Walpurgisnacht

Nacht vom 30. April auf 1. Mai Mythologisch findet die Walpurgisnacht (ähnlich dem keltischen Fest Beltane) als Mondfest in der Nacht des ersten Vollmondes zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende statt. Traditionell gilt jedoch die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der angeblich die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich Brocken), aber auch an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten und auf die Ankunft des "gehörnten Gottes" warten. Im Rahmen der Christianisierung des Abendlandes wurde der Kult der Walpurgisnacht und verwandter Kulte (z. B. antiker Pan-Kult) im wahrsten Sinne des Wortes "ver-teufelt": aus dem gehörnten Gott, dem Symbol des Männlichen, welches sich in dieser Nacht mit dem Weiblichen vereinigt, wurde der Teufel. Der Name Walpurgisnacht leitet sich von der dem Tag der Heiligsprechung (1. Mai) der heiligen Walpurga (auch Walburga, die Beschützerin vor den Hexen) vorausgehenden Nacht ab. Nach altem…
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Erntedank

Erntedank, kirchliche Feier anlässlich der Ernteeinbringung an einem Sonntag Ende September bis Mitte Oktober, bei der die "Erntekrone" mit Ähren, Blumen und Früchten feierlich in die Kirche eingeholt wird. Meist ist der Erntedank auch mit Gabensegnung, Pfarrfest oder Frühschoppen verbunden. Der Ernteabschluss wurde früher oft mit einem Festmahl für Gesinde und Saisonarbeiter beim Bauern oder Gutsherrn begangen. Dabei erfolgte das Schmücken des letzten Erntewagens mit Blumen und Bändern sowie die Überreichung des "Erntekranzes" als Lohn- und Festaufforderung. Erntedank wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in den katholischen Festkreis aufgenommen (Einfluss der volksliturgischen Bewegung) und erfuhr nach dem 2. Weltkrieg allgemeine Verbreitung. Erntedankfest Das Erntedankfest wird gefeiert, um sich bei Gott für die Ernte zu bedanken. Bei der Feierlichkeit, die oft in einer Kirche veranstaltet wird, werden Feldfrüchte, geerntetes Getreide und anderes dekorativ…
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Weißer Sonntag

Weißer Sonntag (lat. Dominica in albis, auch Klein-Ostertag genannt) ist der traditionelle Name des Sonntags nach Ostern in der katholischen Kirche. Der ursprüngliche Sinn des Namens ist nicht ganz sicher, hängt aber wahrscheinlich mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften noch bis zu diesem Tag getragen wurden. An die Neugetauften wendet sich auch die traditionelle Epistellesung dieses Tages (1.Petr. 2,2-10; von der katholischen Liturgiereform verschoben). Ihr lateinischer Beginn Quasi modo geniti („wie die neugeborenen Kinder“) hat dem Sonntag seinen heute noch in der evangelischen Kirche gebräuchlichen Namen gegeben. Jahrhundertelang und in vielen Gegenden bis heute wird am Weißen Sonntag die Erstkommunion der Kinder festlich begangen. Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. für die Katholische Kirche fest, dass an diesem Tag der Barmherzigkeitssonntag gefeiert werden soll. Er erfüllte damit einen Wunsch de…
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Palmsonntag

Links: Christi Einzug in Jerusalem Perikopenbuch von St. Erentrud in Salzburg, entstanden um 1140, Pergament, 20,9 × 13,6 cm. München, Bayerische Staatsbibliothek. Buchmalerei, Österreich. Der Palmsonntag (lat.: Dominica in Palmis) ist der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, als er auf einem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln gehuldigt wurde. Die Palme war von alters her das Symbol für die Unabhängigkeit Israels, von daher für die Römer eine besondere Provokation. Der Esel wiederum war nach dem Propheten Zacharia das Symbol des gewaltlosen Friedenskönigs und das Bekenntnis zur Niedrigkeit. Prozessionen und anderes Brauchtum Am Palmsonntag werden „Palmzweige“ (Palmkätzchen, Palmbuschen, in den südlichen Ländern auch echte Palmzweige) oder „Palmstöcke“ in der kirchlichen Prozession mitgetragen, mit Weihwasser gesegnet und in Wohnungen im Herrgottswinkel hinter ein Kruzifix ge…
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Sommersonnenwende

21. Juni In der Mitteleuropäischen Zeitzone fällt die Sommersonnenwende gegenwärtig stets auf den 21. Juni. Im 20. Jahrhundert konnte sie auch am 22. Juni eintreten. Im 21. Jahrhundert wird sie manchmal am 20. Juni sein, weil die Schaltregel (365,2425 Tage) die tatsächliche Jahreslänge (365,2422 Tage) nur näherungsweise darstellen kann. Ohne die Gregorianische Kalenderreform würde sich ihr Datum pro Jahrtausend um 7–8 Tage verschieben. Die Sommersonnenwende ist in vielen Ländern, wie in Mitteleuropa und den USA, zugleich der Beginn der Jahreszeit Sommer. In Großbritannien und Irland hingegen beginnt die Jahreszeit Sommer am 1. Mai und endet am 31. Juli, die Sommersonnenwende liegt also etwa in der Mitte der Jahreszeit. In vielen Ländern, in denen heute der kalendarische Sommer am 20./21. Juni beginnt, wird der Tag der Sommersonnenwende dennoch als Mittsommer bezeichnet, was möglicherweise auf einen alten gemeinsamen steinzeitlichen Kalender zurückgeht. Der Tag der Somm…
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Mariä Himmelfahrt

15. August Mariä Aufnahme in den Himmel (früher, heute noch volkstümlich: Mariä Himmelfahrt) ist ein Hochfest der katholischen und orthodoxen Kirche am 15. August. Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution "Munificentissimus Deus" für die katholische Kirche zum Dogma erhoben. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Himmelfahrt Mariens nicht biblisch belegt werden kann, sondern nur auf Überlieferungen aus den jüngeren apokryphen Evangelien basiert. Auch wenn volkstümlich im Deutschen der Ausdruck Mariä Himmelfahrt gebräuchlich ist, wird die Aufnahme Mariens in den Himmel theologisch von der Formulierung und vom Tatbestand her klar zu Christi Himmelfahrt unterschieden. In vielen Sprachen werden daher zwei verschiedene Wörter benutzt, z.B. im lateinischen: Ascensio Christi, aber Assumptio Mariae. So soll der Mensch Maria vom Sohn Gottes deutlich un…
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Fest- und Feiertage

Gesetzliche Feiertage in Österreich: 1. Jänner (Neujahr), 6. Jänner (Heilige 3 Könige), Ostermontag, 1. Mai (Erster Mai, Staatsfeiertag), Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August (Mariä Himmelfahrt), 26. Oktober (Nationalfeiertag), 1. November (Allerheiligen), 8. Dezember (Mariä Empfängnis), 25. Dezember (Weihnachtstag) und 26. Dezember (Stephanitag), für Protestanten, Methodisten u. Altkatholiken auch der Karfreitag, nicht das Reformationsfest (31. Oktober). In den Bundesländern sind auch die Landesfeiertage schulfrei bzw. gelten für bestimmte Berufsgruppen. Nach dem Feiertagsruhe-Gesetz 1983 hat die Wochenendruhe ununterbrochen 36 Stunden zu betragen und spätestens samstags 13 Uhr zu beginnen. Zahlreiche Ausnahmen bestehen zum Beispiel für Schichtarbeit, Baustellen, Zeitungen, Gastbetriebe, Bäcker, Schauspieler und andere. Zur Erfüllung religiöser Pflichten ist die notwendige Freizeit zu gewähren. An Feiertagen ist kein Parteienverkehr bei Behörden und …
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Gründonnerstag

Gründonnerstag (auch Hoher Donnerstag) ist seit dem 12. Jahrhundert die volkstümliche Bezeichnung für den Tag, an dem nach christlicher Überlieferung das letzte Abendmahl stattgefunden hat und Jesus von Nazareth den versammelten Jüngern die Feier dieses Abendmahls für künftige Zeiten zu seinem Gedächtnis aufgetragen hat. An letzteren wird seit 1500 Jahren besonders gedacht. Wegen des nahenden Todes Jesu ist er dennoch ein Trauertag, von festlichen Elementen und Riten zum Gedächtnis der Einsetzung abgesehen. Allgemeines Der Gründonnerstag ist der Tag vor dem Karfreitag und gehört somit zu den Kartagen. Durch seine Stellung als Gedächtnis des letzten Abendmahls und Einsetzung der Abendmahlsfeier kommt ihm ein besonderer liturgischer Rang zu. Da die Kartage von ihrem grundsätzlichen Charakter eine besondere Prachtentfaltung nicht gestattet, wurde in der katholischen Kirche im Mittelalter das Fronleichnamsfest eingeführt, das somit direkt mit dem Gründonnerstag zu tun hat. …
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Der 1. Mai

Bild links: Titelseite der Festschrift zum 1. Mai 1894 © Copyright by Verlag Christian Brandstätter, Wien. Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung, der an die Bewegung für den Achtstundentag in den USA anschließt und den die II. Internationale in Paris 1889 als Festtag für das Proletariat bestimmte. Ab 1890 wurde der 1. Mai von den Sozialdemokraten in Wien und anderen Städten festlich begangen und 1919 als Staatsfeiertag eingeführt, dem sich auch die Kommunistische Partei Österreichs anschloss. Der 1. Mai wurde im Ständestaat und unter dem Nationalsozialismus beibehalten. In den 70er Jahren übernahmen zahlreiche andere linke und alternative Gruppen den 1. Mai als Feiertag. Er hat inhaltlich nur wenig mit den Maibräuchen gemein. Brauchtum Die Römer feierten im Mai die Floralien, ein Fest zu Ehren der Blumen-Göttin Flora, einer Patronin des Frühlings und der Blumen. Die Römer führten gewöhnlich ihre Bräuche in Ländern ein, die sie eroberten. Bei den Kelt…
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Fronleichnam

am zweiten Donnerstag nach Pfingsten Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von althochdeutsch: fron Herr, liknam Leib; kirchenlat.: corpus christi), offiziell „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, landschaftlich Prangertag, Blutstag, bezeichnet ein Fest im katholischen Festjahr, das am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird (am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, Ende Mai oder Anfang Juni). Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Festlichkeit erlaubt. Aus diesem Grund wurde Fronleichnam an das Ende der österlichen Zeit gelegt. Das Fest, ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakraments, wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. als allgemeines Kirchenfest zur Verehrung der Eucharistie eingeführt. Es feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und als Motiv der Anbetung. Es ist also keines der Kirchenfeste, die eine…
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