im Laudon’schen Forsthaus am Rande des Wienerwaldes geboren. An der Stelle dieses Anfang der Sechzigerjahre abgetragenen Hauses steht heute ein Doderer-Gedenkstein.

Der Verfasser vieler bekannter Wiener Lieder, der 1888 geborene Hermann Leopoldi („I bin a stiller Zecher“, „Schön ist so a Ringelspiel“). Wohnte nach seiner Rückkehr aus der Emigration von 1947 bis zu seinem Tod 1959 in der Diesterweggasse 8.

Heinz Conrads (1913-1986) hatte in der Penzinger Werkstatt seines Vaters die Modelltischlerei erlernt und wohnte bis zu seinem Tod im Bezirk. Ein kleiner Park neben dem Technischen Museum und ein eigener Gedenkraum im Penzinger Bezirksmuseum erinnern an den Volksschauspieler, Radio- und Fernsehliebling. Dieses Museum dokumentiert auch wie kein anderes die reiche Wirtschaftsgeschichte Wiens durch eine ganze Reihe komplett eingerichteter Handwerks- und Gewerberäume – von einer Holzfällerhütte aus dem alten Hadersdorf und einer Schusterwerkstatt über eine Greißlerei bis zu einer Instrumentenmacher-Werkstätte.

Textauszug aus
Diem, Peter – Göbl Michael – Saibel, Eva
Die Wiener Bezirke
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeiten, ihre Wappen

Deuticke Verlag
ISBN: 3852234638

Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
des Deuticke Verlages

Bezirksname
Der Wiener Bezirk Penzing leitet sich von „penzen“ her.

Der Journalist E.M.Schranka, ein wichtiger Zeitzeuge für die heutige Dialektforschung, schrieb 1905 über den Wiener Ortsteil Penzing, der heute auch dem ganzen Bezirk den Namen gibt: „Penzen: aneifern, antreiben, durch Zudringlichkeit etwas zuwege bringen oder veranlassen wollen. Im Altdeutschen kämpfen, turnieren, daher der Name Penzing als eines ehemaligen Turnierplatzes“.

Wenngleich die von Schranka angeführten Bedeutungen des Zeitwortes „penzen“ recht treffend sind, die Ableitung aus dem Altdeutschen ist falsch und der Name des Bezirks hat nichts mit „Turnierplatz“ zu tun.

In der Tat stammt der Name Penzing von einem Mann namens Pantzo ab. Die erste urkundliche Erwähnung dieses Namens Wird mit 1120 datiert.

Das Dorf Penzing gewann mit dem Bau des Schlosses Schönbrunn an Attraktivität, weil sich insbesondere der niedere Adel sowie das gehobene Bürgertum gern in der Nähe des Hofes ansiedelten. Sogar ein eigenes Theater gab es. Dass der Ort einmal recht populär war, bekunden auch diverse Volkssprüche und Volkslieder – wobei es besonders der „Pfarrer von Penzing“ den Leuten angetan hat, zumal er sogar in den berühmt-berüchtigten Spittelbergliedern besungen wurde.

Bekannt ist auch heute noch die Redewendung „Glauben S’, i bin da Pforrer (auch: da Schmied) von Penzing?“, die ein Kartenspieler dann verwendet, wenn er zum Geben aufgefordert („angepenzt“) wird, obwohl er gar nicht an der Reihe ist. Auch dem wortverspielten Abraham a Sancta Clara wird ein Scherzspruch zugeschrieben, der einem „Streithansl“ gilt, zumal er „Du bist öfter zu Pentzing als Friedberg, öfter ein Hadrian als Friederich“ lautet.

Hinter dem Zeitwort „penzen“ vermutet Peter Wehle ein althochdeutsches Zeitwort „bensjan“ (=flehen), das sich jedoch bei genauerer Betrachtung als angelsächsischer Ausdruck entpuppt. Diese Etymologie gilt nach dem „Grimm’schen Wörterbuch“ als sehr weit hergeholt.

Eine weitere Herleitung führt zu einem alten Zeitwort „ beengetzen“ (=in die Enge treiben, beengen), während meines Erachtens ein rotwelsches „bennen“ (=sprechen, reden) zu der Form auf „-etzen“ führen könnte. Als Grundbedeutung hätten wir in diesem Falle „auf jemanden immer wieder einreden“.

Am geläufigsten sind wohl die Bedeutungen „keine Ruhe geben, betteln, jammernd herumreden“.

Textauszug aus

Grüner, Sigmar – Sedlaczek, Robert
Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs
Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30714-X

DharmeshTourismusPenzing 14. Bezirk Fläche: 33,31 km² Einwohner: 80.822 (1991) 78.169 (2001) 83.338 (2005) Allgemeine Informationen altes Dorf, um 1120 erstmals urk. erwähnt, am li. Ufer der Wien und an der Straße nach Linz; im 18. Jh. Sommerfrische und 1. Sitz der Wr. Seidenind.; 1890/92 als Teil des 13. Bez. der Stadt Wien einverleibt, 1938 mit allen Bezirksteilen nördl. der...