Swieten, Gerhard von, Frh.

* 7. 5. 1700 Leiden (NL), † 18. 6. 1772 Wien, Leibarzt und Berater Maria Theresias (ab 1745); Vater von Gottfried Frh. van Swieten. Schüler H. Boerhaaves; veranlasste die Herrscherin, den Staatseinfluss auf die Univ. wesentlich zu verstärken ( Universitätsorganisation) und v. a. den medizin. Unterricht zu reformieren: Errichtung neuer Lehrstühle, eines Botan. Gartens, einer Klinik für praktische medizin. Ausbildung, eines chem. und physikal. Laboratoriums, Berufung bedeutender Professoren u. a.; G. v. S. gilt daher als Begründer der älteren Wiener Medizinischen Schule. Zudem erhöhte er den medizin. Standard in Wien durch Verbesserung von Spitälern und Heilanstalten mit J. v. Quarin, Gründung von Hebammenschulen, Findelhäusern und einer Schule für Tierärzte. Er drängte weiters zur Errichtung eines neuen Universitätsgebäudes ( Universität Wien). Als Dir. der Hofbibl. ermöglichte er durch einen Lesesaal allg. Benützung, als Leiter der Studien- und Bücherzensur-Hofkommissio…
Zum Artikel
  • 0

Wagner-Jauregg, Julius

* 7. 3. 1857 Wels (OÖ.), † 27. 9. 1940 Wien, Psychiater, Begründer der Fiebertherapie, Nobelpreisträger für Medizin 1927. Ab 1889 Univ.-Prof. für Psychiatrie in Graz, 1893-1928 in Wien, Vorstand der I., ab 1902 auch der II. Wr. Psychiatr. Klinik, die 1905 zur "Klinik für Psychiatrie u. Neuropathologie Am Steinhof" vereinigt wurden. W.-J. erkannte bei Patienten mit bis dahin unheilbaren geistigen Erkrankungen eine vorübergehende Besserung des Zustands nach fiebrigen Krankheiten. Die Erforschung dieses Zusammenhangs wurde zu seiner Lebensaufgabe. Schon 1887 publizierte er eine Schrift über die Fiebertherapie. 1927 wurde ihm "für die Entdeckung der therapeut. Bedeutung der Malariaimpfung bei progressiver Paralyse" der Nobelpreis verliehen. Da sehr bald andere, noch wirksamere Behandlungsformen durch die Anwendung von Antibiotika entdeckt wurden, besaß die Erkenntnis von W.-J. ab den 40er Jahren nur noch hist. Wert. Von großer sozialmedizin. Bedeutung war aber die von W.-J. erfo…
Zum Artikel
  • 0

Sigmund Freud

Sigmund Freud wird am 6. Mai 1856 in Freiberg in Nordmähren geboren, studiert in Wien zunächst Biologie und Philosophie, später Medizin, wo er 1881 promoviert wird. Sein besonderes Interesse gilt der Neurologie. Im Zuge seiner Forschungen auf dem Gebiet der Nervenerkrankungen stößt er auf die Droge Kokain und ihre schmerzbetäubende Wirkung. Seine Behandlungsmethodik, entsprechend den Gepflogenheiten der Zeit Elektrotherapie, ergänzt er durch Hypnose. Er entwickelt gemeinsam mit J. Breuer ein Verfahren zur Heilung seelischer Erkrankungen durch „Abreaktion“ verdrängter traumatischer Erfahrungen, den ersten Ansatz zur später von ihm entwickelten Psychoanalyse. Sie bezieht in die bisherige Psychologie das sogenannte Unbewusste und die daraus resultierenden Erkenntnisse der Triebdynamik mit ein. Freud erklärt die „Libido“ zum Haupttrieb des Menschen, dem er später als Gegenspieler den „Todestrieb“ zugesellt. Neben seinen psychologischen und psychoanalytischen Forschungen beschäft…
Zum Artikel
  • 0

Viktor Frankl

* 26. 3. 1905 Wien, † 2. 9. 1997 ebd., Psychiater, Neurologe. 1936-42 Facharzt für Psychiatrie in Wien, bis 1945 in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert; 1946-70 Vorstand der Neurolog. Abteilung der Allg. Poliklinik in Wien, ab 1955 Prof. f. Neurologie und Psychiatrie an der Univ. Wien; Gastprofessuren in den USA; ab 1970 Prof. für Logotherapie an der International University San Diego. Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, die Patienten bei der Sinnsuche helfen sollen.
Zum Artikel
  • 0