Alle neun

Sagen aus Wien "Alle neun" Auf dem Turm zu St. Stephan gab es einmal eine Kegelbahn, die bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts noch bestand. Sie befand sich in einem Stübchen der Turmwächterwohnung und war eigenartig eingerichtet. Der Raum war eng und niedrig und die Bahn überaus kurz. Die Spieler konnten sich nur mit dem Rücken zur Bahn aufstellen und mußten die Kugel zwischen den Beinen hindurch den Laden hinausrollen. Daher war es auch für geschickte Spieler sehr schwer, die Kegel zu treffen. Der Turmwächter lud seine Freunde immer wieder zu Spiel und Zechgelage ein. Da ging es dann sehr lustig und lautstark zu, so daß man den Lärm in den Häusern ringsum hören konnte. Vor dem Riesentor verkaufte zu dieser Zeit ein altes Mütterlein Tag für Tag Wachskerzen. Bei jedem Wetter stand sie hier, um einige Groschen zum Überleben zu verdienen. Ihr einziger Sohn aber war schon als Lehrling von seinem Meister zum Kegelspiel auf den Turm mitgenommen worden. Zuerst stellte er nur…
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Der Hahn auf dem Stephansdom

Sagen aus Wien "Der Hahn auf dem Stephansdom" Dem Kaiser Maximilian I. diente einst am Hofe zu Wien ein kluger Mann. Es war der junge Ritter Kaspar von Schlezer, der dem Herrscher mit Rat und Tat zur Seite stand. Mit seiner hübschen Gemahlin wohnte er zufrieden in einem kleinen Schloß, als eines Tages an ihn die Aufforderung erging, dem Sultan von Konstantinopel eine wichtige und geheime Botschaft zu überbringen.Seine Frau war wegen der gefahrvollen Reise in die Türkei voll Sorge, doch der Ritter sagte beim Abschied zu ihr: "Dieses Kreuz, das ich auf meiner Brust trage, wird mein Schutz in Not und Gefahr sein. Wird es dir von einem Boten überbracht, so vertraue auf ihn und glaube alles, was er dir mitteilt!" Herr von Schlezer machte sich mit drei Begleitern auf die Reise und gelangte glücklich in den Palast des Sultans. Dem Herrscher der Türkei überreichte er die geheime Botschaft seines Kaisers. Bei der Heimreise jedoch wurde das Schiff des Ritters auf hoher See von Rä…
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Die Lichtsäule in Penzing

Sagen aus Wien "Die Lichtsäule in Penzing" Als die Menschen in den Vororten erfahren, daß sich die Türken auf Wien zubewegen, packen sie hastig die wichtigsten Habseligkeiten zusammen und machen sich auf, um sich in den Wäldern zu verstecken. So auch der Schuster Rottaler mit seiner Frau und seinem Sohn Michael, der ihnen nachläuft und die Ziege führt. Der kleine Bub hat schon viel von den Türken gehört, doch wirklich vorstellen kann er sich keinen. Immer wieder blickt er sich um, um vielleicht doch etwas von ihnen zu sehen. Mehr und mehr fällt er zurück, bis plötzlich die Eltern und die anderen Dörfler weit voraus verschwunden sind. Michael schaut hinunter auf Penzing. Da sieht er die kleine Kirche mit ihrem Turm. Von dort aus müßte man einen guten Ausblick haben, denkt er sich. Er zögert nicht und läuft den Weg, die Ziege hinter sich herzerrend, zurück. Bei der Kirche angekommen, bindet er das Tier ans Friedhofstor, steigt die steile Holztreppe hinauf und beugt sich i…
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Die schwarze Wolke

Sagen aus Wien "Die schwarze Wolke" In jener Zeit, als im 8. Bezirk, Josephstadt, noch kein Häusermeer stand, sondern sich Felder ausdehnten, soweit das Auge reichte, gab es einen reichen Grundbesitzer, für den alle Bauern in der Umgebung arbeiten mußten. Der Graf war ein Geizkragen und Leuteschinder, der nur den eigenen Geldbeutel im Sinn hatte. Der Sommer neigte sich dem Ende zu. Es war ein gutes Jahr gewesen. Unwetter und Hagelschäden hatten das Land verschont. Jetzt befanden sich die Menschen auf den Feldern, um die Ernte einzubringen. Da kam in gestrecktem Galopp ein Reiter den Weg entlang und hielt bei einem Bauern an. "Rettet euch!" schrie er. "Die Heuschrecken kommen! Sie sind schon in Mödling!" Kaum hatte der Mann seine Botschaft verkündet, jagte er weiter. Es gab noch mehr Feldarbeiter, die er warnen wollte. Erschrocken blickten die Bauern in die Richtung, aus der der Bote gekommen war. Tatsächlich! Eine merkwürdige, dunkle Wolke zog von Südosten her langsam n…
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Spanische Galleone

Spanische Galleone Modellbau: Erhard Gaube Geschichtlich gesehen war die spanische Galleone einer der berühmtesten Schiffstypen während des goldenen Alters der Segelschiffe. Die ersten Galleonen traten um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts in Erscheinung, und für fast hundert Jahre dienten diese beliebten Segelschiffe als Kriegs- sowie auch als Handelsschiffe. Die Galleone ist ein direkter Nachkomme der durch Ruder betriebenen Galeeren, die Rümpfe waren schlanker als die massigen, schwerfälligen Naos, und dennoch fassten ihre Laderäume große Warenmengen. Spanische Galleonen befuhren die Weltmeere und transportierten Juwelen, Gold, feine Stoffe und andere wertvolle Ware. Um Angriffe von Seeräubern abzuwehren, hatten die spanischen Schiffe ihren eigenen Schutz in Form von schweren Messingkanonen. Die berühmte spanische Armada von 1588 war aus über 70 bewaffneten Galeonen zusammengestellt. In einer der größten Seeschlachten der Geschichte forderte die mächtige…
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UEFA Euro 2008 – Das Spiel

Fußball Europameisterschaft 2008 UEFA Euro 2008 - Das Spiel Produktbeschreibung des Herstellers Electronic Arts Inc. steigert die Leidenschaft der Fans für ihre Nationalmannschaften und die Spannung der UEFA Fußball-Europameisterschaft mit dem einzigen offiziellen und exklusiv lizenzierten Videospiel zur UEFA EURO 2008™. UEFA EURO 2008™ überzeugt mit beeindruckenden grafischen Darstellungen der besten Fußballer der Welt, einer leichter zugänglichen, temporeicheren und reaktionsschnelleren Version der führenden EA SPORTS™ Fußball-Engine und allen Teams und offiziellen Stadien der UEFA EURO 2008™. Nimm die Herausforderung an und führe eine von über 50 europäischen Nationalmannschaften zu großem Ruhm und erlebe mit UEFA EURO 2008™ die Dramatik und Aufregung des offiziellen Turniers in Österreich und der Schweiz. Beginne mit der Mannschaft deines Lieblingslands in der Qualifikation und spiele eine komplette, virtuelle Nachbildung des Turniers bis zum großen Finale…
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Die Bärenmühle

Sagen aus Wien "Die Bärenmühle" Klirrend kalt ist dieser Winter. Wer nicht vor's Haus muß, bleibt in der warmen Stube. So auch der Müller Ferdinand, der sich aber nicht recht am knisternden Ofenfeuer erfreuen kann. Der Wienfluß ist zugefroren. Von den Schaufeln des Mühlrades hängen mächtige Eiszapfen. Der Betrieb ist stillgelegt. Zur Untätigkeit verurteilt zu sein, paßt dem Ferdl gar nicht. Eines Abends füttert er im Stall die Tiere. Seltsam unruhig sind sie heute. Aber er findet nichts, was ihre Nervosität begründen könnte. Also wirft er sich die warme Wolldecke über die Schultern, nimmt die kleine Laterne und will sich ins Haus begeben. Draußen vor dem Stalltor schleudert ihn etwas zu Boden. Die Laterne verlischt. Im Mondlicht sieht er einen riesigen Bären über sich, der zornig brummt und grummelt. Drinnen im Stall schreien die Tiere. Ferdinand will auch schreien - aber kein Ton kommt aus seiner Kehle. Da ist die zottige Bestie auch schon auf ihm. Ihre Krallen bohren …
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Die Rache der Toten

Sagen aus Wien "Die Rache der Toten" Als rund um den Stephansdom noch ein Friedhof war, standen mitten darin mehrere Beinhäuser, in denen die ausgegrabenen Knochen der Toten aufbewahrt wurden. Im größten der Karner brannte immer ein Öllämpchen vor einem Kreuzbild. Einmal trug es sich zu, daß der Mesner von St. Stephan bei einem Freund zu Besuch war und sich dort lange aufhielt. Erst als die Glocke vom Turm die Nacht kündete, dachte der Mesner an den Heimweg.Weil er aber zu tief in den Becher geblickt hatte, ließ ihn der Freund nicht alleine gehen und begleitete ihn. Der Weg führte sie über den Friedhof an den Grabhügeln vorbei. Da löschte ihnen ein plötzlicher Windstoß die Laterne aus. Dem Freunde wurde angst und bang, der Mesner aber, durch den Wein mutig geworden, rief: "Im Karner drüben brennt noch das Öllämpchen, an dem könnten wir unsere Lampe wieder entzünden!" Der andere lehnte dies ab, denn er wollte sich nicht versündigen. Nun wurde der Mesner zornig und er rie…
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Hans Puchsbaum

Sagen aus Wien "Hans Puchsbaum" Zur Zeit, als Peter von Prachatitz Dombaumeister war, arbeitete bei ihm ein tüchtiger Werkmeister, Hans Puchsbaum. Der junge Mann war äußerst geschickt und fleißig, diente seinem Herrn treu und ausdauernd. Prachatitz hatte ein schönes Töchterlein, Maria genannt, das der junge Puchsbaum verehrte. Maria erwiderte seine Zuneigung; aber die jungen Leute verbargen ihre Liebe vor den Augen des Vaters. Lange überlegte Hans, ob er dem Dombaumeister etwas sagen sollte. Endlich brachte er es übers Herz, um die Hand des Mädchens anzuhalten. Prachatitz war sehr verärgert, ließ sich aber nichts anmerken und sagte zu dem Werkmeister: "Lieber Hans, dein Wunsch sei erfüllt, doch knüpfe ich eine Bedingung daran. Vollende den zweiten Turm innerhalb eines Jahres. Ist er dann genau so hoch, wie der Südturm, so will ich dir meine Maria zur Frau geben." Verzweifelt schlich Hans durch die Straßen von Wien. Den Nordturm innerhalb eines Jahres zu vollenden, war f…
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Der Teufel auf dem Bisamberg

Sagen aus Wien "Der Teufel auf dem Bisamberg" Der Steinbauer vom Kahlenbergerdorf ist mit seinem Hof arg verschuldet. Einzig und allein seine Tochter Resi reich zu verheiraten, sieht er als Möglichkeit, aus seiner mißlichen Lage herauszukommen. Das weiß auch der Poldl, der die Resi liebt, aber er ist arm wie eine Kirchenmaus und der Letzte, der für den Steinbauer als Schwiegersohn in Betracht käme. Traurig wandert der Poldl den Bisamberg hinauf, überlegt hin und her, grübelt, daß er schon Kopfweh hat, aber es fällt ihm nichts ein, wie er seine finanzielle Situation schnell verändern könnte. Es ist Frühling, aber die Schönheiten der Natur um ihn herum bemerkt er gar nicht. Er ist so in Gedanken versunken, daß er an einer Wegkreuzung glatt einen Jäger über den Haufen rennt. "Entschuldigung", stammelt er verlegen. "Macht ja nichts", sagt der Fremde mit der roten Hahnenfeder am Hut freundlich. "Mir sind deine Probleme bekannt. Und ich kann dir helfen." "Mir kann nur ein Wun…
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