Friedrich Gulda

* 16. 5. 1930 Wien, † 27. 1. 2000 Weißenbach am Attersee (Gemeinde Steinbach am Attersee, Oberösterreich), Pianist und Komponist; Vater der Pianisten Paul Gulda und Rico Gulda. Galt als "Wunderkind" und erlangte bereits früh Weltruhm (1946 Sieger des Internationalen Musikwettbewerbs in Genf und anschließende internationale Konzerttätigkeit). Am intensivsten beschäftigte er sich mit L. van Beethoven, dessen sämtliche Sonaten er ab 1953 einstudierte und aufnahm; auch hervorragender Interpret der Klavierwerke von W. A. Mozart. Ab 1967 präsentierte sich Gulda als Exzentriker und Enfant terrible im Konzertbetrieb mit dem Ziel, das Publikum zu provozieren. Gleichzeitig begann er sich mit Jazz und anderen Formen der Unterhaltungsmusik zu beschäftigen, die er auch in seinen Kompositionen (Concerto for Ursula, Concerto for myself und andere) mit der Ernsten Musik verband; zahlreiche Auslandstourneen und Plattenaufnahmen.
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Falco

(eigentl. Hans Hölzel), * 19. 2. 1957 Wien, † 6. 2. 1998 Puerto Plata (Dominikan. Republik), Popmusiker. Ausbildung am Wr. Jazz-Konservatorium, 1977 Bassist in W-Berlin, 1979 Gründung der "Hallucination Company". Mitgl. verschiedener Rockgruppen (u. a. "Drahdiwaberl"); 1982 erste Solo-LP mit "Der Kommissar", 1985 "Rock me Amadeus". 1986 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien und Auszeichnung mit dem "Bambi". Begraben auf dem Wr. Zentralfriedhof.
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Engelbert Dollfuß

* 4. 10. 1892 Texing (Gem. Texingtal, NÖ.), † 25. 7. 1934 Wien (im Bundeskanzleramt ermordet), Politiker (CS). Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg Sekr. des Nö. Bauernbundes, 1927 Dir. der Nö. Landwirtschaftskammer, 1931 Min. f. Land- und Forstw., 1932-34 Bundeskanzler und Außenminister. D. schaltete im März 1933 das Parlament aus, verbot 1933 die NSDAP, die Kommunist. Partei und den Republikan. Schutzbund, 1934 nach den Februarkämpfen auch die Soz.-dem. Partei und ließ als einzigen polit. Willensträger die Vaterländische Front zu. Er regierte mit Notverordnungen und führte das Standrecht und die Todesstrafe wegen des nat.-soz. Terrors ein. Er schuf mit der Maiverfassung 1934 einen autoritären Ständestaat und stützte sich v. a. auf die kath. Kirche, die Heimwehr und die Bauern. 1934 schloss er mit dem Hl. Stuhl ein Konkordat und räumte durch die "Röm. Protokolle" mit Italien und Ungarn Mussolini bed. Einfluss auf die ö. Innen- und Außenpolitik ein. Er wurde beim nat.-soz. Jul…
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Hanns Eisler

* 6. 7. 1898 Leipzig (Deutschland), † 6. 9. 1962 Berlin (Deutschland), Komponist; Bruder von Ruth Fischer, Vater von Georg Eisler. Wuchs als Sohn des Wiener Philosophen Rudolf Eisler in Wien auf und studierte bei A. Schönberg und A. von Webern. 1924 Musikpreis der Stadt Wien für die Klaviersonate Opus 1, ab 1925 in Berlin. Eisler hatte sich schon in Wien der Arbeiterbewegung (Werke für Arbeitergesangvereine) zugewandt und wurde dann zum radikalen Marxisten. Befreundet mit B. Brecht, schuf er für diesen Bühnen- und Filmmusik, wobei er Elemente von ernster und Unterhaltungsmusik verwendete; 1933-48 in Emigration (Sowjetunion, Spanien, USA), wurde er in Hollywood zum anerkannten Filmkomponisten und Musiktheoretiker (Zusammenarbeit mit T. W. Adorno). Als Kommunist 1948 aus den USA ausgewiesen, lebte er bis 1950 in Wien, dann bis zu seinem Tod in der DDR, für die er auch die Hymne schuf.
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Hans Makart

* 28. 5. 1840 Salzburg, † 3. 10. 1884 Wien, Historien- und Bildnismaler. Studierte an der Wiener Akademie und bei K. von Piloty in München; Studienreisen nach London, Paris und Italien. 1869 Berufung nach Wien, wo ihm auf Staatskosten ein Atelier eingerichtet wurde. 1875/76 mit F. von Lenbach, C. R. Huber und L. C. Müller in Ägypten, ab 1878 Professor für Historienmalerei an der Wiener Akademie. Gestaltete 1879 anlässlich der Silbernen Hochzeit des österreichisch Kaiserpaares den Festzug der Stadt Wien; ab 1881 Arbeit an der Ausstattung des Stiegenhauses im Kunsthistorischen Museum sowie Ausstattung des Schlafzimmers von Kaiserin Elisabeth in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten. Seine Kolossalgemälde zeigen den Einfluss der dekorativen Großmalerei Frankreichs (T. Couture, E. Delacroix) und nehmen ebenso wie seine Porträts Anregungen von P. P. Rubens, Tizian und P. Veronese auf. Makart war der wichtigste Inspirator des späthistoristischen Gesamtkunstwerks in Wien und von gr…
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Anton Krutisch

Anton Krutisch wurde am 2. Mai 1929 in Wien-Meidling geboren. Seine Jugend verbrachte er hauptsächlich in der Umgebung des Meidlinger Marktes, wo er auch die Volks- und Hauptschute besuchte. 1937 begann er eine Lehre bei einer Bau- und Galanteriespenglerei, die er als Angehöriger des Reichsarbeitsdienstes abschloß - er wurde 1940 dazu als "kriegsverwendungsfähig" herangezogen. Er hatte zwar den Gesellenbrief erworben, sollte diesen Beruf aber niemals ausüben. Er mußte in den "aktiven Dienst" wechseln und kam an der Ostfront zum Einsatz, wo er kurze Zeit später schwer verwundet wurde: Sein linker Unterschenkel mußte amputiert werden. 1943 wurde er dann aus dem Deutschen Heer entlassen. Aufgrund seiner Verletzung konnte er in seinem erlernten Beruf als Spengler nicht mehr arbeiten. Er verdiente dann seinen Lebensunterhalt bei verschiedenen Firmen, war als Buchhalter tätig, stieg zum Büroleiter auf und war für Personalangelegenheiten zuständig, bis er schließlich bei der S…
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André Heller

André Heller wurde am 22. März 1947 in Wien geboren. Er zählt zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Multimediakünstlern der Welt. Seine Verwirklichungen umfassen Gartenkunstwerke, Wunderkammern, Prosaveröffentlichungen und Prozessionen ebenso wie die Erneuerung von Zirkus und Varieté, Millionen verkaufter Schallplatten als Chansonnier eigener Lieder, große fliegende und schwimmende Skulpturen, den avantgardistischen Vergnügungspark Luna Luna, Filme, Feuerspektakel und Labyrinthe sowie Theaterstücke und Shows, die vom Broadway bis zum Wiener Burgtheater, von Indien bis China, von Südamerika bis Afrika ihr Publikum fanden. Einige Verwirklichungen Ab 1964 Prosa, Lyrik und Lieder 1965-1967 Schauspieler an Wiener Avantgarde-Bühnen 1967 Gründungsmitglied des österreichischen Radiosenders Ö3 1967-1971 Co-Autor der TV-Samstag-Hauptabendkultsendung „Wünsch Dir was“ 1968-1983 15 Langspielplatten als Chansonnier eigener Texte und teilweise eigener Musiken, n…
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Anton von Webern

* 3. 12. 1883 Wien, † 15. 9. 1945 Mittersill (Salzburg; von einem US-Soldaten irrtümlich erschossen), Komponist. 1904-08 Schüler von A. Schönberg, mit dem ihn auch später Freundschaft verband. Studium der Musikwissenschaft bei G. Adler, ab 1908 Theaterkapellmeister (unter anderem in Bad Ischl und Prag). Wirkte 1918-22 in dem von A. Schönberg gegründeten "Verein für musikalische Privataufführungen" mit. 1921 erschienen erste Werke in der Universal-Edition; 1922-34 Leiter und Dirigent der Arbeiter-Symphoniekonzerte und ab 1923 des Wiener Arbeiter-Singvereins. Webern zählt mit A. Schönberg und A. Berg zu den Hauptvertretern der Wiener Schule der Zwölftontechnik. Webern wurde für die moderne Musikentwicklung richtungsweisend, indem er Schönbergs Dodekaphonie zu einer konzentrierteren Form weiterentwickelte. Die knappen atonalen und dodekaphonen Aphorismen und Stenogramme werden als Symptome einer "Verdichtung des Ausdrucks in der kürzesten Form" bezeichnet. Die abstrakte, a…
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Konrad Bayer

* 17. 12. 1932 Wien, † 10. 10. 1964 ebenda (Selbstmord), avantgardistischer Schriftsteller. Von Beruf Bankangestellter (bis 1957), wurde Bayer 1951 Mitglied im "Art-Club", aus dem später die Wiener Gruppe hervorging. Zu gemeinsamen Auftritten kam es in Simultanlesungen, "literarischen cabarets" (1958/59) und Theateraufführungen. Bayer versuchte in Experimenten mit serieller Texthervorbringung, mit Montagetechniken und mit Wortspielen das der Sprache innewohnende Täuschungsmoment ("es gibt nichts gemeinsames. nur die sprache schafft gemeinsamkeiten") zu zertrümmern. Sein provokatives Werk stieß zu Lebzeiten meist auf Unverständnis und Ablehnung, heute gilt er als einer der Wegbereiter der Avantgarde nach 1945.
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Margarete Schütte-Lihotzky

* 23. 1. 1897 Wien, † 18. 1. 2000 ebenda, Architektin. 1915-19 Architekturstudium (als erste Frau in Österreich) an der Wiener Kunstgewerbeschule; ab 1920 Mitarbeit in der Wiener Siedlerbewegung (unter anderem bei A. Loos); 1926 am Hochbauamt Frankfurt am Main. Entwickelte 1926-28 die "Frankfurter Küche" mit weltweit nachhaltigem Einfluss. Heiratete 1927 den Architekten W. Schütte, arbeitete ab 1930 mit einer Frankfurter Gruppe in der Sowjetunion (Arbeitersiedlungen, Schulen und Kindergärten). 1938 an der Akademie der Schönen Künste in Istanbul; 1940 als Kommunistin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus in Wien verhaftet und zum Tod verurteilt, entging der Hinrichtung. 1946 in Sofia (mehrere Kinderhäuser), ab 1947 wieder in Wien, aus politischen Gründen kaum noch Aufträge; verstärkt publizistische Tätigkeit und politisches Engagement für Frauen und Frieden. Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1993 sowie zahlreiche weitere Preise und Au…
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