Meidling

12. Bezirk
Fläche: 8,21 km²
Einwohner: 79.592 (1991)
78.268 (2001)
84.871 (2005)

Allgemeine Informationen

Römischer Altarstein (gefunden 1853)
1890/92 aus den Gemeinden Unter-M., Ober-M., Gaudenzdorf, Wilhelmsdorf, Hetzendorf und Altmannsdorf gebildet. Zentralberufsschule; Meidlinger und SW-Friedhof; Rehabilitationszentrum, BA f. Virusseuchenbekämpfung, Arbeitsunfallkrankenhaus, Obdachlosenheim; Tierschutzhaus; Heeres-Materialamt und Landesgendarmeriekommando für NÖ. (ehem. Heckenast-Burian-Kaserne); Großwohnanlage „Am Schöpfwerk“ (1975, V. Hufnagel und Architektenteam), viele Gemeindebauten.

Text auszugsweise aus

aeiou – das kulturinformationssystem des bm:bwk
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Berühmte Bewohner

„Mei Herz schlogt fia Mei’ling“ – das Gedicht auf der Gedenktafel am Haus Niederhofstraße 22 erinnert an den Mundartdichter Anton Krutisch (1921-1978), der dort geboren wurde. Er trat auch in dem legendären „Spitzbuben“ – Brettl auf. Zwei weitere volkstümliche Künstler, Carl Lorens (1851-1909) und Hermann Leopoldi (1888-1959) sind ebenfalls Meidlinger. Ersterer wohnte 25 Jahre lang in der Schönbrunner Straße 184.
Er schrieb mehr als 2.000 Liedertexte, darunter „Trink ma no a Flascherl Wein“, sowie den Text „Grüß enk Gott, alle miteinander“ für Carl Zellers Vogelhändler.


Hermann Leopoldi
(1888 – 1959)
Hermann Leopoldi (eigentlich Hermann Kohn) trat 1916 zum ersten Mal als Klavierhumorist im Ronacher auf. Er war einer der erfolgreichsten Unterhaltungskünstler seiner Zeit, auch in Amerika während seiner Emigration (1939-1947). Seine bekanntesten Schöpfungen sind „I bin ein stiller Zecher“ und „In einem kleinen Café in Hernals“. Beider Werke werden im großzügigen Bezirksmuseum in Spezialarchiven dokumentiert. Dort kann auch ein imposanter Feuerwehr-Spritzenwagen der Gutsherrschaft Altmannsdorf aus dem Jahr 1835 bewundert werden. Im Eingangsbereich des Museums hängt die großformatige „Apotheose auf Wien“ des in der Aichhorngasse 8 in Gaudenzdorf geborenen Landschaftsmalers Anton Hlavacek (1842-1926).

Eine Kuriosität ist die Gedenktafel mit Bronzerelief für Josef Stalin (1879-1953) am Haus Schönbrunner Schloss-Straße 30. Sie ist das einzige Denkmal für den Sowjetdiktator in Westeuropa. Nach wechselvoller Tätigkeit als Agitator und mehrfacher Verbannung nach Sibirien hatte der ehemalige Priesterstudent Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili 1912 im Auftrag Lenins die Parteizeitung „Prawda“ gegründet. Anfang 1913 wohnte er in diesem Haus bei einem russischen Emigrantenehepaar, wo er eine vierzigseitige Abhandlung zum Thema „Marxismus und nationale Frage“ schrieb. Dort traf er auch Nikolai Bucharin und Leo Trotzki.

Joseph Haydn (1732-1809) war auf dem Hundsturmer Friedhof begraben, bis seine Gebeine 1820 in die Bergkirche von Eisenstadt überführt wurden. An Stelle des 1874 geschlossenen Friedhofs wurde am Gaudenzdorfer Gürtel ein Park angelegt, der nach dem großen Komponisten benannt ist. Der ursprüngliche Grabstein und eine Gedenktafel erinnern dort an Joseph Haydn.

Textauszug aus
Diem, Peter – Göbl Michael – Saibel, Eva
Die Wiener Bezirke
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeiten, ihre Wappen

Deuticke Verlag
ISBN: 3852234638

Auszugsweise Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
des Deuticke Verlages

DharmeshTourismusMeidling 12. Bezirk Fläche: 8,21 km² Einwohner: 79.592 (1991) 78.268 (2001) 84.871 (2005) Allgemeine Informationen Römischer Altarstein (gefunden 1853) 1890/92 aus den Gemeinden Unter-M., Ober-M., Gaudenzdorf, Wilhelmsdorf, Hetzendorf und Altmannsdorf gebildet. Zentralberufsschule; Meidlinger und SW-Friedhof; Rehabilitationszentrum, BA f. Virusseuchenbekämpfung, Arbeitsunfallkrankenhaus, Obdachlosenheim; Tierschutzhaus; Heeres-Materialamt und Landesgendarmeriekommando für NÖ. (ehem. Heckenast-Burian-Kaserne); Großwohnanlage 'Am Schöpfwerk' (1975, V. Hufnagel und Architektenteam), viele Gemeindebauten. Text auszugsweise...